Auslandserfahrung


Ausbildung in Frankreich

Handwerklicher Berufseinstieg bei den Compagnons

 

Ob Wissensdrang, Abenteuerlust, Karriere oder die gespannte Arbeitsmarktlage – die Gründe, die für einen Auslandsaufenthalt sprechen, sind vielfältig. Wer sich als junger Mensch für eine handwerkliche Berufsausbildung bei der französischen Wandergesellenvereinigung Compagnons du Devoir entscheidet, hat neben der Aneignung von exzellenten beruflichen Qualifikationen die Möglichkeit, ein fremdes Land sowie dessen Sprache, Kultur und Einwohner kennen zu lernen und einmalige Erfahrungen zu sammeln. Und die Gelegenheit des „savoir vivre“ – der Kunst, das Leben zu genießen – gibt es in unserem Nachbarland sogar gratis dazu.

Deutsche Berufseinsteiger zwischen 16 und 19 Jahren haben die Option, mit der französischen Organisation Compagnons du Devoir in rund 20 handwerklichen Berufen eine komplette Erstausbildung in Frankreich zu absolvieren. Die Gesellenvereinigung steht jungen Azubis auf der ganzen Welt offen und setzt ihre Lehrlinge in 43 verschiedenen Ländern ein. Dabei sind die Unterbringung, Verpflegung und Vergütung der jungen Handwerker ein fester Bestandteil des Programms.Die Ausbildung ist in Deutschland anerkannt und beginnt mit einem vorab stattfindenden Intensivsprachkurs, da gute Französischkenntnisse eine wichtige Voraussetzung sind. Je nach Richtung dauert die Lehre zwei oder drei Jahre. Bedingung ist ein Ausbildungsverhältnis zwischen dem Lehrling, einem Ausbildungszentrum und einem Handwerksbetrieb. Die so genannte Association ouvriere de Compagnons du Devoir übernimmt die überbetriebliche Ausbildung, die die Lehrlinge für elf Wochen im Jahr besuchen und deren Lerninhalte von erfahrenen Compagnon vermittelt werden. Die Ausbildung bei der Organisation weist hohe Erfolge auf und entspricht zum größten Teil der dualen Ausbildung in Deutschland. 98 Prozent der Absolventen arbeiten langfristig in ihrem erlernten Beruf.

Großes Ausbildungsspektrum
Das Angebot der Lehrberufe bei den Compagnons du Devoir ist groß und umfasst Beschäftigungen im Bauwesen, Metallgewerbe, dem Transportgebiet, dem Lederbereich sowie der Dekoration und dem Lebensmittelgewerbe. Ausgebildet werden beispielsweise Zimmerer, Tischler und Dachdecker aber auch Stuckateure, Sanitärinstallateure, Heizungsbauer, Maurer und Steinmetze. Ebenso können die Berufe Anlagenbauer, Hufschmied, Schlosser, Karosseriebauer, Mechaniker, Raumausstatter, Schuhmacher, Bäcker, Konditor, oder Autosattler bei der Wandergesellenvereinigung erlernt werden.

Unterkunft
Die Unterbringung der Lehrlinge erfolgt entweder direkt in den Häusern der Compagnons oder in ausgewählten Gastfamilien. Die Vereinigung dient dabei als eine große Stütze, da sowohl die Organisation des Sprachkurses, als auch die Vermittlung eines geeigneten Ausbildungsbetriebes und einer passenden Unterkunft von der Gesellenvereinigung abgewickelt wird. Auch Hilfestellungen bei Alltagsfragen, Behördengängen oder Formalitäten sind Teil des Programms.

Weiterbildung
Nach Abschluss der Lehrzeit haben die Gesellinnen und Gesellen die Möglichkeit, am so genannten „Tour de France“-Programm teilzunehmen. Hierbei werden die Wandergesellen vertraglich befristet für jeweils sechs bis zwölf Monate in Städten wie Bordeaux, Paris, Köln, Florenz oder Brüssel in ansässigen Handwerksbetrieben eingesetzt und in Herbergen untergebracht. Dort können die Teilnehmer ihr Handwerk ausführen, Weiterbildung betreiben, wichtige Kontakte knüpfen und Erfahrungen sammeln. Hierzu geben ehrenamtliche Compagnons in Abend- und Samstagskursen ihr qualifiziertes Wissen an die Teilnehmer weiter.

Und sonst? Arbeitsaufnahme und Einreise
Generell darf jeder Bürger eines EU-Staates mit einem gültigen Personalausweis oder Reisepass nach Frankreich einreisen und hat Zutritt zum französischen Arbeitsmarkt. Wer in Frankreich länger als drei Monate arbeiten möchte, muss bei der örtlichen Polizeibehörde (Commissariat de Police) eine Aufenthaltserlaubnis beantragen. Diese so genannte Carte de Séjour ist für EU-Bürger grundsätzlich nicht mehr gesetzlich verpflichtend, kann aber in bestimmten Situationen durchaus hilfreich sein, beispielsweise bei der Eröffnung eines Kontos, dem Anmieten einer Wohnung oder beim Abschluss einer Versicherung.

Wichtige Informationsquellen
Allgemeine Informationen zur Berufsausbildung in Frankreich bieten die Internetseite www.frankreich-forum.de und der Bildungsserver des Ministeriums für das staatliche Bildungswesen www.education.gouv.fr. Wer sich genauere Informationen zu bestimmten Berufen einholen möchte, findet auf der Seite www.onisep.fr ein breit gefächertes Spektrum nützlicher Auskünfte. Bei grundsätzlichen Fragen oder ersten Informationen zum Thema „Arbeiten im Ausland“ ist die Auslandshotline der Zentralen Auslands- und Fachvermittlung (ZAV) eine gute Anlaufstelle. Per Telefon ist das Hotline-Team unter (0228) 713 – 1313 und per E-Mail unter ZAV-Bonn@arbeitsagentur.de erreichbar. Adressen der Ländervertretungen in Deutschland sowie der deutschen Vertretung im Ausland liefert das Auswärtige Amt auf der Seite www.auswaertiges-amt.de. ¦

Teilen, drucken, mailen:

Diskussion

Keine Kommentare zu “Ausbildung in Frankreich”

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

WP2Social Auto Publish Powered By : XYZScripts.com

Diese Website verwendet Cookies. Mit der Nutzung erklärst Du Dich damit einverstanden. Datenschutzerklärung

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen