Kaleidoskop


Berufsausbildung

Wandel verlangt Reformen

berusausbildung_web.jpgVor großen Herausforde-
rungen sieht das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) das System der beruflichen Bildung in Deutschland stehen. Reformzwang besteht danach durch flexiblere Produktion und Arbeitspro-
zesse, Fachkräftemangel, teure Ausbildungen und viele Jugendliche ohne Lehrstelle.

Die traditionell ausbildenden Branchen haben nach IW-Angaben unter dem Strukturwandel der Wirtschaft zu leiden. Im Baugewerbe zum Beispiel fiel von 1999 bis 2005 jede dritte Lehrstelle weg. Gemessen am Beschäftigungsrückgang gibt es aber dennoch anteilig mehr Auszubildende. Hierdurch und durch den demografischen Wandel werde die Kombination von schulischer und betrieblicher Ausbildung auf eine harte Probe gestellt. Bald werde es an Nachwuchs mangeln und die Ausbildungsquote mittelfristig sinken. Besonders hart treffe es das Handwerk, die Logistik und den Handel.

VIELE ALTBEWERBER

Schulabgänger bringen oft nicht die erforderlichen Kompetenzen mit, um eine Berufsausbildung ohne besondere Hilfe absolvieren zu können, warnt das IW. Das hänge mit den gestiegenen Anforderungen zusammen, jedoch auch mit der hohen Zahl an Schülern mit besonders schwachen Leistungen. Dass nicht jeder Schulabgänger innerhalb eines Jahres einen Ausbildungsplatz finde und sich ein Jahr später erneut bewerben müsse, überrasche wenig. Noch besorgniserregender: Die Altbewerber sind den aktuellen Schulabgängern zahlenmäßig überlegen.


HILFSBEDÜRFTIG

Über 50 Prozent der Schulabgänger brauchen laut Mitteilung des Instituts Hilfe, um überhaupt fit für eine Ausbildung zu werden. Sie durchlaufen zunächst Integrationsmaßnahmen, in denen sie beispielsweise einen Abschluss nachholen oder ein Berufsvorbereitungsjahr absolvieren.

GEGENSTEUERN

Ein von der IW vorgelegter Maßnahmenkatalog sieht unter anderem vor, dass sich Schulen vermehrt um Kontakte zu Unternehmen bemühen. Je enger man zusammenarbeite, desto besser gelinge dem Nachwuchs der Übergang in die Ausbildung und den Job. Praxisluft schnuppern stehe dabei im Vordergrund. Damit die Leistungsschwächeren nicht auf der Strecke bleiben, müssen auch die Betriebe stärker unterstützt werden. Denkbar wäre laut IW ein externes Ausbildungsmanagement. Zudem wirbt das Institut für eine stärkere Differenzierung der Ausbildungsvergütung nach Leistung. Hochschulen sollten vermehrt duale Studiengänge anbieten.

Die Anforderungen an die Arbeitnehmer steigen, wie das IW feststellt. Folglich suchen Unternehmen verstärkt nach Hochqualifizierten. Fremdsprachenkenntnisse spielen dabei eine immer größere Rolle. Englisch, Französisch, Spanisch – man sollte fit sein für Geschäftspartner aus anderen Ländern. ¦

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