Auslandserfahrung


Veranstaltungskaufmann

Ein Job mit Zukunft

Wer Computer liebt, gern reist und gute Ideen hat, ist als Azubi bei der PlanetLAN GmbH genau richtig. Wer hier seine Ausbildung als Veranstaltungskaufmann macht, kommt weit herum. Das Planen der weltweiten Events findet zwar vornehmlich im Büro statt, aber dennoch hat der Job mit dem der „normalen“ Kaufleute eher wenig zu tun.

Das Leben ist eine große (LAN)Party – könnte man meinen, doch auch wenn die Azubis von PlanetLAN ganz nah dran sind, an den Veranstaltungen, den Messen und anderen Events der Computer- & Unterhaltungsindustrie, steht die Arbeit doch im Vordergrund. Es gilt zu organisieren, improvisieren und zu entscheiden, was gerade das Wichtigste ist – und das häufig unter Zeitdruck, wie Michael Wegner, Prokurist und Verantwortlicher für die Auswahl geeigneter Bewerber bei PlanetLAN, erklärt. Somit ist die Arbeit zwar immer wieder neu, kann aber auch sehr anstrengend werden. Wer sich also einen ruhigen Job im Büro verspricht, der um 8 Uhr beginnt und um 17 Uhr endet, ist hier fehl am Platz.

Flexibilität und Engagement sind gefragt
„Stressresistent sollten Leute in unserer Branche schon sein“, betont Marco Götze, verantwortlich für die Ausbildung der Veranstaltungskaufleute bei der PlanetLAN GmbH. Das ist wichtig, denn der Stressfaktor kann enorm werden: „Es kommt vor, dass wir auch mal am Wochenende eine Veranstaltung haben. Dann heißt es wohlmöglich mit vier Stunden Schlaf auszukommen und trotzdem den Überblick zu bewahren“, ergänzt er. Aus diesem Grund ist es auch besonders wichtig, dass die Azubis auf jeden Fall volljährig sind „und ein Führerschein wäre gut“.

Ganz so schlimm ist es aber dann doch nicht mit der Arbeit am Wochenende, wie der Azubi Lars Kempa versichert: „Ich muss ja nicht jedes Wochenende arbeiten. Die Mehrzahl der Wochenenden im Jahr sind also frei.“ In den Sommermonaten, wenn die Zahl der Veranstaltungen zurückgeht, kann Lars seine Überstunden dann abbauen und in der Sonne liegen, während andere Kaufleute in ihren Büros ausharren müssen.

Englisch ist die Branchensprache
Der heute 26-jährige Lars hat sich bereits vor der Ausbildung auf LAN-Partys getummelt. Dass er durch die E-Sports-Veranstaltungen das Unternehmen bereits kannte, war sicherlich ein Vorteil für ihn. Es half ihm, mit der Bewerbung den nur wenige Jahre älteren Wegner zu überzeugen. Computerkenntnisse hatte Lars auch durch ein begonnenes Studium der angewandten Informatik gesammelt, doch das sei keine Voraussetzung für Bewerber, wie Wegner betont: „Wir versuchen, jedem eine Chance zu geben. Ein Studium oder das Abitur sind daher nicht unbedingt erforderlich, wenn die Berufseinsteiger eine ordentliche Bewerbungsmappe abgeben.“ Gefragt sind kreative Köpfe, wobei Leidenschaft für den Job wichtiger ist, als ein Einser-Zeugnis. „Dabei kommt es natürlich immer gut an, wenn sich jemand schon mit Themen der neuen Medien beschäftigt hat, auch über das Hobby“, verrät Wegner.

Doch ganz ohne einen Blick auf die Note kommt auch Wegner bei der Wahl seiner Schützlinge nicht aus. Besonders großen Wert legt er auf gute Deutsch- und Englischkenntnisse. „Auf Messen haben wir es mit internationalem Publikum zu tun. Wenn unsere Leute da kein Englisch sprechen, sieht das nicht gut aus“, sagt er. „Außerdem ist gerade Englisch die Sprache der neuen Medien und besonders in der Games-Branche sehr wichtig.“ Es ist daher zwingend erforderlich, die Sprache nicht nur sprechen, sondern auch schreiben zu können.

Es wird nie langweilig
Auf der Messe arbeiten die Veranstaltungskaufleute als Regisseur im Hintergrund und sind das Bindeglied zwischen Kunden und Mitarbeitern. Das bedeutet, dass neben Organisationstalent, Engagement und Flexibilität vor allem Improvisationstalent immer wieder gefragt ist: „Es kommt bei großen Messen vor, dass mal etwas falsch oder zu spät angeliefert wird. Dann heißt es, das Problem  schnell zu lösen und Alternativen zu finden“, erklärt Wegner.

Wer noch nicht volljährig ist, sich aber für eine Ausbildung zum Veranstaltungskaufmann/-kauffrau interessiert, kann bei PlanetLAN über ein Praktikum in den Beruf hineinschnuppern.

Damit so etwas nach Möglichkeit nicht passiert, werden die Veranstaltungen im Büro gründlich vorbereitet und geplant. Genau wie in anderen kaufmännischen Berufen muss auch Lars E-Mails lesen, Rechnungen prüfen und Bestellungen rausschicken. Und dennoch ist hier Vieles anders: „Das Spektrum an Leuten, mit denen ich zusammenarbeite ist bei uns viel größer. Jede Veranstaltung ist anders. Es gibt zwar auch Routine, aber wir können keine alten Sachen auspacken, sondern müssen uns immer etwas Neues einfallen lassen“, erklärt er und das erfordert die Zusammenarbeit mit immer neuen Kontakten. „Es wird also nie langweilig“, wie Lars festgestellt hat, „weil man selten weiß, was kommt. Und wenn doch, dann nimmt man eben Urlaub“, sagt er. Das ist schließlich zu Spitzenzeiten nicht möglich.

Heiß begehrter Job
Trotz der hohen Anforderungen an die Azubis ist der Job des Veranstaltungskaufmanns heiß begehrt und Wegner hat längst aufgehört, die zahlreichen Bewerbungen zu zählen. Auch wenn man meinen könnte, bei einem Unternehmen, das sich mit neuen Medien befasst, seien Bewerbungen per E-Mail gefragt, bevorzugt Wegner die altmodische Art. „Bei schriftlichen Bewerbungen erfährt man viel mehr von den Leuten“, weiß er, auch wenn das Zurücksenden der Bewerbungsunterlagen aufwendig ist. „Im letzten Jahr waren es um die 300“, sagt Wegner. Und auch wenn es in diesem Jahr nicht weniger geworden und die Stellen als Mediengestalter und Veranstaltungskaufmann bereits besetzt sind, würde er sogar noch einen weiteren Veranstaltungskaufmann einstellen, wenn sich denn noch ein geeigneter Bewerber finden würde. Aus Erfahrung weiß er aber, dass das meistens so kurz vor Beginn der Ausbildung selten der Fall ist. Allen Interessierten rät er, sich frühzeitig um einen ausgewählten Job zu bewerben zum Beispiel jetzt schon für das Jahr 2009.

Nur wenige kennen sich mit E-Sport aus
Für Lars Kempa sind die drei Jahre seiner Ausbildung nun um. Eigentlich hätte er die Lehrzeit sogar verkürzen können, „aber dann wäre die Prüfung in die große Eventphase gefallen“, erklärt er, daher habe er seine drei Jahre Ausbildungszeit voll genutzt. Und wie geht es weiter? Arbeitslos ist Lars nach der Ausbildung nicht. Im Gegenteil: Er freut sich, direkt von PlanetLAN übernommen zu werden. „Wir wären kurzsichtig, wenn wir unsere Azubis ziehen lassen würden“, weiß Wegner, „damit geht dem Unternehmen schließlich viel Know-How an andere Unternehmen verloren.“

Denn selbst wenn Lars nicht übernommen worden wäre, hätte er nach der Ausbildung gute Aussichten auf dem Arbeitsmarkt. „Es gibt nicht viele Betriebe, in denen die Leute sich mit Games und E-Sports-Veranstaltungen auskennen“, weiß Wegner. „Daher würden unsere Azubis auch schnell woanders einen neuen Job bekommen. Es ist eben eine wachsende Branche.“ ¦

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