Interview


Hans Werner Olm im Interview

Eine Laune der Natur

hans-werner-olm_pressefoto_sw_web2.jpgazubi: Lieber Herr Olm, schön, dass das mit dem Interview klappt. Es ist Ihnen ja sicherlich klar, dass es in einem Magazin namens Azubi um Ausbildung gehen muss. Sie sind in Bochum geboren und aufgewachsen, haben Konditor gelernt. Wie kamen Sie auf diesen Beruf?

Olm: Gemäß dem Spruch „Handwerk hat goldenen Boden“ war für meine Eltern und mich klar, ne Lehre zu machen. Und gegessen wird immer (Mutter). Auf Schule hatte ich eh keinen Bock mehr. Und wer schon mal um Weihnachten herum die Atmosphäre in einer Feinbäckerei gespürt hat, möchte in seinem Leben nichts anderes mehr machen. Hinzu kommt, dass ich frühes Aufstehen liebe. Die Lehrzeit war extrem geil.

azubi: Welches Ereignis in Ihrer Lehrzeit hat einen bleibenden Eindruck bei Ihnen hinterlassen?

Olm: Ich bin mal mit zwei Eimern heißem Krapfenfett die Kellertreppe runter gerauscht. 20 Liter Fett er-gossen sich über meinen Luxuskörper – daher habe ich auch heute so zarte Haut. Dabei hatte ich großes Glück. Der Arzt meinte nur, noch zehn Grad heißer und man hätte mich als lebensgroße Mutzenmandel in Körperwelten ausstellen können. Und zur Weihnachtszeit musste ich mal als Stutenmännchen Modell stehen. Ich habe diese Aufgabe sehr ernst genommen – zur Belustigung der Gesellen.

azubi: Mit 20 Jahren gingen Sie nach Berlin. Was hat Sie dazu bewogen, Ihrer Heimatstadt den Rücken zu kehren?

Olm: Ich hatte keine Lust auf Bundeswehr. Und in Berlin war man davon befreit. Auch ging mir mein damaliges Umfeld auf den Sack. Zudem hatte ich immer diesen Freiheitsdrang (typisch Wassermann) und ich wusste, Berlin ist für mich das richtige Pflaster. Ich wusste, hier geht was.

azubi: In Berlin machten Sie sich relativ schnell einen Namen. 1976 gründeten Sie mit Jürgen von der Lippe die Gebrüder Blattschuss und brachten auch eine eigene Single heraus. Schon bald waren Sie Gast bei Rudi Carrell, tourten mit Karl Dall durch die Lande. Wie kam der Kontakt zu diesen Künstlern zu Stande?

Olm: Wir traten alle in den gleichen Clubs auf. So entstanden Freundschaften und künstlerische Abhängigkeiten unter dem Motto „Komm, wir machen mal was zusammen.“ Damals war das so genannte Showbiz noch nicht so professionalisiert und Spaß stand an erster Stelle. Das ganze nannte sich dann Berliner Szene und da wollte man schon gerne dazu gehören.

azubi: Heute sind Sie nicht zuletzt durch die von Ihnen gespielten Charaktere bekannt. Jeder kennt Luise Koschinsky, Paul Schrader, Günni Schwagalla, Iff oder Gunther Terbrüggen. In welche Rolle schlüpfen Sie am liebsten?

Olm: Ich mag sie alle. Jeder dieser Charaktere ist ein Teil von mir. Aber Luise Koschinsky ist schon der Knaller. Mit ihr habe ich meine weibliche Seite entdeckt. Und als Paul Schrader darf ich mal als sprechender Phallus in Erscheinung treten. Als ein Mann, von dem die holde Weiblichkeit nachts in ihren Betten träumt, während ihre Männer in die Kissen röcheln.

azubi: Was macht diese Person aus?

Olm: Man darf so schön Macho sein. Und das Verrückte ist, es funktioniert – zumindest auf der Bühne. Die Frauen, also die selbstbewussten, stehen drauf.

azubi: Auch im Kino sind sie als Schauspieler und Synchronstimme schon öfter in Erscheinung getreten. Sie scheinen viele Talente zu haben. Was macht Ihnen eigentlich am meisten Spaß?

Olm: Ich brauche Herausforderungen und die bieten sich in diesem Job dutzendweise. Gut, manchmal kann es auch hinderlich sein, wenn man so viele Talente unter einen Hut bringen will. Andererseits ist für mich der Spaßfaktor entscheidend.

azubi: Haben Sie sich beruflich alle Wünsche erfüllen können oder hätten Sie gerne etwas ganz anderes gemacht?

Olm: Ja und nein.

azubi: Was sollte jungen Menschen in ihrer beruflichen Entwicklung wichtig sein?

Olm: An sich selbst zu glauben und eine gesunde Distanz gegenüber dem zu haben, was einem andere aufdrücken wollen. Eltern sind da ja nicht von ausgenommen. Wenn man auf seine innere Stimme hört, kommt man sehr schnell von selbst dahinter, was gut für einen ist und was nicht.

azubi: Was können wir in Zukunft von Ihnen erwarten?

Olm: Im Herbst gehe ich wieder auf Tour mit meiner Show „Eine Laune der Natur“ und auf ProSieben startete am 27. August die neue Staffel meiner Comedy-Serie „Olm unterwegs“ (immer montags um 22.45 Uhr). Ich will Luise Koschinsky in die Charts bringen und ein Hörbuch machen. Und 2008 kommt schon mein neues Programm auf die Bühne: „Show must go Olm!“

Das Interview führte Björn Schönewald

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