Berufsbilder


Hotelfachmann/-frau

Berufsziel Hoteldirektor

azubi-kappler-klein_web.jpgLehrstellen in der Hotellerie sind gefragt, gelten sie doch als abwechslungsreich und zukunftssicher. Aber nicht jeder hat das Glück, einen Ausbildungsplatz in einem Luxushotel zu ergattern. Das Westin Bellevue in Dresden ist so eine Adresse. Derzeit werden hier 40 junge Leute als Köche, Hotel- und Restaurantfachleute ausgebildet.

„Ich will Hoteldirektor werden“, hatte Daniel Käppler Personalchefin Bärbel Kolschmann beim Vorstellungsgespräch erzählt. Inzwischen ist der 20-Jährige im dritten Lehrjahr als Hotelfachmann und kennt alle Abteilungen des Dresdener Luxushotels mit seinen 340 Zimmern und 20 Suiten, 19 Konferenzräumen, Wellness- und gastronomischen Bereichen sehr genau. Alle drei Monate muss er die Abteilung wechseln, war schon in der Küche und im Lager, in der Verkaufsabteilung und im Restaurant. Jetzt arbeitet er an der Rezeption, und das gefällt ihm am besten, weil er hier den unmittelbaren Kontakt zu den Gästen hat. Früher hat der gebürtige Dresdener viel Sport getrieben, jetzt kommt er aufgrund des Schichtdienstes nicht mehr dazu: „Es ist ein anstrengender Job, man muss schon dafür brennen.“ Er hatte sich von Vorneherein nur bei den besten Hotels der Stadt um eine Lehrstelle beworben, was er im Nachhinein selbst als leichtsinnig bezeichnet.

GUTE AUSBILDUNGSSTELLE ERWISCHT
Aber er sieht nun den Unterschied zu dem Azubialltag der Kollegen aus Garnihotels und Pensionen, die er in der Berufsschule trifft, und ist froh, eine so gute Ausbildungsstelle erwischt zu haben. Man müsse die Ausbildung als Lebenschance begreifen, sagt Bärbel Kolschmann, die für alle drei deutschen Westin Hotels zuständig ist, und bedauert, dass viele junge Leute es als Selbstverständlichkeit betrachten, einen Ausbildungsplatz zu haben.

BERUFSPRAKTIKUM VORWEG
David hatte im Westin Bellevue bereits während seiner Schulzeit ein Berufspraktikum gemacht und war den Abteilungsleitern schon dabei als „Allrounder“ aufgefallen. Das will er auch sein. Neben dem Job schafft er es noch, spanisch zu lernen, denn er möchte später im Ausland Berufserfahrungen sammeln, und da ist englisch als einzige Fremdsprache zu wenig. Um Hoteldirektor zu werden, wird er auch noch Betriebswirtschaft pauken müssen. Diese Mischung aus von der Pike auf lernen und BWL-Zusatz sei der beste Weg, bestätigt David Werner, der Direktor des Westin Bellevue, und tut in seinem Hause alles, um den Azubis das nötige Rüstzeug dafür mitzugeben. In monatlichen Zusatzausbildungen lernen sie zum Beispiel korrektes Telefonieren, Begrüßungsstandards und stilvolles Auftreten.

JÜNGSTER BUTLER DEUTSCHLANDS
Das hat Hendrik Beyer schon hinter sich. Er wurde im Starwood-Konzern, zu dem die Westin-Hotels gehören, als Restaurantfachmann ausgebildet, absolvierte ein zusätzliches Jahr als Hotelkaufmann – und war am Ziel. Der 23-Jährige ist Deutschlands jüngster Butler und kann heute über seine einstige Einstellung, „stetiger Diener“ zu sein, nur schmunzeln. Die Arbeit sei umfangreich und spannend, erzählt er. Bei den 14 Luxussuiten des Westin-Bellevue ist der 24-Stunden-Butler-Service im Preis inbegriffen. Für Butler Beyer fangen die Aufgaben aber schon an, bevor seine Gäste – vom Politiker bis zum Fernsehstar, vom Geschäftsmann bis zum Künstler – anreisen. Er recherchiert ihre Gewohnheiten und fragt diesbezüglich in anderen Häusern des Konzerns nach. Er verhandelt mit städtischen Behörden über Hubschrauberlandegenehmigungen oder Personenschutzmaßnahmen.

STÄNDIGE WEITERBILDUNG
Ständig muss sich Beyer weiterbilden. Wie begrüßt man Japaner? Wann zieht man die charakteristischen weißen Handschuhe an (nur bei Politikern!) und wieder aus? Als Coach für den jungen Kollegen fungiert der Privatbutler Günther Wolf, der die hohe Kunst des Dienens auf einer Butlerschule in Großbritannien gelernt hat. Ausgelernt habe man nie, sagt Wolf, denn auch die Benimmregeln sind einem ständigen Wandel unterworfen. Deshalb mag sein Schüler Beyer Gäste, die häufig kommen. Da ergebe sich zuweilen ein locker-freundschaftliches Vertrauensverhältnis. Auch wenn er mehrere Gäste gleichzeitig hat, muss Beyer ihnen allen gleichermaßen gerecht werden. Das verlangt Fingerspitzengefühl, Organisationstalent und die Fähigkeit, vorbereitende Aufgaben an andere Mitarbeiter des Hauses zu delegieren. Beyer serviert seinen Gästen das Frühstück meistens in der Suite, er packt ihre Koffer, was vor allem Australier schätzen, und fährt sie zu ihren Terminen in der Stadt. Manchmal ist er wirklich 24 Stunden im Einsatz, aber Müdigkeit oder schlechte Laune darf er sich natürlich nicht anmerken lassen.

SERVICE VERFEINERN

lobby_web.jpg Beyers Ziel ist es, seinen Service immer mehr zu verfeinern: „Ich möchte der perfekt Butler werden.“ Sorgen um seine Zukunft macht er sich nicht. Im Westin Bellevue erfreut sich der Butler-Service steigender Beliebtheit, denn der junge Herr im Cut lässt das Bild seiner steifen englischen Vorbilder schnell verblassen. Er ist einfach ein guter Geist, der den VIP-Gästen den Hotelaufenthalt noch angenehmer macht, als er ohnehin schon ist. ¦

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Diskussion

2 Kommentare zu “Hotelfachmann/-frau”

2 Antworten zu “Hotelfachmann/-frau”

  1. wil ich auch mal werden bin 13 jahre kann amn die ausbildung mit 16 machen?????????????????????????????????????????????????????????

  2. Bastian sagt:

    Da muss man mehrere Sprache beherrschen und gute Umgangsformen haben. Nichts für ungut, aber das ist vielleicht nicht das Richtige für Dich.

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