Finanzen


Die Ausbildung ohne finanzielle Probleme meistern

Foto: istockphoto.comMit einer Ausbildung beginnt für viele junge Menschen ein weiterer und wichtiger Abschnitt in ihrem Leben. Da die Vergütung zu dieser Zeit zum größten Teil noch recht gering bemessen ist, werden beispielsweise Ausgaben für eine eventuelle Wohnungsmiete, ein Kraftfahrzeug oder andere Lebenshaltungskosten oftmals schwer zu finanzieren sein. Es gibt jedoch Möglichkeiten, verschiedene Hilfsangebote in Anspruch zu nehmen. Als Stichworte wären hier zum Beispiel Zuschüsse wie Wohngeld, Berufsausbildungsbeihilfen, spezielle Kredite für Azubis oder ein Nebenjob zu nennen. Auch die Option, ob der Auszubildende während seiner Lehrzeit vielleicht Kindergeld ausgezahlt bekommt, sollte geprüft werden.

Kindergeld als Azubi?
Manchmal haben Auszubildende in der Tat Anspruch auf Kindergeld – oder ihre Eltern. Besteht hier ein Anspruch, dann längstens bis zum 25. Lebensjahres des Azubis. Als Voraussetzung gilt, dass der Lohn vom Auszubildenden jährlich nicht mehr als 8.004 Euro beträgt. Hinzu kommt eine Werbekostenpauschale in Höhe von 920 Euro. Es ist wichtig, diese Grenze zu kennen, da beim Überschreiten der Kindergeldanspruch wegfällt. Zudem haben 25-jährige Auszubildende nur einen Anspruch, sofern der (freiwillige) Wehr- oder Zivildienst schon abgeleistet wurde. Die Auszahlung verlängert sich dann um diesen Zeitraum. Ein Antrag muss bei der jeweiligen Familienkasse in Schriftform gestellt werden – entweder vom Azubi selbst oder den Eltern.

Wohnt der Auszubildende noch zu Hause, werden (für die ersten zwei Kinder) 184 Euro überwiesen, für das dritte Kind 190 Euro, für jedes weitere 215 Euro. Eine Ausnahme besteht, wenn der Azubi nicht mehr zu Hause wohnt. Der Auszubildende kann einen sogenannten Abzweigungsantrag stellen; das Kindergeld wird dann direkt an ihn überwiesen. Beim Stichwort eigene Wohnung gibt es für Auszubildende eventuell noch die Möglichkeit, Wohngeld als Mietzuschuss zu erhalten. Der Anspruch besteht, soweit der Azubi mindestens 18 Jahre alt ist und gleichzeitig keine Berufsausbildungsbeihilfe oder BAföG bekommt. Wenn er beispielsweise schon seine zweite Ausbildung absolviert, entfällt dieser Anspruch jedoch. Ein Wohngeldantrag wird bei der zuständigen Wohngeldabteilung des jeweiligen Wohnortes gestellt.

Die Berufsausbildungsbeihilfe – ein weiterer Weg
Ein anderes Hilfsmittel, die finanzielle Situation eines Auszubildenden zu verbessern, stellt unter Umständen die Berufsausbildungsbeihilfe dar. Wann kann ein Azubi die Ausbildungsbeihilfe in Anspruch nehmen?
– Absolvierung einer betrieblichen Ausbildung
– wohnt nicht mehr bei den Eltern (da der Betrieb zu weit von der elterlichen Wohnung entfernt liegt)
– Ausnahme: wohnt der Auszubildende in der Nähe des Elternhauses, ist älter als 18 Jahre,
– ist verheiratet, oder hat ein Kind – dann kann sich ein Antrag tatsächlich lohnen
– Antragstellung erfolgt bei der Agentur für Arbeit (Wohnsitz des Azubis)
– keine andere Leistung zur Bestreitung des Lebensunterhalts von anderer Behörde
Achtung: für eine schulische Ausbildung gibt es keine Berufsausbildungs-Beihilfe!

Die Höhe der Berufsausbildungsbeihilfe
Die monatliche Auszahlung ist von folgenden Faktoren abhängig:
– der Gesamtbedarf (an Lebenshaltungskosten) sowie das anzurechnende Einkommen
– Jahreseinkommen der Eltern (oder das vom Ehe-/ Lebenspartner) wird mit angerechnet – sofern es einen Freibetrag übersteigt – hier am besten beim Amt nachfragen
Tipp: die Bundesagentur für Arbeit stellt auf ihrer Webseite einen Berufsausbildungsbeihilfe-Rechner online zur Verfügung. Hier kann der Azubi im Voraus ausrechnen, ob er Beihilfe berechtigt ist

Ein Kredit für Auszubildende – eine sinnvolle Maßnahme?
Prinzipiell sollten gerade Auszubildende den Abschluss eines entsprechenden Kredits nicht übereilt vollziehen. Schließlich müssen die vereinbarten Raten zurück gezahlt werden. Dennoch kann es unter Umständen eine Option sein, auf diese Weise Kosten für eine eigene (notwendige) Wohnung, den Führerschein beziehungsweise ein Kraftfahrzeug zu decken. Wer eine Ausbildung beginnt, verfügt meistens nicht über hohe Ersparnisse, die für diese Zwecke eingesetzt werden können. Eventuell können oder wollen die Eltern den Azubi finanziell nicht unterstützen. Auszubildende müssen einige Grundsätze beachten, wenn Sie einen Kredit beantragen wollen. Es gibt dabei einige spezielle Kreditformen, die auf Auszubildende zugeschnitten sind:

1. Der Dispokredit über ein vorhandenes Girokonto
Einen sogenannten Dispokredit (auch als Überziehungskredit bekannt) zu nutzen, wird gerade von der eigenen Hausbank teilweise auch Auszubildenden empfohlen. Jedoch ist hier zu beachten: oftmals sehr hohe (Überziehungs-)Zinsen machen es den Auszubildenden schwer, einen Dispokredit schnell abzuzahlen. Zinssätze von über 12% sind oftmals keine Seltenheit – und damit gerade für Azubis schwer abzuzahlen. Die Gefahr hier ist: der Dispokredit kann für junge Leute in der Ausbildung ein Einstieg in eine Schuldenfalle sein.

2. Der Ratenkredit einer Bank
Bei einem Ratenkredit bekommt der Auszubildende von der Bank eine festgelegte Kreditsumme ausgezahlt. Die Kreditsumme muss in einer gleichbleibenden monatlichen Rate zurückgezahlt werden. Der Auszubildende erhält das benötigte Geld in einer Summe; diese kann natürlich für die benötigten Anschaffungen sogleich eingesetzt werden. Wichtig: Laufzeit sowie Kreditbetrag sollten sorgfältig gewählt werden, wenn sich der Auszubildende für solch einen Kredit entscheidet, denn: aufgrund des geringen Lohns während der Ausbildungszeit vergeben Kreditinstitute meistens nur kleinere Geldsummen, von etwa 1.000 bis höchstens 3.000 Euro. Ein Tipp zur Laufzeit: sie sollte mindestens zwölf Monate betragen, und 36 Monate nicht übersteigen! Gerade für Auszubildende gilt der Grundsatz: je kürzer eine Laufzeit, desto höher ist die monatliche Rate.

3. Der Bildungskredit der Kreditanstalt für den Wiederaufbau (KFW)
Ein recht günstiges Angebot in Form eines eines Auzubildenden-Kredits hat die KFW-Bank im Angebot. Dieser Bildungskredit hat einen niedrigen effektiven Jahreszins von zirka 1,20 Prozent (Schwankungen unterlegen). Diese Art Kredit ist für Auszubildende und Studenten geeignet, die sich allerdings in den letzten Jahren der Ausbildung befinden müssen, was für einige ein Nachteil sein kann. Gerade am Ausbildungsbeginn sind ja wahrscheinlich die größten Anschaffungen zu tätigen. Dieser Kredit wird in einem Betrag von maximal 7.200 Euro vergeben, mit monatlichen Auszahlungsbeträgen von 100, 200 oder 300 Euro. Dennoch hat diese Kreditform Vorteile für Auszubildende, da einerseits keinerlei Sicherheiten verlangt werden. Andererseits ist der Zinssatz kontinuierlich gering.

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