Unternehmen


Ausbildung bei der Würth-Gruppe

Schraub‘ dich ganz nach oben!

Ausbildung aktiv mitgestalten heißt es bei der Würth-Gruppe. Der Handel mit Befestigungs- und Montagematerial ist das Kerngeschäft des weltweit agierenden Unternehmens. Mit einem mehr als 100 000 Produkte umspannenden Sortiment wurde aus dem einstigen Schraubenspezialisten ein Spezialist für Montage- und Befestigungstechnik.

Aufgebaut von Prof. Dr. h. c. Reinhold Würth, der 1954 als erster Auszubildender und damit zweiter Mitarbeiter in den Betrieb seines Vaters eintrat, verfügt die Würth-Gruppe heute über weltweit 60 000 Beschäftigte. Wenn es um Schrauben, Schraubenzubehör, chemisch-technische Produkte, Möbel- und Baubeschläge, Dübeltechnik und Brandschutzsysteme, Isolierungen, Hand-, Elektro- und Druckluftwerkzeuge, Service- und Pflegeprodukte, Verbindungs- und Befestigungsmaterial, Bevorratungs- und Entnahmesysteme und Speziallösungen für das Kfz-, Holz, Bau- und Metallhandwerk geht, ist Würth der richtige Ansprechpartner.

Die Geschäftspolitik der Würth-Gruppe ist eine besondere. „Ich bin davon überzeugt, dass Menschenführung zu mehr als 50 Prozent über Gewinn und Verlust entscheidet, während Kapital und Produkte nur nachgeordnete Bedeutung haben“, wird Prof. Dr. h. c. Reinhold Würth gerne zitiert. Man setzt auf Mitarbeitermotivation durch Leistungsanreize und Entwicklungsmöglichkeiten. Auszubildende sind fester Bestandteil der Gruppe und sogar am Unternehmensziel beteiligt.

Schon während der Ausbildung kann man Weiterbildungsmöglichkeiten nutzen. Bei Würth möchte man Fachleute und die am liebsten aus dem eigenen Stall. Die Übernahmequote liegt dadurch bei mehr als 90 Prozent. Einen Großteil des Mitarbeiterbedarfs generiert man durch Ausbildung.

KAUFMÄNNISCHE AUSBILDUNG

„Das war die geilste und heftigste Zeit in meinem Leben“, sagt Benjamin Sterbenk auf seine Ausbildung im Hause Würth zurückblickend. Er ist frisch gebackener Kaufmann im Groß- und Außenhandel und schickt sich an, im Unternehmen Karriere zu machen. Das ist mehr als gewünscht. „Die besten Auszubildenden sind die, die auf die Stühle der Chefs wollen“, sagt Ausbildungsleiter Thomas Wagner. Und: „Wer uns fordert, der wird auch von uns gefördert.“ Der Slogan: „Schraub` dich ganz nach oben“. Benjamin ist heute in der Abteilung Konzernentwicklung, Organisation und Kommunikation tätig – Bindeglied zwischen den etwa 370 Konzerngesellschaften. Dort beschäftigt er sich unter anderem mit den Lebenszyklen der Filialunternehmen und trägt so zur Qualitätssicherung bei. Auf seine Ausbildungszeit blickt er schwärmerisch zurück. Vor allem auf die Bonbons. So bezeichnet er die Möglichkeiten, an Messen teilzunehmen oder sich durch Seminare fortzubilden. Auch war er Mitglied im Azubi-Ausschuss, auf den im späteren Verlauf nochmal eingegangen werden soll.

BACHELOR OF ARTS
Thomas Garz arbeitet derzeit an seinem Bachelor of Arts im Studiengang International Business. Berufspraktische Ausbildung im Unternehmen und die theoretische Wissensvermittlung an der Berufsakademie in Bad Mergentheim wechseln sich dabei im dreimonatigen Rhythmus ab. So kann Thomas das gerade erlernte theoretische Wissen im Betrieb gleich anwenden. Mit einem einmonatigen Vorpraktikum hat er im September 2006 bei Würth angefangen. Voraussetzung war ein gutes Abitur. Innerhalb von drei Jahren absolviert er nun ein komplettes betriebswirtschaftliches Studium, das mit dem Bachelor of Arts (B.A.) im Studiengang International Business abschließt. In seinem Fall mit der Vertiefungsrichtung Change Management. Gute Englischkenntnisse sind vorausgesetzt, denn der Großteil der Vorlesungen an der Berufsakademie werden in der Weltsprache gehalten. Was Thomas bei Würth besonders gefällt: „Hier wird man nicht einfach abgefertigt.“ Er sei zu vielen Vorstellungsgesprächen in DAX-notierten Unternehmen eingeladen worden, aber bei keinem so zeitig wie hier. Genauso zeitig habe er auch unterschrieben. Gleich nach dem Bachelor will Thomas den Master of Business Administration mit dem Studienschwerpunkt International Management und Entrepreneurship machen. Auch das bei Würth – berufsbegleitend. In 13,5 Monaten wird er dann in Zusammenarbeit mit der University of Louisville in Kentucky auf internationale Führungsaufgaben vorbereitet.

INTERNATIONAL ARBEITEN
Bestens mit seinem Arbeitgeber Würth identifizieren kann sich auch José Maturana. Der 30-Jährige ist ohne Deutschkenntnisse aus Chile gekommen, fing hier, in der Heimat seiner Ehefrau, nochmal ganz von vorne an. „Ohne Deutsch“, weiß er zu berichten, „ist es nicht leicht, einen Arbeitsplatz zu finden.“ Bei Würth ist er dennoch untergekommen: als Auszubildender Kaufmann im Groß- und Außenhandel. Seine Spanischkenntnisse wurden hier als klarer Vorteil erkannt. Nach seiner Ausbildung soll José in der Exportabteilung den lateinamerikanischen Raum betreuen. Auslandserfahrung sammelt er bis dahin reichlich. Unter anderem verbrachte er bereits drei Monate in Spanien, um dort bei der Erforschung von Marktpotenzialen zu helfen. Und auch einen Monat in Shanghai hat José im Auftrag der Würth-Gruppe schon hinter sich gebracht. „Diese Möglichkeiten können nicht alle Firmen anbieten“, unterstreicht der Auszubildende und ist begeistert von seinem Arbeitgeber: „Das Klima ist toll, sehr familiär und vor allem offen. Man spricht miteinander und zwar gradlinig zwischen allen Ebenen.“

AUSBILDUNG UND FHSR
wurth_1_web.jpg Ramona Klappenecker erlangt während ihrer Ausbildung die Fachhochschulreife. Dazu drückt die angehende Kauffrau im Groß- und Außenhandel zwei komplette Tage in der Woche die Schulbank. Mittwochs ist zudem Abendschule angesagt.

Der Unterrichtsstoff unterscheidet sich hauptsächlich durch intensiveren Mathe- und Deutschunterricht von dem der herkömmlichen Berufsschule. Außerdem stehen auch Englisch und Chemie auf dem Stundenplan. Momentan ist Ramona in der Ausbildungsabteilung tätig und hilft dort die Wahlseminare für die Auszubildenden zu organisieren. Das ist ebenfalls ein Würth-Angebot, wie man es in anderen Unternehmen oft vergeblich sucht. Fünf Seminartage werden den Auszubildenden jeweils im zweiten und dritten Ausbildungsjahr angeboten. Die Themen: Rhetorik, Zeitung lesen macht sympathisch, Arbeits- und Lerntechniken sowie Outfit und Auftreten. Wie der Name schon sagt, können die Azubis über die Schwerpunkte selber entscheiden. Auch hier soll theoretisch Geschultes möglichst schnell praktisch umgesetzt werden. In der Ausbildung bei Würth werden deshalb reale Projekte an die Azubis vergeben, die von der Erarbeitung einer Aufgabe bis zur Präsentation der Lösung die Verantwortung übernehmen.

BESONDERHEITEN
Die Ausbildung bei Würth birgt noch weitere Besonderheiten. Da ist zum Beispiel der Newcomer-Infotag. Wenige Wochen vor Ausbildungsbeginn werden die „Zukünftigen“ hier von den Azubis im ersten Lehrjahr mit dem Unternehmen vertraut gemacht. Infos, Bühnenprogramm und geselliges Beisammensein werden von den Auszubildenden selbst organisiert und ausgerichtet. Ausbildungsbeginn ist jeweils der 1. September und gestartet wird grundsätzlich mit den Einführungstagen. Die beinhalten zahlreiche Seminare und erleichtern den Neuen den Einstieg. „Gruppenarbeiten sind dabei ebenfalls zentrales Element“, sagt Ausbildungsleiter Wagner. „Teamfähigkeit wird bei uns groß geschrieben.“

AZUBI-AUSSENDIENSTRALLYE
Genauso sind Eigenständigkeit, Mobilität und Engagement gefordert. Zum Beispiel bei der Azubi-Außendienst-Rallye, die im zweiten Lehrjahr ansteht. Die gibt es seit 2001 und soll den Azubis die Kernkompetenz, nämlich den Direktvertrieb über den Außendienst, näher bringen. Dazu begleiten sie über einen Zeitraum von zwölf Monaten insgesamt 30 Tage drei ihnen zugeordnete außendienstmitarbeiter. So lernen sie im direkten Kontakt Verkaufs- und Problemsituationen, Kundenbedarf und Wettbewerbsverhalten kennen. „Es ist nicht einfach so, dass man sich nur bei den Verkäufern ins Auto setzen und mitfahren kann“, erklärt Thomas Garz. Die Verkäufer seien in ganz Deutschland tätig. Falls notwendig habe man als Auszubildender Mietwagen und Hotelzimmer eigenständig zu organisieren. Auch den Kontakt zum Verkäufer müsse man selber herstellen. Produktschulungen im Vorfeld helfen bei der Abwicklung der Kundengespräche, die die Auszubildenden dann sehr wohl leistungsorientiert führen müssen. Und wer gut ist, kann Prämien gewinnen. Wie José, der für fünf Tage zum Feiern nach Irland fliegt.

AZUBI-AUSSCHUSS
Aus zwei BA-Studenten und sieben reguläre Auszubildenden setzt sich der Azubi-Ausschuss zusammen. Er versteht sich als Bindeglied zwischen Ausbildungsabteilung und den Auszubildenden. Von den rund 310 Azubis am Hauptsitz Künzelsau wird der Ausschuss jeweils für die Dauer eines Jahres gewählt. Neben der Interessenvertretung der Auszubildenden übernimmt er die Organisation von Aktivitäten wie Skifreizeiten und Ähnlichem. Ebenso ist er für die Organisation der Newcomer- Party und der Azubi-Partys im Azubi-Treff, einem eigens für geselliges Miteinander unter den Azubis ausgebautes Wohnhaus, verantwortlich. Zum Ausschuss-Mitglied kann sich jeder Volljährige wählen lassen. Jedes der Mitglieder übernimmt für eine Gruppe neuer Auszubildender eine Patenschaft, steht ihr mit Rat und Tat zur Seite.

ZUKUNFTSAUSSICHTEN UNDBEWERBUNG
Würth ist ein im stetigen Wachstum begriffenes Unternehmen. Der Bedarf an Mitarbeitern ist entsprechend hoch und wird zum größten Teil durch Ausbildung und Übernahme gedeckt. Bis 2015 rechnet die Gruppe mit 100 000 Mitarbeitern weltweit – 40 000 mehr als heute. Das bedeutet aber nicht, dass man bei der Auswahl der Bewerber anspruchslos ist. Von 2 500 erhalten 80 bis 90 eine Zusage. Wer sich als Auszubildender bewerben möchte, sollte das auf dem traditionellen Weg tun. „Das sagt wesentlich mehr über den Menschen aus als eine Bewerbung per E-Mail“, sagt Thomas Wagner. Ausführliche Informationen zum Bewerbungsweg und die weiteren bei Würth erlernbaren Berufsbilder gibt es im Internet unter www.wuerth.de

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