Berufsbilder


Fluggerätemechaniker

Als Phantom-Mann weltweit im Einsatz

phantom_web.jpgNach 5000 Kilometern Flug und 180 Kilometern mit dem Auto heißt es für Hauptfeldwebel Nils Haack: „Endlich wieder zuhause.“ Nils Haack ist 29 Jahre alt und lebt in Oldenburg. Als Fluggerätemechanikermeister F-4F Phantom ist er für vier Monate im Einsatz in Afghanistan gewesen.

Seine Frau Joanna sei nicht gerade begeistert gewesen, als er sie aus Kanada anrief und ihr sagte: Ich gehe für vier Monate nach Afghanistan, verrät Nils Haack. „Joanna findet es gut, dass ich bei der Bundeswehr bin. Aber als ich sie damals anrief, war ich bereits drei Wochen auf Kommando in Kanada. Da kann ich sie gut verstehen.“ Nils Haack lebt mit seiner Frau Joanna in Oldenburg, wo sie auch studiert. Er fährt jeden Morgen mit dem Auto 90 Kilometer nach Wittmund zum Jagdgeschwader 71 „Richthofen“.

Gemeinschaftsgefühl
„Ich bin mit Leib und Seele Soldat. Ich kann mir wirklich keinen anderen Beruf mehr vorstellen“, sagt der gebürtige Emdener auf die Frage, was so besonderes am Soldatenberuf sei. „Vorher habe ich auf einer Werft in Emden gearbeitet, da fiel um 16:30 Uhr der Hammer und alle sind nach Hause gegangen. Mit den Arbeitskollegen hat man sich nur selten getroffen, um was zu unternehmen. Jetzt habe ich Freunde in ganz Deutschland.“

Faszination Flugzeug
Nach der Ausbildung zum Werkstoffprüfer war er zu seinem Wehrdienst nach Wittmund einberufen worden. „Da durfte ich dann zum ersten Mal ganz nah ran an ein Kampfflugzeug. Mir gefiel das so gut, dass ich meinen Dienst auf 23 Monate verlängerte und mich dann als Soldat auf Zeit für vier Jahre verpflichtete.“ Nils Haack wurde zum Flugzeuggerätemechaniker ausgebildet und hat dann als zweiter Wart die Phantoms startklar gemacht.

Abwechslungsreich
Wo der Unterschied zum zivilen Arbeitsleben liegt? Die Antwort kommt ohne großes Nachdenken: „In welchem Beruf hat man schon 07-01-flgermechfw-i-02_web.jpgsoviel Abwechslung, Verantwortung und kann sich immer wieder weiterbilden.“ Nach seiner Weiterverpflichtung als Soldat auf Zeit für zwölf Jahre machte er die Ausbildung zum Flugzeuggerätemechanikermeister.

Hohe Verantwortung
Seit der Ernennung zum Berufssoldaten ist Nils Haack stellvertretender Zugführer und erster Wart. Für 41 Soldaten trägt er die Verantwortung mit. „In unserem Team, bestehend aus erstem und zweitem Wart und einem Grundwehrdienstleistenden, sind wir verantwortlich, dass die 30 Millionen Euro teuren Maschinen sicher starten können. Die Piloten verlassen sich ganz auf uns.“

Dienstzeiten variieren
In Wittmund arbeiten die Fluggerätemechaniker im Schichtsystem – man hat entweder Früh-, Mittags- oder Abendschicht. Im Einsatz ist das anders. „Da haben wir Dienst von 5.30 bis 18 Uhr, kurzes Abendessen und dann wird bis 20 Uhr weitergearbeitet. Sieben Tage die Woche, zuletzt in Afghanistan vier Monate am Stück“, erklärt der Hauptfeldwebel. Zwar habe es dort keine Phantom gegeben, aber jede Menge anderer Flugzeuge und Hubschrauber. Das deutsche Transportflugzeug C 160 Transall zum Beispiel, die amerikanische C17, die russische Iljushin oder die Hubschrauber Mi 8 und CH 53. „Alle müssen entladen, beladen, gesäubert und betankt werden“, beschreibt Nils Haack die Tätigkeiten vor Ort. „Das haben wir zu viert gemacht. Der eine war ein CH 53-Mann aus Bückeburg, der andere kam aus Wunstorf – ein Transall-Mann – und dann noch ein Tornado-Mann aus Büchel. In dieser Zeit sind wir gute Freunde geworden.

Kompatibel mit Familie?
Vier Monate war Nils Haack nun also ohne Familie und Freizeit. Probleme habe es dabei aber nicht gegeben. „Sicher, man ch_53_web.jpgdenkt an die Familie und fragt sich, wie es ihr geht. Aber die viele und lange Arbeit lenkt einen ab“, sagt er. „Jeder Tag brachte neue Herausforderungen. Abends haben sich die Soldaten meistens noch zusammengesetzt, etwas getrunken und sich unterhalten, bevor sie müde ins Feldbett gefallen sind.“ Der Gefahr der Situation sei man sich immer bewusst. „Die Anspannung war stets zu spüren, aber durch den Job hatte man nicht so viel Zeit. Auch kamen wir ja selten aus dem Feldlager, da unser Job auf der Airbase war.“

Neue Herausforderung
Die ersten Eurofighter fliegen schon bei der Luftwaffe. Nils Haack sieht das als Herausforderung. „Bis 2012 fliegt bei uns noch die Phantom, erst in ein paar Jahren beginnt für uns die Ausbildung auf den neuen Jäger,“ sagt der Phantom-Mann. „Das Flugzeug kenne ich ja schon ein wenig. Wir waren vor ein paar Monaten in Laage zur Cross-Service Unterstützung.

Flexibel sein
Zu seiner Berufswahl sagt Nils Haack: „Ich bin mit dem, was ich tue und erreicht habe, sehr zufrieden. Ich hoffe, dass es so weiter geht.“ Jugendlichen kann er nur empfehlen, den bestmöglichen Schulabschluss zu machen, flexibel zu sein und sich im Beruf zu engagieren. Im Privatleben natürlich auch. ¦

Weitere Infos: www.bundeswehr-karriere.de

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