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Speiseeishersteller

Eiskalt erwischt

Zanetti in Kassel ist eines der größten Eiscafés in Deutschland. Foto: Mario ZgollErfunden haben es die Italiener, aber sein Genuss hat sich schnell über die ganze Welt verbreitet: Speiseeis. Seine handwerkliche Produktion ist eine Kunst, und damit sie nicht verloren geht, wird ab August der Speiseeishersteller zum Ausbildungsberuf.

In Deutschland gibt es rund 9000 Eisdielen, etwa 3300 von ihnen produzieren ihr Eis selbst. Dank moderner Technik ist die Herstellung einerseits einfach, auf der anderen Seite zwingt die Konkurrenz zu qualitativer Abgrenzung. Deshalb war es seit langem ein Anliegen des Verbandes der italienischen Speiseeishersteller in Deutschland, Uniteis, die Weitergabe ihrer handwerklichen Tradition in einer Ausbildungsordnung festzuschreiben.

Wissen im Winter
„In Italien gibt es schon lange Schulen, die im Winter das grundsätzliche Wissen über Herstellung und Verarbeitung, Hygiene, Service und Verkauf vertiefen, das die junge Generation in den Sommermonaten von ihren Eltern lernt“, erzählt Aurelio Cais. Er selbst hat die Speiseeisherstellung von seinem Vater gelernt, der 1963 eine Eisdiele in Arnsberg eröffnete. 1998 übernahm der Sohn den Saisonbetrieb. Seit 2002 betreibt er in Kassel mit einem Kollegen zusammen „Zanetti e Cais“, eines der größten Eiscafés in Deutschland mit über 500 Sitzplätzen. Deshalb kann er sich gut vorstellen, demnächst Ausbildungsplätze in seinem Unternehmen zur Verfügung zu stellen.

Saisonbetriebe
Allerdings sieht er noch ungelöste Probleme: „Die meisten Eisdielen sind Saisonbetriebe, ausgerechnet in der Hochzeit der Eisproduktion haben die Azubis in den Berufsschulen Sommerferien. Und was machen sie im Winter, wenn die Betriebe geschlossen sind?“

Beim Konditor mit drin
Probleme ganz anderer Art sieht Otto Kemmer. Zwar ist der Präsident des Deutschen Konditorenbundes froh über die Aufwertung der Speiseeisherstellung durch die Ausbildungsordnung, glaubt aber nicht, dass in den Konditoreien viele Ausbildungsplätze entstehen können. Die Eisherstellung macht in den Betrieben seiner Branche nur acht Prozent aus, zu wenig, um Lehrlinge ausschließlich damit zu beschäftigen. Da diese Tätigkeit aber ohnehin Bestandteil der Ausbildung zum Konditor ist, würden die meisten Kollegen wohl weiterhin nur vollwertige Ausbildungsplätze anbieten, vermutet Kemmer.

Was ist zu tun?
Die Ausbildung zum Speiseeishersteller ist viel umfangreicher, als man im ersten Moment vermutet. Qualifikationen für den Beruf liegen nicht nur im Bereich des Naheliegenden, wie bei den Hygienevorschriften, dem Herstellen und Verarbeiten von Speiseeis, dem Gestalten von Erzeugnissen oder der Zubereitung kleinerer Gerichte. Die Azubis müssen sich neben dem Organisieren und Planen von Arbeitsabläufen und Lagerungen auch mit Betriebsführung, Arbeits- und Tarifrecht, Gesundheits- und Umweltschutz auskennen. Ebenso ist technsiches Verständnis wichtig. Verschiedene Anlagen, Maschinen und Geräte gilt es zu bedienen.

Ausbaufähig
Damit die zweijährige Lehre zum Speiseeishersteller ausbaufähig ist, sieht die Ausbildungsordnung vor, dass ein Jahr angerechnet werden kann, wenn man sich entschließt, die Konditorenlehre zu machen. ¦

Diskussion

Ein Kommentar zu “Speiseeishersteller”

Eine Antwort zu “Speiseeishersteller”

  1. christine sagt:

    Hallo mein name ist Christine und ich Würde gerne die ausbildung zum Speiseeishersteller machen doch ich weiß nicht wo man die machen kann.Ich bin gelernte Köchin .Kann mir da jemand weiterhelfen.

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