Tipps & Tricks


Immer genug Geld – so geht’s!

Mit Beginn Deiner Ausbildung landen Monat für Monat meist 600 bis 800 Euro auf Deinem Konto, in manchen Berufen sogar mehr. Mit dem Geld wachsen die Wünsche – und die Risiken: Über 200.000 Teenies sind in Deutschland überschuldet, können also ihre Schulden nicht mehr bezahlen! Oft leiden auch die Leistungen in der Ausbildung unter Geldproblemen. Und selbst wenn Du mit Deinem Geld gut auskommst, kannst Du mit ein paar Regeln noch besser werden.

Ehrlicher Überblick
Die Grundfragen sind: Wie viel Geld steht monatlich zur Verfügung, welche Ausgaben liegen an? Hierfür notierst Du beispielsweise über drei Monate Deine Ausgaben, am besten unterteilt in größere Blöcke wie Nahrung, Auto, Kleidung, und so weiter. Einmalausgaben wie Urlaub teilst Du durch zwölf und schreibst jedem Monat einen Anteil zu. Wenn Du schon eine eigene Wohnung hast, kommen noch Strom, Wasser, Heizung und die Kosten für Geräte wie Kühl- und Gefrierschrank, Fernseher usw. dazu. Kostet zum Beispiel eine Waschmaschine 650 Euro und hält acht Jahre, sind das allein schon rund sieben Euro im Monat.

Apps nutzen
Für ein solches Haushalts„buch“ gibt es natürlich auch Apps, sodass Du alles gleich beim Einkauf erfassen kannst. Wenn Du so vorgehst, wirst Du Sparmöglichkeiten entdecken und Dir damit finanzielle Spielräume schaffen: ein günstigerer Handytarif, die Kündigung von überflüssigen Fitnessclub-Abos, eine billigere Versicherung für Autofahrer oder als Azubi mit eigener Wohnung zu einem günstigeren Strom- oder Gasanbieter wechseln und so weiter.

Clevere Tipps im Alltag
Dann gibt es noch viele kleine Tricks für den Alltag: So solltest Du nie hungrig einkaufen gehen, weil Du dann mehr kaufst. Der gute alte Einkaufszettel hilft Dir ebenfalls, weil Du Dir vorher Gedanken machen musst, was Du brauchst. Und Billigware ist oft nicht wirklich günstig, weil sie viel schneller kaputt geht als höherwertige Produkte. Außerdem kannst Du Getränke und Frühstück von zu Hause mitnehmen statt im Bahnhof kaufen, Kinotage oder Happy Hour nutzen, Fahrgemeinschaften für den Discobesuch bilden und so weiter.

Grenzen setzen
Ebenfalls ganz wichtig ist eine Grenze für Spontankäufe, beispielsweise 50 Euro. Einkäufe darüber solltest Du immer noch einmal überdenken und Verträge nie sofort unterschreiben: Gerade wenn Zeitdruck aufgebaut wird („Nur heute: Sparen Sie 10 Euro Aufnahmegebühr!“), wird der steinzeitliche Jäger und Sammler in uns aktiviert und so Kaufdruck erzeugt!

Immer bar zahlen
Psychologisch ist die Barzahlung besser als der Griff zur ec- oder Kreditkarte: Erstens gibst Du Geld aus der Hand und nicht nur ein Stück Plastik, zweitens spürst Du die Ausgabe sofort und nicht erst Tage oder Wochen später bei der Abbuchung und drittens ist die Shopping-Tour mit einem leeren Portemonnaie von ganz allein zu Ende.

Größere Anschaffungen
Vor größeren Anschaffungen solltest Du Dir einen Überblick auf die wahren Kosten verschaffen. Dass für ein Auto Steuer, Versicherung und Benzin zu zahlen sind, ist klar, auch an die Instandhaltung (Reifen, Bremsen, Auspuff, …) denken noch die meisten. Unvorhergesehene Reparaturen werden aber schon gerne verdrängt, ebenso viele kleine Posten wie Parkgebühren, TÜV/AU usw. Zudem verliert ein Auto über die Zeit enorm an Wert, und auch das gehört in eine solche Rechnung. Ganz typisch ist, dass Azubis ihre Autokosten mit 300 Euro im Monat schätzen, bei korrekter Rechnung sind es dann oft 450 Euro – eine Unterschätzung von fast 2.000 Euro im Jahr, die dann woanders fehlen!

Notfallvorsorge
Als Reserve für unvorhergesehene Ausgaben solltest Du möglichst schnell 1.500 bis 2.000 Euro ansparen. Wer schon eine eigene Wohnung hat, braucht mindestens 3.000 Euro. Am besten nutzt Du einen Dauerauftrag, durch den immer nach Eingang Deines Monatslohns ein fester Betrag auf das Notfallkonto gebucht wird. Außerdem kannst Du Deine Familie und Freunde bitten, Dir in der kommenden Zeit statt großer Geschenke Geld auf Dein Notfallkonto einzuzahlen.

Als Notfallkonto eignet sich zum Beispiel ein Sparbuch oder ein Tagesgeldkonto, aber nicht das normale Girokonto! Wichtig: Es geht bei diesem Konto nicht um hohe Zinsen – das Geld muss immer sofort verfügbar sein, also ohne Kündigungsfrist und bei einer Bank in Deiner Nähe!

Keine Schulden machen
Besonders gefährlich sind Kredite. Geschäfte auf Kredit sind nicht zulässig mit Minderjährigen, also jungen Menschen unter 18 Jahre. Wer allerdings schon 18 oder älter ist, haftet voll für seine Verträge, egal wie unsinnig sie sind. Bei vielen Azubis sind „kleine“ Kredite die häufigste Ursache von Überschuldung, die ihnen dann durch Zinssätze von oftmals um die 15 Prozent pro Jahr schnell über den Kopf wachsen. Auch wenn es schwerfällt, ist ein offenes „Das kann ich mir momentan nicht leisten“ fast immer die bessere Lösung.

Daten schützen
Achte immer darauf, wo Du im Internet persönliche Angaben wie Geburtstag, Adresse, Telefonnummer, Mailadresse und so weiter für jeden lesbar machst. Oft werden diese von automatisierten Programmen aufgesammelt und dann zum Beispiel an Werbefirmen verkauft. Auch bei anderen Aktionen wie Preisausschreiben oder dem Einkauf mit Rabattkarten geht es um solche Daten, um Dich anschließend mit Werbung zu bombardieren, die genau auf Deine Vorlieben zugeschnitten ist – so wirst Du zu weiteren Einkäufen animiert, und der Geldbeutel wird immer leerer.

Hilfe im Ernstfall
Wenn Deine Finanzen doch einmal aus dem Gleichgewicht geraten, ist schnelle Hilfe ganz wichtig – wer das Thema zu lange aufschiebt, verbaut sich oft schon dadurch Lösungsmöglichkeiten. Durch Zinsen, Mahngebühren und so weiter wächst der Schuldenberg nämlich immer schneller, bis schließlich gar nichts mehr geht. Kannst oder willst Du dieses Thema nicht mit Deinen Eltern besprechen, solltest Du Dich im Betrieb an Deinen Ausbilder oder Deine Ausbilderin, die Personalabteilung oder die Jugendvertretung wenden. Die kennen sich mit dem Thema aus und können mit Dir zusammen meistens eine Lösung finden. In vielen größeren Firmen gibt es spezielle Sozialdienste oder „Sorgentelefone“ für Finanzprobleme. Zudem bieten fast überall kirchliche oder kommunale Stellen Beratungen an.

 

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