Branche


Neue Jobs mit Energie

Sonne, Wind und Energie

Die Nutzung der erneuerbaren Energien entwickelt sich zum Jobmotor. Seit 2004 wächst die Beschäftigungszahl jährlich um 30 Prozent und bis 2020 sollen bis zu 500000 Menschen in dieser Branche tätig sein, prognostizieren Experten.

Die erneuerbaren Energien sind im Kommen. Damit wächst auch Bedarf an qualifiziertem Personal. Handwerksbetriebe, Anlagenbauer, Energieversorger, sogar Träger gemeinnütziger Gebäude suchen Fachkräfte, die sich mit der Nutzung von Sonne, Wind, Wasser und Erdwärme auskennen.

Als ein Jobmotor, der nicht nur brummt, sondern mit hoher Geschwindigkeit wächst, gilt die Solarbranche. „Seit 2005 hat die deutsche Photovoltaikbranche, also die Solarstrombranche, ihre Produktionsleistung verdreifacht“, so Richard Harnisch, Pressereferent beim Bundesverband der Solarwirtschaft. Über 45000 Menschen sind in der Solarbranche beschäftigt. Der Anteil der Auszubildenden bei den Herstellern liegt bei knapp sechs Prozent. Wichtige Ausbildungsberufe sind Elektroniker, Mechatroniker, Groß- und Einzelhandelskaufleute ebenso wie Schlosser, Industriemechaniker und Schweißer. „Da viele Betriebsabläufe und Fertigungsprozesse der Photovoltaik eng mit denen der Halbleiter- und Elektrobranche verbunden sind, kann man später als Fachkraft der Halbleiterindustrie umsteigen“, erklärt der Pressereferent.

Die enorme Nachfrage nach Fachkräften hängt aber nicht nur damit zusammen, dass neue Firmen gegründet werden, sondern dass sich auch völlig neue Tätigkeits- und Geschäftsfelder für verschiedene Branchen eröffnen. Das Handwerk hat daran einen erheblichen Anteil. Das gilt besonders für das Elektro-, Sanitär- und Klimahandwerk. „Gerade die neuen Aufgaben, die durch die Nutzung erneuerbarer Energien entstehen, sind eine spannende Herausforderung für Auszubildende“, betont Frank Eibisch vom Zentralverband „Sanitär Heizung Klima“.

Die Ausbildung zum Anlagemechaniker oder Installateur hat sich stark gewandelt. Natürlich spielt das technische Know-how weiterhin eine wichtige Rolle, aber auch die Aufgaben eines Energieberaters sind hier gefragt. Wenn jemand ein Haus baut oder umbaut, geht es nicht mehr ausschließlich um die Frage „Gas- oder Ölheizung?“. Der Installateur muss beraten können, ob sich beispielsweise die Installation einer Wärmepumpe lohnt oder ein Pellet-Heizsystem. So hat sich der Verband auch dafür eingesetzt, dass ab 2008 das Unterrichtsfach „Gebäudetechnik“ bundesweit eingeführt wird und somit erste Grundlagen für die Beratungstätigkeit geschaffen werden. In vielen Fällen sind Zusatzausbildungen unerlässlich.

Nach Abschluss der Lehre als Anlagenmechaniker für Sanitär-Heizung-Klima, Dachdecker oder Metallbauer kann der Azubi eine Zusatzausbildung als „Solarteur“ draufsatteln. „Solarteur“ ist ein Spezialist für Solaranlagen, der weiß, wie man einerseits aus Sonnenenergie Strom erzeugt und andererseits damit das Wasser im Haus erwärmt. Seine praktischen Erfahrungen kann sich der Azubi anrechnen lassen, wenn sein Ausbildungsbetrieb in der Solartechnik aktiv ist. Allerdings ist die Ausbildung bundesweit nicht einheitlich geregelt, wird auch nicht von allen Handwerkskammern angeboten und muss aus der eigenen Tasche bezahlt werden, falls der Betrieb die Kosten nicht übernimmt.

Wer ganz hoch hinaus will, kann sich zum Servicetechniker einer Windkraftanlage ausbilden lassen. Wenn an der Spitze einer Windenergieanlage eine Wartung fällig ist, muss man 40 Meter hoch klettern. Schwindelfrei und keine Höhenangst sind demnach zwei wichtige Voraussetzungen für diese Weiterbildung nach der abgeschlossenen Ausbildung, die vom Elektroniker über Elektroinstallateur, Kommunikationselektroniker bis hin zum Mechatroniker reichen kann.

Jobs für kleine Abenteurer und Menschen mit Pioniergeist, gibt es in allen Bereichen dieser Branche. Meist auch mit Einstellungsgarantie. Ein langer Atem und Ausdauer gehören auch dazu, denn die gestiegenen Anforderungen von der Kundenberatung über fachgerechte Installation bis zur elektronischen Steuerung und Wartung von Anlagen müssen bislang über Fortbildungen und Zusatzqualifikationen aufgefangen werden, heißt es in dem Branchenüberblick, den der Wissenschaftsladen Bonn 2007 erstellt hat.

Den Einstieg in die Branche, die laut Expertenberichten nicht von der jeweiligen Konjunkturlage abhängig ist, geben im Handwerk und kaufmännischen Bereich die klassischen Ausbildungsberufe. Der Zentrale Handwerksverband empfiehlt zudem: „Interessierte Schulabgänger können bei Handwerkskammern, Kreishandwerkerschaften oder Innungen gezielt nach Betrieben fragen, die hier Schwerpunkte setzen. ¦

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