Berufsbilder


Tischler/Schreiner

Tischlern geht auch international

schreiner_web.jpgDüsseldorf, Köln, Hannover, Paris, Istanbul, Dubai, Las Vegas, Peking … Stationen einer Manager-Karriere vielleicht? Oder eines Tischlergesellen! Wer beim drittgrößten deutschen Messebauunternehmen lernt, hat die Möglichkeit, sehr weit herumzukommen in dieser Welt. Die mac – messe und ausstellungs-
center Service GmbH mit Stammsitz in Langenlons-
heim bildet aus. Nicht nur Tischler, aber auch.


Wie den 16-jährigen Aaron Presper. Der Realschüler hat am 1. August 2007 seine Ausbildung zum Tischler begonnen. „Es gefällt mir gut hier“, sagt der junge Mann, der sich noch in der „Schnupperphase“ befindet und den Betrieb am Standort in Langenlonsheim gerade kennenlernt. Selbermachen war schon immer sein Hobby, Basteln, Werkeln, der Umgang mit Holz, der Ausbau des elterlichen Hauses, all das hat ihn dazu bewegt, einen solchen Beruf zu ergreifen. „Das Schreinern und Tischlern ist meins“, davon ist Presper schon nach wenigen Wochen überzeugt. Schreinern? Tischlern? Wo ist der Unterschied? „Es gibt eigentlich keinen“, erklärt er selbstbewusst die unterschiedlichen Begriffe für den gleichen Beruf. Im Süden Deutschlands wird der Schreiner Tischler genannt, im Norden der Tischler Schreiner.

WIRTSCHAFTLICHES DENKEN IST GEFRAGT
Die Anforderungen an die Auszubildenden sind hoch. „Das Berufsbild hat sich in den vergangenen Jahren stark gewandelt“, sagt Jürgen Kutza, Ausbilder der Tischler-Azubis. Romantische Vorstellungen vom handwerkelnden Holzschnitzer, der gemütlich ein Tischbein drechselt, sind schon lange passé. Betriebswirtschaftliche Grundkenntnisse sind unumgänglich. „Wir erwarten ein Kosten- und ein Zeitbewusstsein“, erklärt Kutza. Fachliche Kenntnisse über den handwerklichen Umgang mit dem Werkstoff Holz sind natürlich Standard der Ausbildung. Darüber hinaus sollen die angehenden Tischlergesellen ein Gespür für eine kostengünstige und zeiteffiziente Lösung einer Aufgabe entwickeln. „Man kann auch in diesem Beruf Dinge auf unterschiedliche Weise tun und wir bringen unseren Auszubildenden bei, darüber nachzudenken, wie sie eine Aufgabe möglichst wirtschaftlich lösen.“

Darüber hinaus sind Computerkenntnisse unumgänglich. Der Einsatz von rechnergesteuerter CNC-Technik ist Standard. Aber damit hat Aaron Presper ohnehin kein Problem. Auf die Frage, wie er denn ausgerechnet auf mac als Ausbildungsbetrieb gekommen ist, sagt er: „Die habe ich im Internet recherchiert.“ Zeitgemäß also.

GUTE NOTEN SIND NICHT ALLES
bild0154_web.jpg Das Berufsfeld setzt von seinen Anforderungen demnach mathematisches und physikalisches Grundwissen voraus. Welche Anforderungen stellt denn das Unternehmen an seine Bewerber? „Auf jeden Fall mindestens einen Hauptschulabschluss“, erklärt Personalchef Gerhard Wagner. Aber gute Noten sind beileibe nicht alles. Die guten, alten Sekundärtugenden spielen beim Messebau eine große Rolle. „Ehrlichkeit, Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit.“ Ohne die läuft in der Branche überhaupt nichts, denn die Zeitfenster, innerhalb derer ein Stand oder gar komplette Messehallen aufgebaut und bestückt werden müssen, sind äußerst knapp bemessen. Darüber hinaus sind Teamfähigkeit und eine hohe Eigenmotivation Voraussetzung.

mac setzt die Bewerber deshalb besonderen Eignungstests aus, einem eigenen und einem von der Industrie- und Handelskammer. Der Aufwand lohnt sich für beide Seiten, denn die so ausgewählten Auszubildenden passen in der Regel gut zum Unternehmen und werden fast immer übernommen. „Zunächst für ein Jahr befristet – und danach, wenn beide Seiten dies wünschen, auch unbefristet“, erklärt Wagner.

Und damit ist noch längst nicht Schluss. Das Unternehmen unterstützt aktiv die berufliche Fortentwicklung seiner Mitarbeiter, etwa den Besuch des Meisterlehrgangs. „Das geht durchaus soweit, dass wir solchen Kollegen finanziell und zeitlich entgegenkommen, wenn sie sich im Gegenzug verpflichten, für eine gewisse Zeit im Unternehmen zu bleiben.“

GUTE CHANCEN – AUCH FÜR FRAUEN

Gute Perspektiven für eine wie Sarah Mull also. Sie hat als Frau nicht nur einen eher typischen Männerberuf ergriffen sondern bringt auch vom Schulabschluss her – Fachhochschulreife – gute Voraussetzungen mit, um sich beruflich weiterzuentwickeln. Die 22-Jährige ist im dritten Lehrjahr und bereitet sich inzwischen auf die schriftlichen und praktischen Prüfungen vor, die im Dezember und Januar auf sie zukommen. Bei ihr war die Berufswahl auch durch die Familiengeschichte – der Großvater war Zimmermann – geprägt. „Außerdem habe ich immer zuhause herumgewerkelt.“ Und wie ist es als Frau in einem eher typischen Männerberuf zu arbeiten? „Ich habe sehr nette Kollegen.“ Und so ungewöhnlich sei das heute auch nicht mehr, obwohl es in ihrer Berufsschule nur noch eine weitere Frau im zweiten Lehrjahr gibt. „Und meine Freunde finden das ganz praktisch.“ Klar, gelernte Handwerker sind im Freundes- und Bekanntenkreis immer recht beliebt.

Die angehende Tischlerin hofft nach der Ausbildung übernommen zu werden, denn, „ich will dann erstmal Geld verdienen“. Später kann sie sich durchaus eine Weiterbildung vorstellen, vielleicht sogar ein Studium. Den Duft der großen, weiten Messewelt bekommen die angehenden Tischler erst nach der Ausbildung zu schnuppern. „Auf Montage gehen die Azubis nicht“, sagt Ausbildungsleiter Jürgen Kutza. Das hängt nicht zuletzt mit Arbeitszeitschutzbestimmungen zusammen. Messebau kann in Hochphasen ein Rund-um-die-Uhr-Engagement erfordern. Die Ausbildung findet daher stationär in Bad Langensalza und Langenlonsheim statt.

EIN BERUF MIT ZUKUNFT
bild0158_web.jpg Die Perspektiven für angehende Tischler im Bereich Messebau sind hingegen hervorragend. Der Messebau boomt international seit Jahren. Mittelständische Unternehmen wie Großkonzerne nutzen dieses Marketinginstrument immer gezielter und intensiver, um ihre Produkte und Leistungen auf den Markt zu bringen. Praktischerweise sind die Produkte der Messebauer nichts für die Ewigkeit. Ist die Messe gelaufen, wandern die meisten Exponate und Standbauten auf den Müll und können nur zum Teil wiederverwertet werden. Jede Messe ist anders, erfordert andere Lösungen. „Den Tischlern geht die Arbeit so schnell nicht aus“, sagt Jürgen Kutzka. Tischler im Messebau, ein Beruf mit Zukunft. „Auf jeden Fall!“ Das gilt natürlich auch für den Schreiner. Ist ja logisch … ¦

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Diskussion

2 Kommentare zu “Tischler/Schreiner”

2 Antworten zu “Tischler/Schreiner”

  1. jerome klüglich sagt:

    ich bin realschüler und interessiere mich für messebau wie sind die chancen eine lehrstelle zu finden – muß ich tischler oder schreiner lernen ich bin im nächsten jahr mit der schule fertig

  2. Macimilian Löw sagt:

    Ich habe di Kunstfachoberschule in Nürnber abgeschlossen war ein Jahr anschließend in Neuseeland und habe dort meinen Zivieldienst geleistet, bräuchte heuer noch eine Ausbildungsstelle

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