Berufsbilder


Fachkraft für Schutz und Sicherheit

Ein Beruf – zwei Ausbildungswege

Sie sind da, wo es brenzlig wird oder genau genommen, damit es das nicht wird: Die Aufgabe der Fachkräfte für Schutz und Sicherheit ist nämlich in erster Linie die „präventive Gefahrenabwehr“, wie es so schön heißt. Wer jetzt aber glaubt, es werden nur hünenhafte, finster dreinschauende Kerle gebraucht, liegt völlig falsch.

Sie finden ihre Einsatzorte bei privaten Institutionen und bei Behörden, um die Sicherheit zu gewährleisten, sorgen auf Veranstaltungen dafür, dass alles friedlich abläuft und bewachen im Rahmen des so genannten „Objektschutzes“ Gebäude. Bislang waren Jobs in der Sicherheitsbranche besonders bei Quereinsteigern beliebt, weil eine Qualifikation relativ schnell möglich ist. Nicht allein um das Image vom „bösen Buben“ zu beseitigen, sondern auch weil die Ansprüche an die Sicherheitskräfte zugenommen haben, wurde die Fachkraft für Schutz und Sicherheit 2002 zu einem anerkannten Ausbildungsberuf, bei dem es nun wieder eine Neuerung gibt.

Quereinstieg durch Erfahrung
Der 28-jährige Marco Schippling hatte schon einige Berufe ausprobiert, bevor er sich für vier Jahre bei der Bundeswehr verpflichtete und sich dann entschied, Fachkraft für Schutz und Sicherheit zu werden. Die Zeit als Soldat wurde ihm später als praktische Ausbildung angerechnet. „Wer mindestens vier Jahre bei der Bundeswehr war“, erklärt Dr. Joseph Mensing, Geschäftsführender Gesellschafter vom Bildungszentrum für Sicherheit und Dienstleistungen (BFS GmbH), „hat den praktischen Teil bereits absolviert und holt bei uns sozusagen nur seine Berufsschulzeit nach.“ Marco kam das sehr entgegen: „Wer sich für vier Jahre verpflichtet, bekommt nach der Bundeswehr noch 7 Monate Übergangszahlungen“, erklärt er. „Das ist sehr praktisch, weil die schulische Ausbildung ungefähr genauso lange dauert.“ Der ehemalige Soldat drückte also wieder die Schulbank, legte seine Prüfung ab und arbeitet seither beim Osnabrücker Unternehmen „D.I.E. Sicherheit“ vorwiegend im Objektschutz und als Sicherheitskraft auf Veranstaltungen. „Kein Job für Partygänger“, wie er sagt, denn Lagerhallen und Werksgelände müssen natürlich vorwiegend nachts und an Wochenenden bewacht werden.

Fachkraft oder Servicekraft
Doch nicht jeder hat eine entsprechende Vorbildung und daher die Möglichkeit, sich in einem halben Jahr zu qualifizieren. Dann dauert die Ausbildung entsprechend länger. Seit dem 01. August 2008 wird zwischen Servicekräften und Fachkräften für Schutz und Sicherheit unterschieden. „Bei den Servicekräften liegt der Schwerpunkt mehr im Bereich der Praxis“, erklärt Mensing den Unterschied. Das bedeutet, nur ein Viertel der zweijährigen Ausbildung besteht aus Theorie, der Rest ist Praxis. Dann erfolgt die Prüfung vor der Industrie- und Handelskammer. „Wer die gut schafft, kann ein weiteres Jahr anhängen. Dann kommen betriebswirtschaftliche und soziale Kenntnisse hinzu.“ Durch eine weitere Prüfung werden die Azubis zur Fachkraft. „Das bedeutet, Fachkräfte für Schutz und Sicherheit können auch im Büro arbeiten und zum Beispiel Angebote für Kunden erstellen“, erläutert er.

Zwei Wege – ein Ziel
Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten, um eine Servicekraft oder Fachkraft für Schutz und Sicherheit zu werden: zum einen über den schulischen und zum anderen über den betrieblichen Weg. Hendrik Rychter war zwar auch bei der Bundeswehr, allerdings nur für 23 Monate und musste daher von vorne anfangen. Er hat eine Ausbildung im Betrieb gewählt und ist im dritten Lehrjahr beim Westfälischen Wachschutz in Recklinghausen. „Das ist meine zweite Ausbildung“, erzählt er, denn ursprünglich hatte der heute 26-jährige KFZ-Mechaniker gelernt. Weil ihm die Aufgaben bei der Bundeswehr gefielen, entschied er sich für die Sicherheitsbranche. „Die Arbeit ist recht ähnlich, nur hier macht alles viel mehr Spaß“, sagt er. Seine Aufgabengebiete sind unterschiedlich: „Zur EM war ich zum Beispiel beim Public Viewing auf dem Rathausplatz im Einsatz.“ Außerdem wird Hendrik als Objektschützer und sogar beim Geldtransportschutz eingesetzt. „Zum Schutz des Geldes und zu unserer eigenen Sicherheit tragen wir dann auch eine Schusswaffe“, erklärt er. Das sei aber erst nach einer speziellen Prüfung erlaubt.

Weil im Gegensatz zur Ausbildung im Betrieb die Schule bezahlt werden muss, ist das schulische Angebot vornehmlich für ehemalige Soldaten, Arbeitslose und Umschüler – also für all jene, die eine Förderung erwarten dürfen – interessant. Im BFS werden die Schüler dann zum Beispiel in den theoretischen Dingen unterrichtet und zu gegebener Zeit in eine Praktikumsstelle vermittelt. Das ist eine Chance, nicht nur die Praxis kennenzulernen, sondern auch, sich seinen späteren Job zu sichern. „Wir haben eine Absprache mit den Unternehmen, dass die ihre Praktikanten in der Regel nach dem Abschluss einstellen“, erklärt Mensing.

Eine Chance für jeden?
Das Bildungszentrum für Sicherheit und Dienstleistungen in Essen ist eine zertifizierte Sicherheitsfachschule, bei der laut Mensing jeder eine Chance bekommt – unabhängig vom Schulabschluss. „Eine wichtige Voraussetzung ist allerdings ein einwandfreies polizeiliches Führungszeugnis“, sagt Mensing. „Wer Vorstrafen hat, kann in diesem Gewerbe nicht tätig werden!

Frank Hürkamp, Ausbilder beim Westfälischen Wachschutz in Recklinghausen zählt noch ein paar Voraussetzungen mehr auf, die „seine“ Auszubildenden mitbringen sollten: „Es darf keine negativen Schufaeinträge geben“, sagt er. Klar, wer bei Geldtransporten dabei ist, sollte keine Finanzprobleme haben. „Außerdem sollten die Bewerber mindestens 18 Jahre alt sein und einen Führerschein haben“, so Hürkamp weiter. Auch der Abschluss der mittleren Reife ist ihm wichtig. „Die Anforderungen in der Schule sind nicht zu unterschätzen“, weiß er. Und wie sieht es mit Frauen aus? „Die sind natürlich ebenso willkommen. Gerade bei Einlasskontrollen sind die Damen wichtig, um auch weibliche Gäste durchsuchen zu dürfen.“ Gegen alle Erwartungen sind ihm aber Mädchen lieber, die auch noch so aussehen. „Leider sind viele weibliche Bewerber sehr burschikos und geben sich besonders taff. Das ist weder notwenig noch erwünscht.“

Nicht nur harte Kerle
Beim Westfälischen Wachschutz hält man wenig von Typen mit „Rambo-Manieren“. Auch Hendrik ärgert sich ein wenig über das schlechte Ansehen seiner Zunft, denn auf keinen Fall seien allesamt brutale Schläger, im Gegenteil: „Nach Möglichkeit gilt es Gewalt zu vermeiden und dabei kein Aufsehen zu erregen“, erklärt er und Hürkamp ergänzt: „Deeskalation durch sicheres Auftreten lautet unser Motto. Security bedeutet nicht 44er Oberarme und viele Tattoos. Köpfchen ist viel wichtiger.“ ¦

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Diskussion

6 Kommentare zu “Fachkraft für Schutz und Sicherheit”

6 Antworten zu “Fachkraft für Schutz und Sicherheit”

  1. sabi sagt:

    hey,
    ich hätte da eine Frage, wie sieht es mit Sehschwäche aus??

  2. Benjamin sagt:

    Bei dieser Ausbildung musst du nicht wirklich ein Gesundheitstest durchlaufen. Jetzt ist aber natürlich die Frage wie ‚Sehschwach‘ du bist?? Bin selber auch Brilleträger, auf Events/Discos/Personenschutz trage ich immer Kontaklensen (wenn es hart auf hart komt, brauch ich mich keine Sorgen zu machen um meine Brille die jemend eventuel mir abnehme könnte) ansonst trage ich einfach Brille.

  3. Kai sagt:

    guten tag,

    auch eine Frage von meiner seite.

    Muss ein Sporttest durchlaufen werde?? Bin nicht der schlankste :D aber das kann man ja ändern. Und wie groß muss ich sein ??

    danke im vorraus,

    Kai

  4. Auf http://www.team-echo.de ist auch extra ein Forum für Fachkräfte für Schutz und Sicherheit, sowie für die die vorhaben die Ausbildung oder Weiterbildung zu nutzen! Auch für die Fragen größe und Sporttest gibt es dort sicher antworten! ;)

    Lg

  5. Margarita sagt:

    huhu ich habe auch eine frage und zwar..
    Ich bin 16 werde am 6.12 17 und wenn ich meine schule zuende habe,habe ich noch ein halbes jahr da werde ich erst 18 jahre alt.Ist es sehr schlimm??
    ich bin auch 1,65 Groß und wiege 60kilo
    ich nehme gerne an selbstverteidigung teil in meiner freizeit “Bagua“!
    Ich spreche 3 sprachen 1) einbischen Englisch 2)Russisch 3)Deutsch.
    Was muss ich machen damit ich viel mehr chancen habe z.b.Training i-wie..
    nicht so doll geschminkt..
    halt die üblichen sachen.
    würde mich freunen wenn Sie mir bitte zurück schreiben
    mg Margarita

  6. Jasmin sagt:

    Heey (:
    Ich hab bald eine ausbildung wahrscheinlich als Fachkraft für Schutz und SIcherheit.
    Nur ist muss noch eine Prüfung machen um die Sicherheitsgesetze zu kennen.
    Aber ich weiß nicht mehr wie diese Prüfung heißt.
    Könnt ihr mir vielleicht das noch al sagen? ^^

    LG (:

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