Berufsbilder


Fotomedienfachmann/-frau

Spannende Welt der Bilder

Seit August gibt es an der Schnittstelle zwischen Fotohandel und Fotografenhandwerk einen neuen Ausbildungsberuf. Fotomedienfachleute sollen kompetente Berater in einem sich schnell verändernden Markt von Bildmedienprodukten und -technologien sein. „Jeder Fotohändler müsste begeistert sein“, sagt Christiane Levold. Die Berufsschullehrerin unterrichtet die erste Fachklasse für Fotomedienfachleute an der Berufsschule Kartäuserwall in Köln. Sie hat in der Rahmenlehrplankommission mitgewirkt, die die Ausbildungsinhalte des neuen Berufs mit dreijähriger Lehrzeit festgelegt hat.

Fotomedienfachleute arbeiten in Betrieben der Fotowirtschaft, insbesondere in Einzelhandelsunternehmen, in Fach- und Großlaboren, bei Fotografen, in der Industrie, in Bild-Agenturen und weiteren Dienstleistungsunternehmen in den Aufgabenfeldern fotobezogene Dienstleistungen, Beratung, Vertrieb und Marketing. Unter anderem informieren und beraten sie kundenorientiert über foto- und videobezogene Produkte und Dienstleistungen sowie über die Gestaltung und Realisierung von Foto- und Videoaufnahmen, erstellen Fotos nach Vorgaben und eigenen Vorstellungen, setzen Techniken zur Bildbearbeitung und Bildkorrektur ein und nutzen verschiedene Ausgabetechniken.

Fotomedienfachmann/Fotomedienfachfrau ist einer der wenigen Berufe mit Doppelordnung, das heißt, je nachdem, ob man die Lehre bei einem Fotohändler oder einem Fotografen absolviert, wird der Lehrvertrag bei der IHK oder der Handwerkskammer in die Lehrlingsrolle eingetragen. Entsprechend unterschiedlich können die beruflichen Weiterentwicklungschancen sein, im Handel mehr kaufmännisch, im Handwerk mehr künstlerisch-kreativ orientiert.

Qualifizierte Mitarbeiter
„Die Digitalisierung hat unseren Beruf komplex gemacht“, sagt Sven Pätzmann, Inhaber des Fotofachgeschäfts Häuser in Bergisch Gladbach. Weil er in seinem Einzugsgebiet als Problemlöser gilt, von der Fototapete bis zur PC-Bildbearbeitungssoftware eine breite Angebotspalette aufweist, braucht er qualifizierte Mitarbeiter. Und weil er so vielseitig ist, bekommt er viele Bewerbungen um einen Ausbildungsplatz. Alexandra Psyk ist eine von drei Azubis bei Foto Häuser. Angefangen hatte sie ihre Ausbildung 2007 als Einzelhandelskauffrau und hat nun im zweiten Lehrjahr in den neuen Beruf gewechselt. Da sie selbst sehr gerne fotografiert, Physik und Chemie ihre Lieblingsschulfächer waren, war der Ausbildungsplatz im Fotofachhandel ohnehin eine bewusste Entscheidung.

Während die 21-Jährige lieber Kunden berät, als am Computer Bilder zu bearbeiten, ist ihr gleichaltriger Klassenkamerad Alexander Kobus gerade davon begeistert. Er kann sich gut vorstellen, nach der Lehre Grafikdesign zu studieren. Auch Alexander hat im zweiten Lehrjahr seinen Ausbildungsvertrag vom Facheinzelhandelskaufmann zum Fotomedienfachmann umschreiben lassen. Sein Chef Klaus Ennen, Ausbildungsleiter bei der Saturn Elektrohandelsgesellschaft mbH, befürwortet diesen Schritt: „Wir müssen den Kunden heute mit Fachwissen zur Seite stehen. Nur dadurch können wir sie binden und uns von Internetverkäufern ohne Beratungsleistung abheben.“

Auch Profis brauchen Beratung
Nicht so begeistert wie die Fachhändler sind die Fotografen von dem neuen Beruf. Allein die Faszination des Begriffs „Medien“ verleite junge Leute zur Wahl dieses Ausbildungsganges, sagt Bundesinnungsmeister Klaus Starosta: „Sie kennen den Unterschied zur Fotografenausbildung nicht und sind später vielleicht enttäuscht, wenn sie dieses Gebiet nur streifen.“ Die Berufsfotografie sei inhaltlich so umfangreich, dass das Erlernen ebenfalls drei volle Jahre in Anspruch nehmen müsse. Gleichwohl hat auch Starosta im Bundesinstitut für Berufliche Bildung (BiBB) an der Ausbildungsordnung für den neuen Beruf mitgewirkt, vor allem, weil ihm die Abgrenzung zum Beruf des Fotografen wichtig war und ist. Aber auch für die 10000 Unternehmer im Fotografenhandwerk seien ausgebildete Fotomedienfachleute eine Bereicherung, sagt Fachlehrerin Christiane Levold. Denn den Umgang mit neuen Kameramodellen, Besonderheiten bestimmter Hersteller, Kompatibilitäten mit Weiterverarbeitungs-Hard- und Software müssen sich auch die Profis hinter der Kamera erklären lassen – von Fotomedienfachleuten eben. ¦

Fotos: Saturn

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