Interview


Manuel Cortez im Interview

„Man muss an sich glauben“

Spätestens seit „Verliebt in Berlin“ ist der gebürtige Portugiese in Deutschland einem breiten Publikum bekannt. Seit dem 30. Oktober ist er mit dem preisgekrönten Film „Mein Freund aus Faro“ (Foto von Tom Trambow) in den Kinos zu sehen. Mit azubi sprach er über seinen Werdegang, seine Ausbildung und Pläne für die Zukunft.

azubi: Manuel, du hast ja schon sehr früh den Weg in die Schauspielerei eingeschlagen. Mit zehn Jahren hast du eine Kinderschauspielschule in Lissabon besucht und danach eine Schauspiel- und Gesangsausbildung absolviert. Wie kamst du darauf, auch noch eine Ausbildung zum Diplom-Maskenbildner zu machen?

Manuel Cortez: Als ich mit 18 Jahren nach Deutschland gekommen bin, hatte ich schon einige Erfahrungen im Bereich Schauspiel. Trotzdem war es mir wichtig, neben der Schauspielerei noch einen Beruf zu erlernen. Erstens, um eine berufliche Alternative zu haben und zweitens hat mich schon immer die Vielfalt aller Dinge gereizt. Ich brauche immer neue Herausforderungen.

azubi: An welches Erlebnis während deiner Ausbildung kannst du dich noch am lebhaftesten erinnern?

Manuel Cortez: Am besten erinnere ich mich an den Tag, an dem ich mein Abschluss-Diplom bekommen habe. Es war ein sehr gutes Gefühl, etwas zu Ende gemacht zu haben, wie schwer es auch war. Etwas zu erreichen ist ein schwerer Kampf, es am Ende geschafft zu haben ist das Größte. Es kommt auch nicht immer darauf an, wie man es schafft, sondern dass man es schafft.

azubi: Du lebst in Berlin, Deutschlands Szene-Stadt Nummer eins. Was fasziniert dich an deinem Wahlwohnort am meisten?

Manuel Cortez: Ich liebe Berlin schon seit meinem ersten Besuch in der Hauptstadt vor zwölf Jahren. An Berlin mag ich so viel, die Geschwindigkeit, die Vielfalt und die Größe. Berlin hat ein umfassendes Angebot an allem, was man sich wünscht, man muss es nur finden.

azubi: Eines deiner größten Projekte war sicherlich „Verliebt in Berlin“. Warst du traurig als die letzte Klappe fiel und warst du mit dem Ende zufrieden oder wäre es dir lieber gewesen, wenn Rokko letztendlich Lisa geheiratet hätte?

Manuel Cortez: „Verliebt in Berlin“ war bestimmt ein sehr prägender Abschnitt in meinem Leben, als es vorbei war hatte sich einiges verändert und ich hatte eine sehr anstrengende Zeit hinter mir. Das Ende von ViB war für mich okay. Sicher hätte Rokko gewollt, dass Lisa ihn heiratet, für mich dagegen war das nicht so wichtig.

azubi: Du hast schon in vielen Filmen und Serien mitgespielt, welche Rolle hat dir bisher am besten gefallen?

Manuel Cortez: In den letzten Jahren gab es viele schöne Rollen und jede habe ich mit Freude gespielt. Natürlich gab es Rollen, die mir mehr Spaß gemacht haben als andere, das ist am Ende aber nicht wichtig. Wichtig ist, dass man versucht sein Bestes zu geben und jede Rolle so spielt, als wäre es die Rolle seines Lebens.

azubi: Welche Charaktere würden dich als Schauspieler noch reizen?

Manuel Cortez: Ach, es gibt noch so viele spannende Figuren, die mich interessieren würden, besonders gerne würde ich mehr historische Filme machen, da Geschichte schon immer eine meiner großen Leidenschaften war.

azubi: Du hast viel erreicht – was würdest du jungen Leuten, die ihre berufliche Richtung noch suchen, mit auf den Weg geben?

Manuel Cortez: Das Leben ist nicht durch Ratschläge zu meistern, man muss es leben und niemand kann von einem jungen Menschen erwarten, dass er weiß, wer er genau ist. Das herauszufinden ist das Wichtigste.
Was ich aus meiner Erfahrung sagen kann, ist, dass man nichts überstürzen muss, aber man sollte trotzdem zielstrebig an sich arbeiten, um herauszufinden, was man möchte. Man sollte das nicht auf die lange Bank schieben, denn es geht um das eigene Leben und das ist das Wichtigste, was man hat. Man muss an sich glauben, besonders dann, wenn es sonst keiner tut. Alles ist möglich, wenn man dafür kämpfen will.

azubi: In der VIVA-Show „Are U hot?“ sitzt du in der Jury. Worauf achtest du bei Menschen im ersten Moment?

Manuel Cortez: Auf die Ausstrahlung und die hat man nicht automatisch, nur weil man gut aussieht. Ausstrahlung hat sehr viel mit Persönlichkeit zu tun und die ist abhängig vom Charakter eines Menschen.

azubi: Am 30. Oktober erschien derKinofilm „Mein Freund aus Faro“, in dem du zu sehen bist. Neben deiner schauspielerischen Karriere schraubst du momentan auch an deinem Album. Wann kann man denn damit rechnen und wie wird es sich anhören?

Manuel Cortez: Die Musik ist eine meiner Leidenschaften, leider lässt es sich im Moment zeitlich nicht einrichten, die Musik so zu betreiben, wie ich eigentlich möchte. Die Fotografie hat einen großen Platz in meinem Leben eingenommen und wie jeder weiß, kann man nicht auf allen Hochzeiten gleichzeitig tanzen.

azubi: Dein beruflicher Werdegang ist wirklich beeindruckend, aber wo siehst du dich persönlich in zehn Jahren?

Manuel Cortez: Wo ich in zehn Jahren bin, weiß ich nicht. Ich wünsche mir nur, dass ich gesund bin und weiterhin erfolgreich meine Leidenschaften leben kann. ¦

Das Interview führte Rebecca Röddiger

Links:
Mein Freund aus Faro
Manuel Cortez

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