Berufsbilder


Fachkraft für Rohr-, Kanal- und Industrieservice

Mit Hochdruck am Puls der Industrie

Sie müssen sowohl naturwissenschaftliche Grundkenntnisse als auch praktisches Geschick mitbringen, zu mobilem wie flexiblem Einsatz bereit sein: Dann erwartet die Fachkräfte für Rohr-, Kanal- und Industrieservice eine äußerst vielseitige, verantwortungsvolle und interessante Arbeit in zahlreichen Industriesparten im In- und Ausland.

Achtung! Jede Sekunde geht es los. Mit bis zu 1000 bar schießt gleich das Wasser aus der Hochdruckpistole. Benjamin Diedering ist voll konzentriert. Die Muskeln angespannt zielt er in den Tank des knallroten Saugwagens, dessen bulliger Deckel hoch über ihm schwebt. Knallrot auch die wasserdichte Arbeitskluft des 18-Jährigen, der zudem mit Helm, Sicht- und Gehörschutz ausgerüstet ist. Jetzt! Der spitze Wasserstrahl tost laut zischend in den Bauch des Kombis. Mit Messerschärfe zielt die Wasserwucht in das dunkle Innere des Tanks. Ganz nach der Regie des Auszubildenden mit der Hochdruckpistole fest im Griff. Jeden Quadratzentimeter taxiert er genau, während ihn die Wolke aus Wassernebel einhüllt und die Wasserlache zu seinen Füßen stetig wächst. Nur ein paar Minuten dauert die Tankreinigung, dann ist der Einsatz vorbei.

Freude an der Ausbildung
Benjamin Diedering sichert die Pistole, klappt den Sichtschutz hoch und lacht. In seinem Gesicht steht vor allem eins: Das hat Spaß gemacht! Die Freude an seiner Ausbildung zur Fachkraft für Rohr-, Kanal- und Industrieservice ist nicht nur für Benjamin Diedering Motiv und Motor zugleich. Auch sein 19-jähriger Kollege Tobias Konzoh ist mit Begeisterung dabei.

Buchen Group international aufgestellt
Beide sind sie jetzt im zweiten Jahr ihrer dreijährigen Ausbildung. Beide lernen sie ihren zukünftigen Beruf bei der Buchen Group in Köln, einem internationalen Anbieter hochwertiger Industriedienstleistungen. Beide kommen sie aus Schwedt an der Oder in Brandenburg. Kein Zufall, denn an dem Wirtschaftsstandort nordöstlich von Berlin ist der Sitz des Buchen Group-Ausbildungszentrums auf dem Gelände der PCK Raffinerie. Auf die Idee, genau hier ihre berufliche Zukunft zu finden, kamen deshalb die zwei Realschulabsolventen schnell. Benjamin Diedering erklärt: „Bekannte meiner Familie arbeiten bei Buchen und erzählten von den vielen Möglichkeiten.“ Tobias Konzoh: „Ich wollte etwas mit Industrie zu tun haben, suchte erst im Internet und stieß dann auf diese Ausbildung.“ Nicht nur die Vielseitigkeit des Berufsbildes habe beide gereizt, sondern auch die Aussicht, später an vielen Einsätzen im In- und Ausland teilnehmen zu können.

Mobilität und Flexibilität
Zustimmend nickt Wolfgang Kurschildgen, Fachbereichsleiter für Technik, technische Ausbildung und Qualifizierung. Die Bereitschaft zu Mobilität und Flexibilität sind für ihn ganz wichtige Kriterien bei der Auswahl der Ausbildungsbewerber. Nicht weniger als 20 neue, angehende Fachkräfte für Rohr-, Kanal- und Industrieservice stelle die Buchen Group jährlich ein, auch um den eigenen Nachwuchsbedarf an den vielen europäischen und internationalen Standorten decken zu können. „Die räumliche Flexibilität ist uns besonders wichtig“, betont Wolfgang Kurschildgen. „Sie müssen auch sehr teamfähig sein und lernen, kundenorientiert zu denken und zu handeln“, nennt er weitere wichtige Parameter.

Auch körperlich fit sein
Darüber hinaus zählten zu den Voraussetzungen ein Haupt- oder Realschulabschluss mit guten Noten in naturwissenschaftlichen Fächern sowie das Interesse für chemische, physikalische und technische Zusammenhänge und praktisches Geschick. „Sie müssen auch körperlich fit sein“, ergänzt Wolfgang Kurschildgen und erklärt: „Allergien, Höhen- oder Platzangst sind mit diesem Beruf schwierig zu vereinbaren.“

Apropos Platzangst: Die ersten Erfahrungen mit einer Atemschutzmaske, die bei dem Umgang mit gefährlichen Stoffen immer wieder getragen werden muss, machten Benjamin Diedering und Tobias Konzoh gleich in ihrer Einführungswoche. Erstmals mussten sie hier eine kurze Atemschutzstrecke zurücklegen. Kein Problem für die beiden, die danach zum Auftakt erstmal im Schwedter Ausbildungszentrum für 15 Monate trainiert wurden auf Spezialtätigkeiten in der Industriereinigung, z.B. die Handhabung von Wasserhochdrucksystemen und Sicherungsgeräten. Weitere Schwerpunkte waren eine Atemschutzgeräteträgerausbildung bei der Werkfeuerwehr der PCK Raffinerie und ein Seminar für Kundenkommunikation. Darüber hinaus vermittelte der Uckermärkische Bildungsverband die Grundlagen der Mess-, Steuer- und Regelungstechnik und gab eine fünfwöchige Metallausbildung.

Praxis in Köln
Der vorwiegend theoretischen Wissensvermittlung folgt für die beiden jungen Schwedter jetzt das Lernen in der Praxis am Kölner Hauptsitz des Unternehmens. Als wohnortnahe Alternativen kommen grundsätzlich auch die Niederlassungen in Stade, Duisburg, Karlsruhe, Burghausen oder Merseburg in Betracht. Ausbildungsinhalte sind generell:

·    Die Vermittlung naturwissenschaftlicher, technischer
und betriebswirtschaftlicher Grundlagen
·    Qualitätssicherung, Arbeitssicherheit und Umweltschutz
·    Reinigungsverfahren, Wartung und Instandhaltung von Anlagen sowie
·    Die Mitarbeit in Kundenprojekten vor Ort

24-Stunden-Service
„Neben dem technischen Wissen und der praktischen Erfahrung spiele gerade die Kundenorientierung eine besondere Rolle“, betont Wolfgang Kurschildgen. Nicht zuletzt deshalb sei das 24-Stunden-Notfallmanagement fester Servicebestandteil der Buchen Group, die mit rund 2300 Mitarbeitern nicht nur in Europa, sondern auch in Russland und Bah-rain vertreten ist. Die jüngste Gesellschaft ist soeben in Polen gegründet worden. Also grenzenlos interessante Einsatzmöglichkeiten für die angehenden Fachkräfte für Industrieservice. Denn genau Industrieservice ist nicht nur der Schwerpunkt der vielseitigen Ausbildung, sondern auch vielversprechende Zukunftsperspektive. Auch eine technische oder organisatorische Spezialisierung ist nachfolgend im Rahmen innerbetrieblicher Fortbildung und Training on the job bis hin zum Meister, Ingenieur oder Betriebsleiter möglich.

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