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Ausbildung bei der Caspar Müller Bauunternehmung

Mehr als Stein auf Stein

caspar_mueller_web.jpgSanierung, Renovierung und Umbau sind die Steckenpferde der Caspar Müller Bauunternehmung GmbH & Co. KG aus Kassel. Neun Mitarbeiter beschäftigt das Familienunternehmen, unter ihnen die beiden Auszubildenden Ramin Kakar und Manuel Klotzsch. Die beiden haben ihre Ausbildung gerade erst begonnen. Ihr Berufsziel: Maurer.

1930 gegründet wird der Betrieb heute in dritter Generation von Hanns-Jörg Müller geführt. Er selbst habe sich erst spät dazu entschlossen, das elterliche Unternehmen weiterzuführen, sagt Müller. Eigentlich habe er das gar nicht vor gehabt. „Nach meinem BWL-Studium habe ich mich dann doch dafür entschieden und in zweieinhalb Jahren meine Ausbildung zum Maurer inklusive Meisterschein gemacht.“ Er wisse also, worauf es in diesem Beruf ankomme.

AUSBILDUNG SEIT VIELEN JAHREN
Seit vielen Jahrzehnten bildet das Traditionsunternehmen aus. „Wir haben im Schnitt jedes Jahr einen Auszubildenden“, sagt Hanns-Jörg Müller. Insgesamt müssten es bisher so um die 50 gewesen sein. Ramin Kakar und Manuel Klotzsch seien die jüngsten Mitglieder des Familienunternehmens. Über die Atmosphäre unter den Kollegen freuen sie sich. „Die Leute sind echt in Ordnung und die Zusammenarbeit macht Spaß“, sagt Manuel Klotzsch.

ABWECHSLUNGSREICH
Warum er Maurer werden möchte, ist für Ramin Kakar ganz klar: „Ich wollte immer was körperlich Anspruchsvolles machen“, sagt er. Vorab habe er bereits Praktika absolviert, sich die Berufe des Straßenbauers, Anlagenmechaniker und Gas- und Wasserinstallateurs angesehen. So ichtig zugesagt hatte dem Hobbyboxer aber nur der Maurerberuf. „Hier gibt es jede Menge Abwechslung und eigentlich macht mir alles Spaß, was es hier zu tun gibt“, sagt Ramin.

Manuel Klotzsch ist über seine Familie auf den Beruf gekommen. „Mein Vater ist Maurer, mein Onkel ebenfalls“, sagt er. Der arbeite sogar hier im Unternehmen. „In den Metallbereich habe ich vorher schon reingeschnuppert und das hat mir nicht so gut gefallen. Zu eintönig“, lautet sein Resümee. Als Maurer arbeite er mit Natursteinen, baue Treppen, saniere Balkone und sei viel draußen.

FLEXIBILITÄT GEFRAGTbauunternehmung_caspar_mueller4_web.jpg
Das klassische Mauern von Neubauten, fügt sein Chef Hanns-Jörg Müller hinzu, sei momentan nicht so sehr gefragt. Man müsse flexibler sein, sowohl bei den Materialien, als auch bei den anfallenden Tätigkeiten. Überhaupt sei der Maurerberuf komplexer geworden. „Wer heute denkt, er könne Maurer werden, wenn er in der Schule nicht aufgepasst hat, der irrt sich gewaltig“, sagt Müller. In der Schule sei viel theoretisches Wissen gefragt. Sei es in Baustoffkunde, Mathe oder technischem Zeichnen. „Auch Chemie und Physik spielen mit rein“, sagt der Bauunternehmer.

CLEVERNESS GEFRAGT
Am Ende der schulischen Ausbildung stehe heute eine Prüfung, deren Aufgaben sich um ein richtiges Bauvorhaben drehen. „Da müssen die Auszubildenden zum Beispiel auch den Materialaufwand berechnen. Wieviel Steine man für eine bestimmte Wand benötigt oder wie viel Eisenträger für eine Dachkonstruktion.“ Zeichnungen für Projekt müsse man verstehen und auch ergänzen können. Auch sei es mit der Ausbildung allein nicht getan. „Man muss sich als Maurer heute immer weiter qualifizieren“, so Müller. Das Image des Berufs sei durch all diese Faktoren wesentlich besser geworden.

Hauptkriterium bei der Einstellung seiner Auszubildenden seien nicht unbedingt die Schulnoten. „Mir sind die Kopfnoten viel wichtiger. Wenn jemand hohe Fehzeiten hat oder ein schlechtes Sozialverhalten, kann man das nicht so leicht in den Griff bekommen, wie schlechte Noten“, sagt er.

ÜBERNAHME NACH DER AUSBILDUNG

Was die Übernahme nach der Ausbildung angehe, so sei das im Vorfeld schwer abzusehen. „Es hängt nicht nur davon ab, wie gut die Leute sind, sondern leider auch von der Auftragslage“, so der Bauunternehmer. Im vergangenen Jahr habe er drei gute Auszubildende nicht übernehmen können, obwohl er das gerne getan hätte. Auch Manuel würde gerne übernommen werden. „Wenn das nicht klappt, gehe ich halt zur Bundeswehr“, sagt er. ¦

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