Berufsbilder


Kampfmittelbeseitiger

Was für Nervenstarke

Ausgeglichenheit und technisches Geschick sind vorausgesetzt, wenn man Kampfmittelbeseitiger bei der Bundeswehr werden möchte. Gefragt sind Bewerber mit technischem Beruf, die auch in gefährlichen Situationen Nervenstärke zeigen.

Oberfeldwebel Manfred Geißendörfer kann sich noch gut an diesen Nachmittag erinnern: Er war als Kampfmittelbeseitiger der Bundeswehr im Auslandseinsatz im Kosovo, als eine Meldung der Polizei die Kameraden aufschreckte. Ein Bauer hatte zwei Handgranaten in seinem Vorgarten entdeckt. Die örtliche Polizei bat nun die KFOR um Hilfe, die gefährlichen Kampfmittel zu entfernen, bevor sie Schaden anrichten würden. Geißendörfer übernahm den Auftrag, ohne zu zögern. Als Kampfmittelbeseitigungsfeldwebel der Bundeswehr war er dank einer fundierten Ausbildung dieser Aufgabe voll gewachsen.

„Ich habe den Zünder von der Wirkladung getrennt, damit diese nicht mehr umsetzen kann“, beschreibt der 29-Jährige sein Vorgehen, als handele es sich um einen simplen Reifenwechsel. Dabei ging es, wie so oft, wenn die Kampfmittelbeseitiger gerufen werden, um Leben und Tod. Ein falscher Handgriff, eine falsche Entscheidung können zu gefährlichen Unfällen führen. Doch Geißendörfer und seine Kameraden haben alle eine lange und fundierte Ausbildung.

Bewerber mit technischem Beruf gesucht
Er vergleicht seinen Auftrag mit dem eines Grenadiers im Gefecht, der, wie er findet, viel gefährlicher lebt: „Ich habe es mit einem leblosen Gegenstand zu tun und nicht mit einem Menschen, der mich an meiner Auftragsdurchführung hindern will. Solange ich keinen Fehler mache, kann mir nichts passieren“, ist er sich sicher. Menschen wie Manfred Geißendörfer, die technisches Geschick mit einem kühlem Kopf und rascher Auffassungsgabe verbinden, sucht die Bundeswehr. Wer einen technischen Beruf gelernt hat, kann sich beim Zentrum für Kampfmittelbeseitigung der Bundeswehr in Stetten am kalten Markt für die Ausbildung zum Feuerwerker bewerben. Wenn er sich für zwölf Jahre als Zeitsoldat verpflichtet, wird er dann zu einem technischen Spezialisten, der überall auf der Welt gefragt ist.

Viele Stunden in der Mustersammlung
Doch vorher wird sich der angehende Feldwebel der Kampfmittelbeseitigung viele Stunden in der Ausbildung befinden und einige Zeit in der Munitionsmustersammlung verbringen. Hier lagern Unterrichtsmodelle von Minen, Bomben und Granaten aus vielen Ländern. Viele Stunden und Tage hat sich Manfred Geißendörfer mit Zündern und Sprengladungen beschäftigt, bis er das Gefühl hatte, sicher im Umgang mit Kampfmitteln zu sein.

Hohe Verantwortung schon in jungen Jahren
Doch nicht nur Fachwissen und Nervenstärke braucht ein Kampfmittelbeseitiger. Auch Durchsetzungskraft ist nötig. Wenn er gerufen wird, einen Blindgänger zu beseitigen, ist er  der fachliche Vorgesetzte aller Soldaten im Gefahrenbereich. Auch hohen Offizieren gegenüber ist er als Kampfmittelbeseitiger weisungsbefugt, da es um die Sicherheit im speziellen Aufgabenbereich geht. „Schon in jungen Jahren trägt man hier hohe Verantwortung“, beschreibt der Oberfeldwebel eine Besonderheit des Kampfmittelbeseitigers.

Mit Schutzanzug und Roboter
Und oft trägt man auch eine weitere schwere Last: 40 Kilogramm wiegt der Schutzanzug, den ein Kampfmittelbeseitiger nur mit Hilfe eines Kameraden anziehen kann. Mehrere Stunden kann man darin laufen oder krabbeln. Im Inneren gibt es sogar eine Kühlung. Lieber schickt man aber zunächst einmal den Roboter „tEOdor“ vor, mit dessen Hilfe man über eine Kamera und eine Fernbedienung aus sicherer Entfernung einen verdächtigen Gegenstand untersuchen kann.

Gefragter Spezialist
Manfred Geißendörfer ist aufgrund seiner langjährigen Ausbildung als hochqualifizierter Spezialist gefragt. „Ich bin aber ein Soldat wie alle anderen auch und will nicht als irgendwas Besonderes angesehen werden“, stapelt er tief. Nur wenn er im Schutzanzug wie ein Bär mit festem Schritt auf eine behelfsmäßige Sprengvorrichtung zugeht, um die jeder andere einen Bogen machen würde, weiß er genau, dass er der Aufgabe gewachsen ist. ¦

Weitere Infos: www.bundeswehr-karriere.de

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