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Ausbildung bei der Hansgrohe AG

Für Leute, die nach oben wollen

Wer nach Schiltach fährt, der mag sich wundern. Der beschauliche Ort im Herzen des Schwarzwaldes liegt verträumt inmitten des Kinzigtales, ist geprägt von dörflicher Idylle, Fachwerkhäusern und Steilhängen. Bekannt ist Schiltach als Stadt der Flößer und Gerber. Nicht zu übersehen ist aber eine Besonderheit, die das Städtchen auszeichnet: seine enorme Wirtschaftsstärke. Schiltach beherbergt echte Global Player, die den 4100 Einwohnern 3100 Arbeitsplätze bieten. Eine zentrale Rolle spielt der international erfolgreiche Armaturenhersteller Hansgrohe. Das Unternehmen mit fünf Produktionsstätten in Deutschland, vier weiteren im Ausland sowie 26 Vertriebsgesellschaften weltweit, hat in Schiltach seine Zentrale.

Vielleicht liegt es an der dem Schwarzwald eigenen Sorgfalt, Handwerkskunst und Tüftelei, vielleicht an der Leidenschaft für das Lebenselixier Wasser, dass sich Hansgrohe in seiner Geschichte mehr als 2000 Patente sichern konnte und international einen ausgezeichneten Ruf in Sachen Qualität und Design genießt. Zu den herausragenden Erfindungen des Unternehmens zählen die Brausestange, der Duschkopf mit verstellbaren Strahlarten und die automatische Ab- und Überlaufgarnitur für Badewannen.

„Hans im Glück“
Vor mehr als 100 Jahren, im Juni 1901, gründet im Schwarzwaldstädtchen Schiltach Hans Grohe mit zwei Mitarbeitern einen kleinen Handwerksbetrieb für Metalldrückwaren. Schnell spezialisiert sich der gelernte Weber und begabte Tüftler auf Metallprodukte für den Sanitärbereich. Schon bald gehören auch Blechbrausen zur Produktpalette. Damit ist bereits anfang des 20. Jahrhunderts der Grundstein für den späteren weltweiten Siegeszug der Hansgrohe-Brausen gelegt. Heute beschäftigt das von ihm gegründete Unternehmen über 3200 Mitarbeiter weltweit, zwei Drittel davon in Deutschland, und generiert 80 Prozent seines Umsatzes im Ausland.

Vier in eins
Innerhalb der Firmengruppe Hansgrohe grenzen vier Marken die strategischen Geschäftsfelder ab: Hansgrohe, Axor, Pharo und Pontos. Erstgenannte ist die Stammmarke, die für innovative Brausen-, Armaturen- und Ablauftechnik sowie Küchenarmaturen steht. Axor bietet komplette Designer-Kollektionen im exklusiven Bad und Pharo ist bekannt für Premium-Dusch- und Wellness-Systeme – also Duschtempel, Duschpaneele, Whirlpools und Dampfduschen. Pontos ist eine eigenständige GmbH, die sich auf Grauwasser-Recycling spezialisiert hat.

Nachhaltige Entwicklung
Bei Hansgrohe ist man sich der Bedeutung motivierter und qualifizierter Mitarbeiter bewusst. Der Geschäftsleitung ist es seit jeher ein großes Anliegen, auszubilden und den Nachwuchs bestmöglich für Simone Christine Baumann, Leiterin Ausbildung und Hochschulmarketing bei Hansgrohe. Foto: Mario Zgollspätere Aufgaben zu rüsten. Die Ausbildungsquote von Hansgrohe Deutschland liegt mit 7,1 Prozent deutlich über dem Durchschnitt der metallverarbeitenden Industrie. „Wir leben eine nachhaltige Entwicklung“, sagt Simone Baumann, Leiterin Ausbildung und Hochschulmarketing. Nachwuchsführungskräfte stammen nicht selten aus den eigenen Reihen. Sehr viele, die mit dem Unternehmen groß geworden sind, bekleiden verantwortliche Positionen, manche sind sogar in der oberen Führungsebene. Gute Perspektiven bieten sich auch im Ausland. Besonders gerne sieht man bei Hansgrohe Bewerber, die sich ein Berufsleben jenseits der deutschen Grenzen vorstellen können.

Verantwortung übernehmen
„Wir brauchen junge, begeisterungsfähige Leute, die bereit sind, den Weg mit uns zu gehen“, sagt Baumann. Man fördere den Nachwuchs nach Kräften, sei es in Rhetorik- oder Präsentationsseminaren, in Telefon- oder EDV-Lehrgängen oder in Fremdsprachen. Wer sich motiviert und Willens zeige, könne relativ schnell Verantwortung übernehmen. Aber man fordere auch.

Ziele erreichen
„Mit Füße hochlegen ist hier nichts zu machen“, sagt die Ausbildungs-leiterin. Nach jedem Abteilungsdurchlauf gibt es für die Auszubildenden bei Hansgrohe ein Abteilungsabschlussgespräch mit dem jeweiligen Ausbildungsbeauftragten. Nach dem Gespräch erhalten die Azubis eine Beurteilung, die sie mit Simone Baumann durchsprechen. Darüber hinaus trifft das Unternehmen mit jedem Azubi etwa im Halbjahresrhythmus eine Zielvereinbarung bezüglich Noten und persönlicher Entwicklung. In Halbzeitworkshops diskutiert man Erreichen oder Nichterreichen der Ziele. „Da gibt es sehr ehrliche Rückmeldungen“, sagt Baumann.

BA-Studium
Wer sich einbringt, hat hervorragende Zunkunftsaussichten im Unternehmen. So wie Max Essers. Der 25-Jährige absolviert ein BA-Studium. Das heißt, dass er über drei Jahre an der Berufsakade­mie studiert und parallel Praxis bei Hansgrohe sammelt. Unbedingt mit dazu gehört ein mehrmonatiger Auslandseinsatz in BA-Student Max Essers ist begeistert von den Hansgrohe-Produkten. Foto: Mario Zgolleinem der 26 Länder, in denen Hansgrohe Gesellschaften betreibt. Das Ergebnis ist ein ausgewogener Mix aus Ausbildung, Studium, Praxis- und Auslandserfahrung.

Ursprünglich hatte Max vor, nach Abi und Zivildienst BWL zu studieren. Dann wurde er auf das BA-Studium aufmerksam und bewarb sich bundesweit bei Unternehmen, die eine solche duale Ausbildung anbieten. Er habe verschiedene Angebote gehabt, erzählt er. Aber das Vorstellungsgespräch bei Hansgrohe habe ihn überzeugt. „Es war sehr herzlich, wie ich hier empfangen wurde“, sagt er. Auch von den innovativen Produkten sei er begeistert gewesen. Die Marke Hansgrohe war ihm sowieso schon seit der Kindheit bekannt: „Die hatten wir auch zuhause.“

Max, der für sein Studium von Göttingen nach Schiltach gezogen ist, schreibt derzeit an seiner Diplomarbeit. Die wird in Richtung Pricing gehen, in diesem Bereich hat er sich durch ein eigenes Projekt jede Menge Wissen aneignen können. Das leitete er nicht irgendwo, sondern in Shanghai. Von dort aus sorgte er dafür, dass in ganz China die gleichen Preiskonditionen für Hansgrohe-Produkte gelten. Max war Verantwortlicher vor Ort und koordinierte die gesamte Umsetzung. Obwohl fern der Heimat, fühlte er sich nie allein gelassen. „Ich hatte bei Fragen immer meine Ansprechpartner in Deutschland“, sagt er. Nach Abschluss seines Studiums möchte er wieder im Ausland arbeiten. Wo? Vielleicht in den USA.

Mit Zusatzqualifikation
Selina Matt erlernt den Beruf der Industriekauffrau. Das macht sie gleich mit Zusatzqualifikation Internationales Wirtschaftsmanagement. Bevor sie zu Hansgrohe kam, legte sie ihr Abi am nahegelegenen Selina Matt ist angehende Industriekauffrau mit Zusatzqualifikation. Foto: Mario ZgollWirtschaftsgymnasium in Hausach ab. Dass es für sie beruflich in Richtung Industriekauffrau gehen sollte, wusste sie schon frühzeitig. Ihre Affinität zu Englisch und Spanisch brachte sie schließlich dazu, die Ausbildung mit Zusatzqualifikation in Angriff zu nehmen. „Das war genau das, was ich mir vorgestellt habe“, sagt sie.

Die 20-Jährige ist mit der Wahl ihres Arbeitgebers sehr zufrieden. „Man fühlt sich als Teil des Ganzen, wird komplett mit eingebunden“, beschreibt sie das Arbeiten in der „großen Hansgrohe-Familie“. Wer Initiative zeige und merken lasse, dass da noch mehr Potenzial ist, der bekomme auch mehr Verantwortung übertragen.

Auslandsaufenthalt
Auch für die Industriekaufleute mit Zusatzqualifikation ist ein Auslandsaufenthalt vorgesehen. Für Selina wird es nach Spanien gehen, soviel steht schon fest. Dort wird sie voraussichtlich die Administration in Marketing und Vertrieb unterstützen.

Für Azubis viel getan
Eine Sache verbindet Max und Selina: Beide wollen bei Hansgrohe bleiben. „Eine gute Ausbildung bekommt man hier auf jeden Fall“, sagt Max und will daran anknüpfen. „Für Azubis wird wahnsinnig viel getan“, führt Selina aus und spielt damit nicht nur auf ausbildungsbezogene Inhalte an. Welches Unternehmen bietet schon Rücken- und Ernährungsschule oder ein Wellness-Testcenter für die Mitarbeiter?

Die Chancen auf Übernahme stehen gut. „In der Regel werden alle Azubis für mindestens ein Jahr weiterbeschäftigt“, erklärt Simone Baumann. Bewerbungen erhält sie übrigens gerne online. Mehr Infos dazu gibt es unter www.hansgrohe.de.

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