Städte


Jena – Die Stadt mit Paradies

Wer schon immer mal im Paradies ankommen wollte, ist in Jena genau richtig. Zwischen Tradition und Moderne bietet die Stadt sowohl in den Bereichen Kultur und Freizeit als auch in Technik und Wissenschaft ein breites Programm. Umschlossen von vier grünen Hügeln und mit seinem kleinen historischen Zentrum verbreitet Jena eine besonders gemütliche und gleichzeitig auch lebendige Atmosphäre.

Von Charlotte Kalden

Der Bahnhof Jena Paradies hat seinen Namen vom Stadtpark nebenan erhalten. Mit dem Paradies-Slogan wird gerne geworben, so präsentiert man sich zum Beispiel als Studentenparadies. Und tatsächlich hat Jena sehr attraktive Seiten: Die vier grünen Hügel um Jena herum locken zum Wandern, auf der Saale lässt es sich schön paddeln und Kanu fahren, im Stadtpark oder am Saaleufer sind im Sommer sportliche Aktivitäten und Grillen angesagt. Jena ist mit seinen 25.000 Studenten und den vielen jungen Familien eine sehr belebte Stadt, in der immer etwas los ist.

Kultur pur
Besonders die jährliche Kulturarena zieht junge Menschen mit einem großen Musik-, Film- und Theaterangebot an. An Kultur fehlt es in Jena generell nicht, schließlich sorgten schon im 18. Jahrhundert die großen Köpfe Deutschlands für regen Literatur- und Wissenschaftsbetrieb. Die Brüder August Wilhelm und Friedrich Schlegel, die Philosophen Johann Gottlieb Fichte und Friedrich Wilhelm Joseph Schelling und die beiden Dichter Novalis und Ludwig Tieck bildeten die Jenaer Romantik, an die heute noch das Romantikerhaus erinnert, und da Weimar gleich um die Ecke liegt, waren auch Goethe und Schiller oft zu Besuch. Wer Goethe ganz nah sein möchte, der kann zum Furcht einflößenden Erlkönig auf dem Erlkönigweg spazieren gehen oder Schiller in seinem Gartenhaus besuchen.

Die erleuchtende Mutter Jenas
Den Stolz auf seine alten Dichter findet man auch im Namen der Friedrich-Schiller-Universität wieder und aus früheren Zeiten wird sie noch liebevoll Alma Mater Jenensis (die erleuchtende Mutter Jenas) genannt. Sie verfügt über ein breit gefächertes Studienangebot von Altertumswissenschaft bis zur Zahnmedizin. Dort werden nicht nur die so genannten Schönen Künste – Kunst, Kultur und Literatur – gelehrt, sondern ebenso in Gebieten wie Optik, Mechanik und Elektronik.

Vielfalt an Ausbildungsmöglichkeiten
Zur modernen Technik tragen insbesondere internationale Unternehmen wie Carl Zeiss, SCHOTT, Jenoptik, LASOS Lasertechnik und andere bei und machen Jena zu einem Hochtechnologiestandort. Sie bieten viele Arbeits- und Ausbildungsplätze an, sodass man dort die verschiedensten Berufe wie zum Beispiel Feinoptiker, Mechatroniker, Physiklaborant, Technischer Zeichner, Oberflächenbeschichter oder andere Berufe in den Bereichen Logistik, Produktion und Elektrotechnik erlernen kann.

Stadt des Lichts
Durch das Dreiergespann Carl Zeiss, Otto Schott und dem Physiker Ernst Abbé wurde Jena im 19. Jahrhundert zu einer der bekanntesten Städte in Bezug auf die Glas- und Optiktechnologie und erhielt den Namen Stadt des Lichts. Obwohl nach dem Zweiten Weltkrieg viele kluge Köpfe und die gesamte Ausstattung von den Amerikanern im Rahmen der Aktion „We take the brain“ mit in den Westen genommen und später der Rest von den Russen geplündert wurde, konnte sich Carl Zeiss wieder aufrichten.

Carl Zeiss und Schott wurden nach der Wende wieder zu weltweit wichtigen Zentren für Glas und Optik. Dank Carl Zeiss’ Optiklinsen gelang es zum Beispiel dem Regisseur Stanley Kubrick in seinem Film „Barry Lyndon“ 1975 spezielle Lichtverhältnisse einzufangen. Die modernen Errungenschaften kann man im Optikmuseum oder ganz live im weltweit ältesten Planetarium in Jena besichtigen. Aber Jena ist auch in anderen Branchen wie der Kommunikationstechnik mit dem Unternehmen Intershop Communication AG, Pharmazie mit Jenapharm und Printmedien mit Tageszeitungen wie OTZ und TLZ und dem Verlag Neue Literatur vertreten.

Auf einen Kaffee …
Nicht nur Kultur und Wissenschaft hat Jena zu bieten. Wenn der Kopf mal vom vielen Wissen raucht, findet man ein schönes Plätzchen in einem der vielen geselligen Kult- und Studentencafés oder man trifft sich auf ein Bier in der urigen Wagnergasse, in der sich Kneipe an Kneipe reiht, oder auf dem schönen Marktplatz, in dessen Mitte der Universitätsgründer Johann Friedrich I. der Großmütige von Sachsen thront. Der knurrende Magen kann sich auf die kulinarischen Köstlichkeiten der Thüringer freuen: Thüringer Klöße, Rostbratwurst, Rostbrätel, Schmöllner Mutzbraten, Zwiebelkuchen und zum Nachtisch leckere Kuchen aus der Thüringer Backstube.

Rock die Bude
Da Jena eine Studentenstadt ist, werden abends große WG- oder Spontan-Partys bevorzugt, auf denen jeder gerade das mitbringt, was zu Hause herumsteht. Für zimperliche Nachbarn ist das natürlich nichts und wenn man daher etwas Rücksicht zeigen möchte oder die Polizei vor der Tür steht, zieht man später weiter in die Kneipen oder Diskotheken. Dort gibt es Musik von Pop bis Heavy Metal je nach Programm oder Motto. Besonders die Räumlichkeiten der „Rose“ erfreuen sich einer großen Beliebtheit: Der alte Gewölbekeller ist in verschiedene Bereiche und mehrere Bars zum Tanzen, Sitzen, Trinken oder Kickern eingeteilt. Oft kann man hier oder auch im F-Haus zur Live-Musik die Hüften schwingen, richtig gut Party machen und neue Leute kennenlernen.

Fit & Fun
Auch Sport ist in Jena ein großes Thema, vor allem Fußball: Im Frauenfußball ist Jena mit dem FF USV Jena in der ersten Bundesliga und im Männerfußball mit dem FC Carl Zeiss Jena in der dritten Liga vertreten. Wenn man schließlich vor der grölenden Fangemeinde fliehen möchte, gibt es erholsame Orte wie den Botanischen Garten oder man wandert auf einen der grünen Berge und genießt die Aussicht vom Fuchsturm oder den Sonnenuntergang vom Berg Jenzig aus.

Shopping mit gutem Ausblick
Shoppingfreunde oder diejenigen, die auch nur einmal gucken wollen, werden sich am wohlsten in der Goethe-Galerie oder in der „neuen Mitte“ am 159 Meter hohen JenTower fühlen, von dessen Plattform man eine hervorragende Aussicht über die Stadt hat.

*Foto: M. Köhler/pixelio.de*

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