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Ausbildung bei Hewlett-Packard

Dynamik in allen Bereichen

Wer die Marke HP nur mit Druckern in Verbindung bringt, unterschätzt die Größe des Weltkonzerns. 172000 Mitarbeiter in mehr als 170 Ländern könnte man alleine damit nicht beschäftigen. Genau genommen machen die Drucker nur 30 Prozent des Geschäfts aus. Das Spektrum der Produkte reicht wesentlich weiter, von Laptops und Monitoren über Server bis hin zu Softwarelösungen. Und natürlich ist HP auch ein Dienstleistungsunternehmen, bietet Support für Kunden rund um den Globus. Trotz seiner Größe und einer fast 70-jährigen Geschichte ist der IT-Riese immer im Wandel begriffen, nah am Markt und pflegt eine hohe Produkt- und Strukturdynamik.

So innovativ wie die HP-Produkte ist auch die Unternehmenskultur. Der Fokus liegt auf Kundenzufriedenheit, Teamwork, Geschwindigkeit, Flexibilität und gesellschaftlicher Verantwortung. Bereits 1967 schaffte HP die Stechuhren für seine Mitarbeiter ab, damals revolutionär. Wer seine Ausbildung oder ein Duales Studium bei HP absolviert, wird individuell nach seiner Persönlichkeit und seinen Interessen gefördert. „Wir bieten sehr viele Möglichkeiten in der persönlichen Entfaltung“, sagt Bernd Brennenstuhl, seit drei Jahren Ausbildungsleiter, davor Fertigungsleiter. Er selbst sei ein gutes Beispiel dafür, wie flexibel man sich innerhalb des Unternehmens entwickeln könne.

Richtung nicht vorgegeben
Acht Ausbildungsstandorte hat HP in Deutschland. Böblingen, der älteste und größte, feiert im nächsten Jahr 50-jähriges Bestehen. Allein hier bildet das Unternehmen 180 BA-Studenten und 63 Azubis von insgesamt 355 aus. Die zu erlangenden Abschlüsse klingen sehr spezifisch: Fachinformatiker/-in für Systemintegration, Bachelor in International Business Information Management, Bachelor in Angewandter Informatik oder Wirtschaftsinformatik, Vertiefungsrichtung IT Service Management. Allerdings sind sie nur der Grundstein für eine berufliche Entwicklung, die von jedem Absolventen individuell beinflusst werden kann, wahrscheinlich niemals endet und zuweilen enorme Veränderungen mit sich bringt. „Wir geben die Richtung nicht vor“, sagt Brennenstuhl. Die Zukunftsvision von Ausbildung bei HP liege in der weiteren Individualisierung der Komponenten.

Nach Fähigkeiten orientieren
„Wir unterliegen einer sehr hohen Dynamik, die Entwicklung immer notwendig macht. Programmiersprachen, die man heute lernt, gibt es in fünf Jahren vielleicht schon nicht mehr“, erklärt Bernd Brennenstuhl. Jedem Mitarbeiter werde deshalb die Chance gegeben, sich ein Leben lang weiterzubilden, zu entfalten und nach seinen Fähigkeiten zu orientieren. „Wenn jemand sagt, er möchte im Praxiseinsatz mal ins Marketing, werden wir versuchen, das zu realisieren“, sagt Brennenstuhl. Das sei typisch für den offenen Stil des Unternehmens.

Drei Säulen
Die Ausbildung bei HP basiert auf drei Säulen, Fachwissen ist eine davon. Es wird im Berufsschulunterricht beziehungsweise durch Vorlesungen an der BA, im Rahmen von Betriebseinsätzen in verschiedenen Bereichen, in Gruppenarbeiten und auch in internen Seminaren und Workshops vermittelt. Auf letztere könnte man gar nicht verzichten, wie Bernd Brennenstuhl erklärt: „Wenn man zu den weltweit führenden Unternehmen der Branche gehört, reicht es nicht, wenn Mitarbeiter nur wissen, was schon seit Jahren in der Berufsschule unterrichtet wird.“ Methodenwissen ist die zweite Säule. Durch eigenständig durchgeführte Projekte, Betriebseinsätze und Seminare soll es gefördert werden. „Neben Fachkompetenz ist die Methodenkompetenz ein wichtiger Faktor“, sagt Brennenstuhl. Beides werde auf dem Arbeitsmarkt der Zukunft gefordert.

Theaterpädagogen
Die dritte Säule ist Persönlichkeit und auch hier geht HP innovative Wege. Seit ein paar Jahren arbeitet man mit Sozial- und sogar Theaterpädagogen zusammen. Die Studenten und Azubis lernen dabei viel über Teambildung und Kommunikation, Konfliktbewältigung und Selbstwahrnehmung. Ganz wichtig auch: Das Sammeln von Auslandserfahrung. „Wir möchten jedem BA-Studenten und auch jedem Auszubildenden einen Auslandseinsatz ermöglichen“, sagt Brennenstuhl. Dieser werde im Übrigen voll von HP finanziert. Gerade die USA seien momentan beliebtes Ziel, schon allein wegen des Dollar-Kurses und den damit verbundenen Einkaufsmöglichkeiten.

Fachinformatikerin für Systemintegration
Nadine Breuer hat ihre Berufsausbildung zur Fachinformatikerin für Systemintegration gerade erfolgreich abgeschlossen. Die 19-Jährige ist als SAP-Basis Junior in einem Team, das für den Kundensupport zuständig ist. Sie schwärmt von den Erlebnissen während ihrer Ausbildung. Gleich im ersten Jahr sei sie dabei gewesen, als HP das Mercedes-Benz Museum in Stuttgart mit Monitorinstallationen ausgerüstet hat. „Das war schon beeindruckend“, sagt sie mit glänzenden Augen. Im Ausland war sie ebenfalls – drei Monate im kalifornischen Palo Alto, dem Hauptsitz von HP.

Was heißt nur Realschule?
Als 15-Jährige habe sie sich Gedanken machen müssen, wie es nach der Schule weitergehen soll. „Ich wollte was in Richtung Fachinformatik machen“, sagt Nadine. Durch Praktika hatte sie bereits Einblicke in die Tätigkeit bekommen. „Ich dachte aber nicht, dass mein Schulabschluss dafür reicht“, erinnert sie sich. Auf Berufsinformationstagen sei sie dann von HP-Azubis angesprochen worden. „Ich habe aber nur Realschule“, habe sie gesagt. „Was heißt denn nur?“, sei die Antwort gewesen.

Soziale Kompetenz ist wichtig
„Wir schauen natürlich auf Schulabschluss und Noten, genauso wichtig ist aber die soziale Kompetenz“, sagt Brennenstuhl. So sei es schon mal möglich, dass man sich für Bewerber mit nicht ganz so gutem Zeugnis, aber dafür besonderem Engagement im privaten Umfeld entscheide. Nadine hatte sich nach den Berufsinformationstagen bei HP beworben und war innerhalb kürzester Zeit zum Gespräch eingeladen worden. „Bei uns gibt es keine Einstellungstests“, sagt Bernd Brennenstuhl. Man habe eigene Kriterien entwickelt, achte sehr auf die Person und ihr Potential. „Einige sehr gute können gleich nach dem Gespräch ihren Vertrag mitnehmen“, sagt er. Bei Nadine war das so.

Wirtschaftsinformatik
Lars-Eric Armstroff, 20, ist BA-Student Wirtschaftsinformatik bei HP. „Ich hatte überlegt: Fachhochschule, Uni, BA? Ich wollte nicht nur Theorie, deshalb habe ich mich für die BA entschieden“, sagt er. Und warum HP? Das Internationale habe ihm imponiert und die Möglichkeit, in alle Bereiche „rein zu schnuppern“, ob BWL oder IT. Er bewarb sich online, wie es HP begrüßt, und wurde innerhalb einer Woche per Mail zum Gespräch eingeladen.

Den Menschen kennenlernen
Bei den BA-Studenten geht dem Einzelgespräch eine Gruppenarbeit voraus. Maximal sieben Bewerber treffen dabei auf zwei Ausbilder. Das Ziel laut Brennenstuhl: „Die Kosmetikhüllen fallen zu lassen. Wir wollen nicht nur die Note, sondern den Menschen kennenlernen.“ „Unsere Aufgabe war es, uns zu präsentieren und unser Interesse an HP zu zeigen“, sagt Lars-Eric. Das Einzelgespräch im Anschluss dauert pro Bewerber noch einmal etwa eine Stunde, Lars-Eric beschreibt es als sehr offen und herzlich. „Es ist unser Wunsch, sich auf Augenhöhe kennenzulernen“, sagt Bernd Brennenstuhl.

Adrenalin freisetzen
Der Arbeitsalltag bei HP ist ergebnisorientiert. Teams, die auf der ganzen Welt verstreut sein können, widmen sich in Projekten bestimmten Aufgabenstellungen. Das ist auch während der Ausbildung oder eines BA-Studiums so. „Den klassischen Ausbildungsbetrieb gibt es bei HP nicht“, sagt Brennenstuhl. „Wir wollen immer Relevanz schaffen, praxisbezogene, echte Projekte, die auch das entsprechende Adrenalin freisetzen.“ Man wolle aufs Leben vorbereiten, nicht nur geschützten Raum bieten. Und so ist es Aufgabe der Azubis und Studenten, sich für die Praxisblöcke im Betrieb, bei HP Praktika genannt, nach Projekten umzusehen.

Im ersten Praktikum war Lars-Eric bei der Personal Systems Group im Sales-Bereich. Unter anderem war es hier seine Aufgabe, Notebooks, PDAs oder Monitore als Testgeräte an die Fachpresse rauszugeben. Das zweite Praktikum absolvierte er in der IT und half mit, den Onlineshop für Großkunden zu verwalten. „Programmierung, Pflege und Administration gehören dazu“, sagt er. Auch er arbeitete bereits in Palo Alto.

Angewandte Informatik
Angewandte Informatik studiert Sarah Zelmer. Sie hatte schon immer Freude an Mathe und Physik und wählte auf dem technischen Gymnasium Informatik als zusätzliches Hauptfach. Aus dem Nachbarort kommend, bewarb sie sich schließlich bei HP in Böblingen. Ausschlaggebend waren der große Name HP, die Praxis während des Studiums, die persönliche Betreuung und „dass man gleich schon im Unternehmen drin ist.“ Und das Geld natürlich, das man während des Studiums verdient.

Tool weltweit genutzt
Wie Lars-Eric ist auch Sarah im vierten Semester. Bei HP hat sie bereits an der Entwicklung eines Bewertungstools für Lieferanten mitgewirkt. Ein Projekt, das von Azubis und BA-Studenten professionell umgesetzt wurde. „Wir haben das in Zusammenarbeit mit Amerika entwickelt“, sagt Sarah. Heute wird das Tool weltweit von HP genutzt. Aktuell befasst sich die 22-Jährige mit IT-Infrastruktur und Datensicherheit. Es geht darum, ein Überwachungstool in die HP-Systeme zu integrieren, dass es möglich macht, in Böblingen zu sehen, wenn ein Rechner in Alaska nicht richtig funktioniert.


Frauen gerne gesehen

Auf Vorbehalte gegenüber Frauen in technischen Berufen sei sie nie gestoßen, sagt Sarah. Schon gar nicht bei HP. Das Unternehmen habe in Ausbildung und Studium eine Frauenquote von 39,6 Prozent, sagt Brennenstuhl. Branchenspezifisch liege sie bei 18 Prozent. „Wir freuen uns über weibliche Bewerber; sie sind ganauso gut – manchmal sogar besser“, führt der Ausbildungsleiter aus. „Wir tun viel dafür, junge Frauen zu motivieren, solche Berufe anzugehen, gehen in die Schulen, pflegen eine Partnerschaft mit einem Mädchengymnasium.“ Oftmals stelle man ein Informationsdefizit fest. Was nicht jeder wisse: „Die Zeiten der ‚Kellerkinder‘ die nur vor dem PC sitzen und schrauben und tun, sind durch.“ ¦

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