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Geld vom Staat

Was kann man bekommen?

Claudia, 16 Jahre, wohnt zuhause in Bochum bei ihren Eltern, will eine Ausbildung als Friseurin in Bonn beginnen. Ihre Ausbildungsvergütung beträgt 410 Euro im Monat. Nicht einmal ihre kl eine Wohnung in Bonn für 340 Euro warm kann sie damit bezahlen. Auch ihre Eltern, deren Einkommen unterhalb der Grenze von 1440 Euro im Monat liegt, können sie nicht unterstutzen.

BERUFSAUSBILDUNGSBEIHILFE
Auf ihren Ausbildungsplatz muss Claudia dennoch nicht verzichten. Dafür sorgt die Bundesagentur für Arbeit mit der so genannten Berufsausbildungsbeihilfe, die sich nach Vergütung, Fahrt- und Wohnkosten und Einkommen der Eltern richtet. Claudia bekäme in ihrem Fall 249 Euro monatlich von der Agentur gezahlt, zusätzlich könnte sie eine Übergangsbeihilfe oder eine Umzugskostenbeihilfe beantragen.

Zahlreiche Beihilfen, von denen die meisten Azubis noch nie gehört haben dürften. Tatsächlich dürften weitaus mehr Jugendliche beihilfeberechtigt sein, als bisher einen Antrag gestellt haben. Anspruch auf die Berufsausbildungsbeihilfe haben Auszubildende, die nicht bei den Eltern wohnen und nur eine geringe Ausbildungsvergütung bekommen. Ob sich ein Antrag lohnt, kannst Du unter www.babrechner.arbeitsagentur.de selbst ausrechnen. Die Eingabe der persönlichen Einkommens- und Lebensverhältnisse dauert nur fünf Minuten und das Ergebnis wird sofort angezeigt. Wem das zu kompliziert ist, der kann sich aber auch bei der Agentur vor Ort persönlich beraten lassen.

BEZAHLTE NACHHILFE
Ein anderes großes Thema für Auszubildende ist der Nachhilfeunterricht. Der ist oft die letzte Chance für Jugendliche, die in der Ausbildung Probleme haben. Weil die Zahl der Abbrüche in den vergangenen Jahren weiter gestiegen ist, versuchen die Arbeitsagenturen mit den so genannten Ausbildungsbegleitenden Hilfen gegenzusteuern. Auch hier gibt es viele Azubis, die nicht wissen, dass ihnen die Hilfe zusteht oder denen es peinlich ist, dass sie Nachhilfe brauchen. Dabei wächst die Zahl derer, die den Unterricht annehmen, erheblich. Ein paar Zahlen: In ganz Nordrhein-Westfalen gab es im vergangenen Jahr 318370 Auszubildende. Davon brachen 24535 vorzeitig die Lehre ab. Derzeit besuchen 9607 Jugendliche in Deutschlands größtem Bundesland den finanzierten Nachhilfeunterricht. Dabei spielt es keine Rolle, ob der Azubi gerade erst mit der Ausbildung begonnen hat oder kurz vor der Abschlussprüfung steht. Auch Arbeitgebern, die einen Lehrling suchen, bietet der Nachhilfeunterricht der Agentur eine Entscheidungshilfe: Denn Bewerber, die eigentlich gut in ein Unternehmen passen, aber nicht so gut in Mathematik oder Deutsch sind, kann während der Ausbildung durch Nachhilfeunterricht geholfen werden. Dabei arbeiten die Agenturen mit Bildungsträgern zusammen, die den Nachhilfeunterricht durchfuhren.

ARBEITSAGENTUR ÜBERNIMMT KOSTEN
Die Kosten werden direkt von der Arbeitsagentur an den Träger gezahlt. Sofern Du zum Personenkreis der behinderten Menschen gehörst, können weitere Leistungen in Betracht kommen, wie zum Beispiel Ausbildungsgeld.

VERMÖGENSWIRKSAME LEISTUNGEN
Interessant für alle Azubis sind auch die so genannten vermögenswirksamen Leistungen. Wer neu im Betrieb ist, hat häufig erst nach dem Ende der Probezeit ein Anrecht auf diese Zusatzleistung. Meist ist die Höhe der Leistung tarifvertraglich geregelt. So gibt es im öffentlichen Dienst derzeit 6,65 Euro im Monat, Bankangestellte erhalten dagegen den Höchstsatz: 40 Euro. Das Geld soll dem individuellen Vermögensaufbau dienen und muss in eine Kapitallebensversicherung, einen Bausparvertrag oder Fonds gesteckt werden. Auch mit einem Riester-Rente-Vertrag kann man sich ansehnliche staatliche Leistungen sichern. Banken und Sparkassen informieren ausführlich. ¦

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