Branche


Systemgastronomie

Nichts für Langweiler

Erstmals seit 2001 hat sich im Mai dieses Jahres die Statistikkurve der Bewerber für Ausbildungsstellen mit der der neu abge­schlossenen Ausbildungsverträge getroffen. Beste Aussichten also für junge Arbeitssuchende, die jetzt vom Aufschwung am Arbeitsmarkt profitieren. Für alle, die einen guten Schulabschluss in die Bewer­bungsmappe legen können – mehr denn je schauen die Arbeitgeber bei der Vergabe eines Ausbildungsplatzes darauf – gilt jetzt „Grünes Licht“ für den Start in eine Erfolg versprechende Zukunft. Wer dabei auf viel „Action“ im beruflichen Alltag setzt und Karriereperspektiven in greifbarer Nähe sehen möchte, der sollte über eine Ausbildung in der expansiven Systemgastronomie nachdenken.

Systemgastronomie ist seit geraumer Zeit nicht nur für ihre Gäste beson­ders attraktiv, sondern auch für potenzielle Auszubildende. Alljährlich verzeichnen die bundesdeutschen Systemgastronomen deutliche Umsatzzuwächse und scheinen vor Wachstumsenergie zu strotzen. Ihre Mitarbeiter nehmen sie dabei mit. Den alten bieten sie sichere Arbeits­plätze bei guten Verdienstmöglichkeiten, den neuen ein dynami­sches Umfeld, das bei gezielter Schulung und Förderung ideales Sprungbrett für einen Beruf mit Zukunft ist.

Erfolgreiche Konzepte
Fastfood-Ketten, Fullservice-Restaurants, Handels- und Verkehrs­gastronomie oder das junge Segment der Freizeit- und Erleb­nisgast­ronomie: Die Systemgastronomie ist so vielfältig wie die Betriebe und deren Konzepte. Und sie ist erfolgreich. Die Top 100 der Branche erlösten im vergangenen Jahr mit über 16000 Betrieben nicht ganz zehn Milliarden Euro. Sie legten damit gegenüber dem Jahr zuvor um beachtliche 5,7 Prozent zu. Auch im laufenden Jahr wird ein weiteres Wachstum erwartet.

Freizeitgastronomie
Das gilt auch für das Gros der Lokale der Systemgastronomie im Teilsegment Freizeitgastronomie. Sie haben im vergan­genen Jahr sogar mit einem Plus von 7,7 Prozent abgeschlossen. Auf Rang zwei dieser wachstumsstarken Gastrosparte liegen hinter dem Branchenführer Europa-Park die 43 „Alex“ Ganztages-Kneipen­cafés, die die Mitchells & Butlers-Gruppe hierzulande in 37 Städten betreibt.

Dienstleistung wird gelebt
Warum ist besonders die Systemgastronomie so beliebt? Für die Insider und Branchenanalytiker ist es vor allem die Systematik und die durch­gängige Konsequenz, mit der ein standardisiertes und mul­tiplizierba­res Betriebskonzept umgesetzt wird. Diese Konsequenz zeigt sich für die Gäste nicht nur in der Inneneinrichtung oder auf der Speise- und Getränkekarte. Sie zeigt sich vor allem auch bei den Mitarbeitern, die dieses Konzept verinnerli­chen. Dienstleistung wird in der Systemgastronomie gelebt. Verständlich daher, dass für den System­gastronomen im abwechslungs­reichem Alltag und im täglichen Umgang mit ande­ren Menschen ein besonderer Reiz liegt.

Steigende Zahlen
Hier setzt das Profil und Berufsbild Fachmann/-frau für Systemgastronomie an, das zu den Senkrechtstartern auf der Hitliste der beliebtesten Berufe in der Gastronomie zählt. Während 1998 nur knapp 400 entsprechende Ausbildungsverträge für den damals neuen Lehrberuf unterzeichnet wurden, hat in den letzten Jahren ein kleiner Boom eingesetzt: Allein im Jahr 2006 freute sich die System­gastronomie über 2500 Neueinsteiger. 2007 kamen nochmals 2800 Rookies in diesen neuen Beruf, für den es seit zehn Jahren einen staatlich anerkannten Ausbildungsgang gibt, dazu. Diese Entwicklung ist eine Bestätigung für die Verantwortlichen, die seit längerem der Aus- und Weiterbildung hohe Priorität einräu­men. Entsprechend hat man eine Ausbil­dungsplattform für junge Menschen geschaffen, die neben Talent zum Planen, Rechnen und Orga­nisieren vor allem Freude an Team­ar­beit und Spaß am Umgang mit Men­schen haben.

Nachwuchs sichert Branche
Auch für Bernd Riegger, Geschäftsführer der Mitchells & Butlers Germany GmbH, die von Wiesbaden aus die hiesigen „Alex“-Betriebe steuert, bedeutet die „Sicherung des Nachwuchses gleich­zeitig auch eine Zukunftssicherung der gesamten Branche. Wenn wir weiter unsere positive ökonomische Entwicklung betreiben wollen, müssen wir auch unseren Nachwuchs im Blick behalten und konse­quent viel dafür tun.“

Schulische Voraussetzungen
Die Ausbildung zum/zur Fachmann/-frau für Systemgastronomie ist eine kaufmän­nische. Hauptschulabschluss ist Voraussetzung. Mitt­lere Reife oder Abitur sind als Einstieg von Vor­teil. Das gilt auch für entsprechende Englisch­kenntnisse. Die Ausbildungsdauer beträgt drei Jahre, eine Ver­kürzung ist möglich. Auf dem Lehrplan der Azubis stehen unter anderem Umgang mit Gästen, Beratung und Ver­kauf, Organi­sation von Arbeitsabläufen, Planung des Personal­einsatzes und Bear­beitung von Personalvorgängen, Durchführung von Kosten­kontrollen, Auswertung betrieblicher Kenn­zahlen, Wer­bung und Verkaufsförderung, Bü­roorga­nisation und -kommunikation. Das klingt nicht nur nach jeder Menge Abwechs­lung; sie wird auch geboten. In der täglichen Praxis der Systemgast­rono­mie heißt es jeden Tag immer wieder „Action!“. Vor und hinter den Kulissen. Für Langweiler und Stubenhocker ist dieser Beruf wahrlich nichts. Auch wenn allen mitunter die elf Wochen Blockunter­richt pro Aus­bildungsjahr in der Berufsschule so richtig gut tun.

Karrierechancen
Azubi, Junior-Assistent/in, Schichtleiter/in, Assistent/in des Betriebs­leiters, Betriebsleiter. Wer diese Karriereleiter schnell hinaufklettern möchte, wird dabei vielfach von Systemgastronomen unterstützt, die die im offi­ziel­len Lehrplan vorgesehene Ausbildung ihrer Mitarbeiter durch zusätz­liche, be­triebsinterne Förder- und Ausbildungspro­gramme ergänzen. Die „Alex“-Azubis bei­spielsweise besuchen konti­nuierlich ihre unternehmenseigene „The Aca­demy“. In dieser Trai­ningsakademie vertiefen Praktiker aus den einzelnen gastro­nomi­schen und kaufmännischen Disziplinen zusätz­liche Ausbil­dungs­inhalte „und machen sich zusätzlich fit für den Job“, wie Bernd Riegger betont. Die beträchtlichen Investitionen in diesem Ausbil­dungsbetrieb bewertet der Manager als „Investitionen in unsere gemeinsame Zukunft, die besonders gut angelegt sind“.

Infos und Kontakt
Weitere Infos über Ausbildungsmöglichkeiten gibt es über den Deutschen Hotel- und Gaststättenverband DEHOGA, www.dehoga.de, und die Agentu­ren für Arbeit oder auch über die Alex-Zentrale, Telefon (0611) 1605-98, www.alexgastro.de. Neue Infoquelle für künftige „Systemer“ ist die Website www.gast-star.de. ¦

Diskussion

Ein Kommentar zu “Systemgastronomie”

  1. Vielleicht sollte man auch noch einen Wermutstropfen dieser wirklich sehr erfolgreichen Ausbildung nennen: Arbeit im Wochenende und in der Nacht sind in der Gastronomie üblich, also auch bei den Systemgastronomen. Allerdings wird hier sehr viel mehr aus eine ordentliche Stundenabrechnung geachtet, als dies in der klassischen Gastronomie der Fall ist. Weitere Infos über die Ausbildung in der Systemgastronomie und ein Forum gibt es auch bei http://www.systemgastronomie-online.de

    Geschrieben von Christian | August 14, 2008, 09:07

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