Berufsbilder


Fachkraft für Automatenservice und Automatenfachmann/-frau

Zwei neue Berufsbilder

Azubi_RobinDie Automatenbranche ist im Wandel und setzt bei den Mitarbeitern mehr und mehr auf Ausbildung und Qualifizierung. Nach langem Vorlauf gibt es jetzt zwei neue staatlich anerkannte Ausbildungsberufe. Zusätzlich hat die Branche Anfang des Jahres einen Ausbildungsbeauftragten installiert, der wirbt, aufklärt und unterstützt.

Robin Dittmairs Vater ist Automatenunternehmer. Schon als Jugendlicher hat er immer wieder die Nase in die Werkstatt des väterlichen Betriebs in Frankfurt/Main gesteckt. „Eigentlich wollte ich Werbekaufmann werden“, sagt der heute 21-Jährige strahlend. „Aber da habe ich nicht das Richtige gefunden, und dann gab es das Angebot, die Lehre in Berlin zu machen. Berlin ist eine tolle Stadt, und für die Automatenbranche interessiere ich mich sowieso“, erzählt er. „Also habe ich nicht lange überlegt, sondern bin nach dem Fachabitur der erste Lehrling für den Beruf Automatenfachmann in Berlin geworden.“

Ausbilden statt anlernen
Klemmende Automaten, kein Rückgeld, das Geld fällt immer wieder durch – wer kennt das nicht? Karl Besse, Vorsitzender des Bundesverbandes Automatenunternehmer, betont: „In dieser Situation ist es wichtig, schnell und kompetent zu handeln und das Problem zu lösen; service- und dienstleistungsorientiert. Dadurch, dass wir endlich die staatliche Anerkennung für die zwei neuen, branchenspezifischen Ausbildungsberufe bekommen haben, ist ein wichtiger Meilenstein für die gesamte Branche erreicht.“

Ausbilden sichert das Unternehmen
Das beweist auch die Erfahrung von Marion Przymusinski: „Jeder neue Mitarbeiter in der Automatenbranche braucht mindestens sechs Monate, bevor er genug von der Materie versteht, um selbständig zu arbeiten.“ – Sie weiß, wovon sie spricht, denn seit drei Generationen betreibt ihre Familie die Komet Automaten GmbH in Berlin, und das Problem der qualifizierten Mitarbeiter kennt sie gut. „Praktisch niemand ist für unsere Branche wirklich qualifiziert; es gibt nur Quereinsteiger“, erzählt sie nachdenklich und fügt lächelnd hinzu: „Da bilde ich doch lieber aus und lerne meine zukünftigen Arbeitnehmer selbst an – da weiß ich, dass sie etwas von unserem Metier verstehen.“

Vorher nur Seiteneinsteiger
Seit knapp einem Jahr gibt es die beiden neuen Berufsbilder in Deutschland, und so wie die Berliner Unternehmerin sehen es viele in der Automatenbranche. „Ich hätte gern schon vor drei Jahren ausgebildet, denn mein Unternehmen wächst seit 2003 stetig weiter, und ich brauche mehr ausgebildetes Personal“, sagt sie.

Abwechslunf und Kundenkontakt
Wenn Robin morgens in die Firma kommt, bleibt er entweder in der Werkstatt und repariert, wartet und testet, noch unter Anleitung, die Spielgeräte, oder er liefert die überprüften Geräte gemeinsam mit einem Kollegen in der Berliner Gastronomie aus. „Die Arbeit ist sehr abwechslungsreich, und das gefällt mir“, sagt Robin Dittmair. „Ich habe Kontakt mit Menschen, aber ich arbeite auch in der Werkstatt.“

Volljährigkeit ist ein Vorteil, kein Muss
„Ein großer Vorteil an Robin ist seine Volljährigkeit“, sagt Marion Przymusinski. „Er hat einen Führerschein und ist somit flexibel einsetzbar. Da wir sechs Tage in der Woche arbeiten und gerade am Wochenende viele Gerätestörungen kommen, ist es auch für ihn wichtig, mal dabei zu sein, um wirklich die gesamten Facetten des Berufs kennen zu lernen.“

Win-Win-Situation
Insgesamt sind Robin, aber auch Marion Przymusinski nach knapp einem Lehrjahr sehr zufrieden mit der Situation. „Robin muss natürlich neben der praktischen Ausbildung an den Geräten auch die kaufmännische Seite sehen“, sagt Marion Przymusinski. „Es ist sehr spannend für mich, jemandem beizubringen, was man im Alltag in der Firma ganz selbstverständlich macht. Dadurch wird mir selbst noch einmal mehr bewusst, wie vielseitig und umfassend der Job eigentlich ist.“

Informationsbedarf
Ganz simpel ausgedrückt, handelt es sich bei den beiden Ausbildungsberufen um Berufsbilder, die die Automatenbranche dringend braucht. Es geht um Know-how der Branche, um sie besser, serviceorientierter und professioneller bei der Behebung von Problemen mit den Automaten zu machen. Ziel der auf zwei Jahre angelegten Ausbildung zur „Fachkraft für Automatenservice“ ist es, jungen Menschen Kenntnisse und Fertigkeiten für eine fachgerechte Aufstellung, Wartung und Störungsbehebung von Automaten, eine qualifizierte Kundenberatung/-betreuung sowie allgemeine betriebswirtschaftliche Grundlagen zu vermitteln. „Darüber hinaus gehören auch die technische Kommunikation, die Warenbewirtschaftung und die rechtlichen Rahmenbedingungen sowie das Arbeiten an elektronischen Systemen zu den Inhalten der Ausbildung“, erläutert Harro Bunke, Geschäftsführer des Bundesverbandes Automatenunternehmer (BA).

„Die auf drei Jahre angelegte Ausbildung zum Automatenfachmann/-frau ist in den ersten zwei Jahren identisch mit den Lerninhalten der zweijährigen Ausbildung der Automatenservice-Fachkräfte“, so Bunke weiter. Im dritten Ausbildungsjahr spezialisieren sich die Auszubildenden anhand von sogenannten „Wahlqualifikationen“ entweder für den kaufmännischen oder den technisch-mechatronischen Bereich.

Ausbildungsbeauftragter
„Während in der kaufmännischen Qualifizierung Kenntnisse zu den Geschäftsprozessen der Branche, dem Personalwesen und dem Marketing vermittelt werden“, erläutert Bernd Bretterbauer, Ausbildungsbeauftragter der Unterhaltungsautomatenverbände, „ist der technische Bereich auf die Installation, Instandhaltung sowie die Informations- und Kommunikationstechnologie ausgerichtet.“ Die Ausbildung könne jeder beginnen, der mindestens einen Hauptschulabschluss habe, kommunikative Fähigkeiten sowie Lust am Umgang mit Menschen besitze.

Im August beginnt die nächste Generation
„In einer modernen, innovativen und umsatzstarken Branche wie der unseren auszubilden, ist überaus sinnvoll“, betont auch Dirk Lamprecht, Geschäftsführer der Automaten-Wirtschaftsverbände-Info GmbH. „Für den Azubi bedeutet das die Sicherheit, auch einen Job in dem erlernten Beruf zu finden.”

Weitere Infos:
Wer am 1. August 2009 eine Ausbildung beginnen will oder einen Ausbildungsplatz in der Branche anzubieten hat, kann Kontakt zum Ausbildungsbeauftragten aufnehmen.

Tel.: +49 (030) 2408-7766
E-Mail: ausbildungsbeauftragter@awi-info.de

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