Unternehmen


Ausbildung bei KiK

Eine Betriebsgrundlage

Die meisten kennen nur die Geschäfte, in denen es preisgünstige Kleidung zu kaufen gibt. Wer jedoch denkt, bei KiK können junge Leute nur eine Ausbildung zur Verkäuferin oder zum Einzelhandelskaufmann machen, der irrt. Das Unternehmen mit europaweit rund 18000 Beschäftigten ist in Sachen Mitarbeiter ein wahrer „Selbstversorger“. In fast allen Berufen, die für den Betrieb wichtig sind, wird ausgebildet, mit dem Ziel, die Auszubildenden später mit verantwortungsvollen Tätigkeiten im eigenen Haus zu betrauen.

Wer sagt eigentlich, dass Bekleidungsgeschäfte nur Verkäuferinnen oder Bürokaufleute ausbilden? Ein Beispiel, dass es auch ganz anders geht, ist das im westfälischen Bönen ansässige Unternehmen KiK. Die Ausbildung eigener Mitarbeiter war hier von Anfang an ein wichtiges Thema und so waren gleich beim Start 1994 sieben Azubis dabei, von denen einige noch heute im Unternehmen sind. 2008 sind 1028 neue Lehrstellen besetzt worden. „Wir wollen nicht nur in den klassischen Berufen ausbilden“, sagt Jörg Oudshoorn, zuständiger Bereichsleiter für die Aus- und Fortbildung bei KiK. Daher zeigt sich das Unternehmen nicht nur in Modefragen kreativ, sondern auch bei der Bereitstellung von Ausbildungsplätzen und bietet den Bewerbern die Qual der Wahl zwischen 16 Berufen. Erst in diesem Jahr ist ein neuer Ausbildungsberuf, der des Personaldienst-leistungskaufmanns, hinzugekommen.

Manchmal führt der Umweg zum Ziel
Steffen Kucias ist einer von drei neu eingestellten Azubis, die im ebenfalls neuen Beruf des Personaldienstleistungskaufmanns ausgebildet werden. Eigentlich hatte er sich für den Bachelor of Arts beworben, doch als dort kein Platz mehr frei war, hatten ihn die Personalentscheider gefragt, ob er es nicht vielleicht auch mit diesem Beruf probieren möchte. Steffen sagte zu. „Dann ging alles ganz schnell“, erzählt er, „Vorstellungsgespräch und Einstellung. Am 1. Oktober habe ich angefangen.“

Wie Steffens Beispiel zeigt, werden nicht nur ganz junge Leute eingestellt. Der 29-Jährige kam nach zehn Jahren Bundeswehr zur Textilkette. „Menschen mit größerer Lebenserfahrung sind mir manchmal sogar lieber“, verrät Oudshoorn. „Und Herr Kucias kann durch sein Alter schon ganz anders auftreten.“

Stärken finden und fördern
Auch ein mittelmäßiges Zeugnis ist kein Grund, einen Bewerber abzulehnen, hat das Unternehmen festgestellt. Viel wichtiger sind die Gespräche mit den angehenden Azubis. So wollte die 21-jährige Cindy Hoff ursprünglich Groß- und Außenhandelskauffrau werden. Im Vorstellungsgespräch stellte sich dann aber heraus, dass sie für den Einzelhandel viel besser geeignet wäre. Heute hat Cindy ihre Ausbildung beendet und ist glücklich über die derzeit getroffene Entscheidung. Sie engagierte sich und machte ihren Job so gut, dass sie schon gegen Ende ihrer Ausbildung unter Anleitung ihres Bezirksleiters eine eigene Filiale übernehmen konnte.

Und wenn es mal so gar nicht klappen will mit dem Ausbildungsplatz? „Bevor wir jemanden gehen lassen, schlagen wir erst einmal vor, es mit einem anderen Beruf zu versuchen. Manchmal kann auch schon der Wechsel der Filiale helfen, etwa wenn die Chemie zwischen Leiter und Azubi nicht stimmt“, so Oudshoorn. Wo die Stärken der Leute liegen, zeigt sich aber vor allem, wenn diese unterschiedliche Abteilungen durchlaufen. Dort, wo es am besten klappt und die Azubis den meisten Spaß bei der Arbeit haben, sollen sie dann auch dauerhaft eingesetzt werden.

Probieren geht über Studieren
Selbst studieren ist bei KiK möglich, etwa mit dem Ziel des Bachelors of Arts mit der Fachrichtung Handel oder Betriebswirt VWA. Für diese Ausbildung hat sich die 21-jährige Elena Finke entschieden. Sie hat den dualen Studiengang im August 2007 gleich nach ihrem Wirtschaftsabitur begonnen und ist im Einkaufsbereich Kleinkind tätig. Anja Paschke, stellvertretende Abteilungsleiterin für Aus- und Fortbildung, ist es wichtig, dass dabei Theorie und Praxis kombiniert werden. „An zwei Tagen findet die theoretische Ausbildung statt und in der restlichen Zeit der praktische Teil“, erklärt sie. Elena ist damit sehr zufrieden: „So ist es besser planbar als beim Blockunterricht. Ich bin montags und dienstags in der Schule und die restliche Zeit kann ich andere Aufgaben übernehmen.“ Elena beobachtet den Wareneingang und die Kleidungsmuster und freut sich: „Ich habe festgestellt, dass unsere Meinung gefragt ist. Wenn ich einen Vorschlag gemacht habe, dann ist dieser auch berücksichtigt worden.“

Nicht nur Kaffeekochen
„Bei uns dürfen Azubis nicht nur Kaffeekochen oder Kopien machen“, sagt Oudshoorn. „15 Prozent unserer gesamten Mitarbeiter sind in der Ausbildung, da werden sie schon sehr früh mit verantwortlichen Tätigkeiten betraut.“ So kann es vorkommen, dass ein Azubi schon im zweiten oder dritten Ausbildungsjahr kurzzeitig unter Anleitung die Teamleitung vertritt. „Wir wollen auch, dass sie den Mund aufmachen, wenn ihnen etwas nicht gefällt“, ergänzt Paschke. „Wir sind immer auf der Suche nach Veränderungen und da sind solche Rückmeldungen wichtig.“

Durchs Praktikum zum Ausbildungsplatz
Eine Chance will KiK auch all denen bieten, die nach Beginn des neuen Ausbildungsjahres noch ohne Job dastehen. „Wer noch nichts gefunden hat, kann bei uns mit einem Praktikum starten“, bietet Oudshoorn an und das hat für beide Seiten Vorteile. Das Unternehmen hat Zeit, sich den zukünftigen Azubi und dessen Arbeit anzuschauen. Der Praktikant, der ja noch nicht zur Berufsschule muss, hat die Gelegenheit, sich seine bevorstehenden Aufgaben anzusehen und die Praxis kennenzulernen. Aber für die Praktikanten gibt es noch weitere Vorteile: „Sie bekommen das gleiche Geld, als wären sie im ersten Lehrjahr, stehen nicht auf der Straße und die Eltern freuen sich auch. Wenn das neue Ausbildungsjahr dann beginnt, haben sie eine gute Chance auf einen Ausbildungsplatz.“ Und wer erst einmal einen Ausbildungsplatz hat, für den sieht es auch gut aus, übernommen zu werden. KiK eröffnet jährlich 300 bis 400 neue Ladenlokale und das bedeutet viel Arbeit … ¦

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