Tipps & Tricks


Geld: So wird’s mehr!

Viele Azubis denken schon früh darüber nach, Geld zur Seite zu legen. Der Zeit-horizont und die Ziele reichen dabei von eher kurzfristig (z.B. für ein Auto oder die erste Wohnung), mittelfristig (z.B. Eigenheim) bis langfristig (vor allem zur Altersvorsorge). Bei jeder Geldanlage aber stellt sich die Frage, welche Punkte Du prüfen solltest, damit Du auch wirklich das Produkt bekommst, das Deinen Zielen und Wünschen entspricht.

Foto: nh

Geschäftsfähigkeit
Sie ist einer der wichtigsten Voraussetzungen für einen gültigen Vertrag. Grundsätzlich gilt: Erst mit 18 kannst Du in den allermeisten Fällen Geld selbst anlegen. Minderjährige Jugendliche sind nur „beschränkt geschäftsfähig“. Das bedeutet, dass Deine Eltern Deine Verträge genehmigen müssen, also grundsätzlich auch Deine Geldanlagen, z.B. den Kauf von Aktien oder den Abschluss einer Riester-Rente.

Laufzeit und Verlängerung
Neben dieser Grundvoraussetzung sind bei Verträgen einige andere Punkte wichtig. Dabei beginnen wir zunächst mit allgemeinen Prüfpunkten, also den Vereinbarungen, die bei fast jedem Vertrag gelten. Diese solltest Du also nicht nur vor der Geldanlage, sondern z.B. auch vor Abschluss von Arbeits-, Miet- oder Kaufverträgen prüfen. Besonders wichtig ist die Laufzeit, also wie lange der Vertrag gelten soll. Gerade bei jungen Menschen ändern sich die Lebensumstände schnell, und dann sind lange Laufzeiten (und entsprechende finanzielle Verpflichtungen!) oft ein Problem. Ähnlich wichtig ist die Frage, ob sich ein Vertrag automatisch verlängert. Das ist oft sinnvoll, kann aber auch dazu führen, dass Du für mittlerweile überflüssige Verträge weiterzahlst. Hier hilft nur regelmäßige Kontrolle oder der Abschluss von Verträgen, die automatisch enden und bei denen Du immer wieder neu entscheidest, ob Du verlängern willst.

Kündigungsfrist
Sie gibt an, wie lange vor Vertragsende Du kündigen musst. Bei einer Kündigungsfrist von drei Monaten zum Jahresende muss Deine Kündigung z.B. spätestens am 30.9. eingehen, weil es dann noch genau drei Monate bis zum Jahresende am 31.12. sind. Geht Deine Kündigung später ein, läuft der Vertrag bis zum nächsten Kündigungstermin weiter, und Du musst ihn natürlich auch bezahlen. Tipp: Eine Kündigung sollte immer schriftlich als Einschreibe-Brief erfolgen, damit Du einen Nachweis hast! Auch bei Geldanlagen gibt es bisweilen Rücktritts- und Widerrufsrechte, sodass der eigentlich vereinbarte Vertrag dann doch nicht in Kraft tritt oder rückabgewickelt wird. Je nach Produkt und Vertrag solltest Du Dich hierzu auch von Spezialisten beraten lassen, z.B. in einer Verbraucherzentrale.

Vertragspartner, Gerichtsstand
Diese Punkte erscheinen bei der Geldanlage auf den ersten Blick merkwürdig, können aber durchaus wichtig werden. So kann eine Bank Dein direkter Vertragspartner für Deine Geldanlage werden (z.B. beim Abschluss eines Sparbriefes), ein Produkt eines anderen Unternehmens aktiv an Dich vermitteln (z.B. wenn sie Dir einen Investmentfonds verkauft) oder sogar nur als Dienstleister einen Auftrag von Dir weitergeben, damit er von anderen ausgeführt wird (z.B. beim Kauf oder Verkauf von Aktien). Liegt irgendein Vertragspartner im Ausland, kann bei Streitigkeiten ausländisches Recht gelten, und das wird bei Unstimmigkeiten schnell zum Problem.

Rendite und Kosten
Unter der Rendite versteht man den Ertrag Deiner Geldanlage. Sie wird meist in Prozent pro Jahr angegeben. Der bekannteste Fall ist der Zinssatz von z.B. 1 Prozent pro Jahr auf eine Spareinlage. Je nach Geldanlage kann Deine Rendite aber auch z.B. aus Gewinnausschüttungen (die sog. „Dividende“ bei Aktien) und Kurssteigerungen oder Kursverlusten (z.B. bei Aktien oder Anleihen) bestehen. Insbesondere bei Zinsvereinbarungen ist noch wichtig, ob der Zins für die gesamte Laufzeit festgeschrieben ist („fixer Zinssatz“) oder ob sich der Zinssatz verändern kann („variabler Zinssatz“). Außerdem kann auch ein Mindest- oder Höchstzinssatz vereinbart werden, oder es kann festgelegt werden, ob und unter welchen Umständen Zinszahlungen auch einmal ausfallen können und ob sie dann später nachgeholt werden. Und schließlich zehren noch die Kosten an der Rendite, also z.B. Gebühren, Provisionen usw. Daher lohnt bei Geldanlagen auch immer ein Kostenvergleich, weil höhere Kosten sofort negativ auf die Rendite durchschlagen.

Risiko
Das Risiko einer Geldanlage kann ganz unterschiedlich definiert werden. Wichtig ist, dass Du herausfindest, welcher Risikobegriff für Deine Anlageentscheidung die größte Bedeutung hat. So kann Risiko z.B. als Schwankungsbreite (z.B. von Aktienkursen in einem Jahr) oder als Wahrscheinlichkeit gemessen werden, in einem bestimmten Zeitraum einen Verlust von x Prozent zu erleiden. Jedes Risiko wird dabei immer für einen festgelegten Zeitraum berechnet, also z.B. einen Monat, ein Jahr oder auch 5 oder 10 Jahre. Da diese Zahlen natürlich immer aus der Vergangenheit stammen, können sie sich auch für die Zukunft verändern, also eine bisher recht sichere Geldanlage kann unsicherer werden oder umgekehrt. Risiken können sich in unterschiedlichen Formen zeigen: Kursrisiken (z.B. steigende oder fallende Aktienkurse), Wechselkursrisiken (z.B. Veränderungen des Euro-Dollar-Wechselkurses), Bonitätsrisiken (teilweise oder völliger Ausfall der Zahlungen, weil Dein Geschäftspartner finanzielle Probleme hat) oder politische Risiken (Einfluss von Regierungswechseln oder Kriegen auf Deine Geldanlage).

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