Berufsbilder


Tierwirt/-in

Ein tierischer Beruf

tierwirt_web.jpgEisbär Knut ist in aller Munde. Zehntausende pilgern in den Berliner Zoo, um einen kurzen Blick auf den niedlichen Kleinen zu werfen. Vielleicht hast ja auch Du Lust bekommen, eine Ausbildung zu beginnen, die etwas mit Tieren zu tun hat! Der Lehrberuf des Tierwirts käme da in Frage. Eine Ausbildung, die Jahr für Jahr rund 1500 junge Leute beginnen. Das ist viel weniger als die Zahl der angehenden Landwirte, von denen es knapp 9200 gibt.

Eine neue Ausbildungsverordnung, die letzten August in Kraft getreten ist, soll die Lehre weiter differenzieren und mehr Jugendliche für den Beruf begeistern. Denn an guten Auszubildenden fehlt es vielen Betrieben.

GANZE PALETTE DER NUTZTIERHALTUNG

Die Berufswelt eines Tierwirts ist so vielfältig wie die Tierwelt selbst. Und da kein Tierwirt sich mit allen Tieren auskennen kann, wird bereits während der Ausbildung ein Schwerpunkt gesetzt: Bienenhaltung, Geflügelhaltung, Rinderhaltung, Schafhaltung oder Schweinehaltung sind die angebotenen Vertiefungsmöglichkeiten. So wird die gesamte Palette der Nutztierhaltung abgedeckt. Der Beruf des Tierwirts ist der ideale Beruf für jeden tierverbundenen Menschen. Kein anderer Beruf lässt so viel Nähe zu Tieren zu. Für viele Tierwirte bedeutet das eine Verbindung ihres Hobbys mit dem Beruf. Dabei gilt genau wie bei dem Beruf des Landwirts: ohne körperlichen Einsatz und ungewöhnliche Arbeitszeiten kommt man nicht aus. Dafür erlebt man beim Versorgen und Füttern, beim Aufziehen und Züchten der Tiere Momente, die nur wenige andere Berufe zu bieten haben und die die Mühe belohnen. Außerdem ist durch den Einsatz modernster Technik in der Tierhaltung der Arbeitsaufwand im Gegensatz zu früheren Zeiten geringer geworden. Die Verbundenheit mit den Tieren ist jedoch geblieben. Zu den Voraussetzungen für die dreijährige Ausbildung gehört die Vorliebe für Arbeiten in freier Natur und ländlicher Umgebung ebenso wie das Interesse an biologischen Vorgängen und tiermedizinischen Sachverhalten. Interessierte sollten auch offen gegenüber praktisch-zupackender Arbeit sein.

FÜNF SCHWERPUNKTE
Die fünf Schwerpunkte in der Lehrzeit werden im ersten Ausbildungsjahr übergreifend behandelt. Dabei stehen Tätigkeiten wie die Versorgung und Pflege der Nutztiere, das Erkennen und Heilen von Krankheiten oder das Bedienen oder der Service von Maschinen und Geräten im Vordergrund. Im zweiten und dritten Ausbildungsjahr vertiefen die Lehrlinge ihr Wissen im Umgang mit den Tieren ihrer Wahl, etwa sie zu transportieren oder Schutzimpfungen durchzuführen. Außerdem stehen Themen wie Lebensmittelerzeugung und Vermarktung im Vordergrund. In der Fachrichtung Imkerei betreuen die Azubis Bienenvölker und züchten Bienenköniginnen. Bei der Rinderhaltung erlernt man Melken und Milch aufbereiten sowie Methoden der Fleischerzeugung. In der Schweinehaltung geht es u.a. auch um das Kastrieren männlicher Ferkel, in der Fachrichtung Schafe um das Scheren und Sortieren von Wolle. Angehende Geflügelzüchter lernen verschiedene Bruttechniken und das Vermarkten von Eiern kennen.

AUSBILDUNGSORTE
Ausbildungsorte sind meist Tierzüchter oder auch Verbände oder Forschungseinrichtungen. Immer wieder hört man auch das Vorurteil, Tierwirte würden ihre Schützlinge quälen. Tiergerechte Haltung und Umweltschutz sind deshalb jetzt in der frisch renovierten Ausbildungsordnung stärker berücksichtigt. Bei der Suche nach ökologisch orientierten Betrieben hilft der Forschungsring für Biologisch-Dynamische Wirtschaftsweise e.V. Wer nicht weiterkommt, sollte einfach beim Landwirtschaftsamt, der Landwirtschaftskammer oder dem Arbeitsamt nachfragen. Die Vergütung hängt von Alter, Bundesland und Ausbildungsdauer ab. Im Schnitt gibt es im ersten Ausbildungsjahr 378 bis 479 Euro, im zweiten 488 bis 510 Euro und im dritten 442 bis 544 Euro.

43 PROZENT HABEN ABITUR
Theoretisch ist kein spezieller Schulabschluss Voraussetzung. Doch die Praxis sieht anders aus. Wie aus einer Statistik der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen hervorgeht, haben bundesweit 43 Prozent der Azubis Abitur. ¦

Diskussion

Ein Kommentar zu “Tierwirt/-in”

  1. Hi Leute,

    Ich kann euch diesen Beruf nur empfehlen. Hier kannst du so viele schöne Erfahrungen machen wie in kaum einen anderen Beruf. Ich selber lerne diesen beruf zur Zeit in Thüringen, in einem Betrieb mit 400 Milchkühen, 500 Mutterkühen ( hier bleiben die Kälber bei ihren Müttern), 250 Schafen und allerhand Nachzuchten von diesen Tieren. Der Beruf des Tierwirtes hat seine guten und schlechten Seiten. Das Gute ist der sehr nahe Kontakt zu den Tieren und die Liebe und zuneigung die einselne Tiere einem zurück geben.Ich muss aber dazu sagen das dieser Beruf kein kuschelberuf ist also man muss mehr und hart arbeiten als man mit den Tieren kuschelt. Die schlechte Seite sind die Arbeitszeiten ich muss manchmal Frühs halb 4 aufstehen um um 4 auf Arbeit zu sein und die Kühe zu Melken, sowie Abends manchmal bis um 22 Uhr aber auch am Wochenende und an Feiertagen müssen die Tiere versorgt und gepflegt werden. Ich habe mir mit diesen Beruf mein Hobby zum Beruf gemacht und ich würde diesen Beruf gegen keinen anderen tauschen wollen.Also ich hoffe ich habe euch den Beruf etwas näher gebracht.

    Sebastian

    Geschrieben von Sebastian Schleitzer | November 19, 2008, 11:41

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