Auslandserfahrung


Work and Travel down under

Ein Land von unvorstellbarer Weite, der entlegenste Kontinent der Welt, voll von unbekannten Tieren und Pflanzen, eine fremde Sprache, ein anderes Lebensgefühl – warum sich immer mehr junge Deutsche für einen Auslandsaufenthalt in Australien entscheiden, lässt sich mit einem Wort beschreiben: Abenteuer! Raus aus dem Altbekannten, mitten hinein in eine einzigartige Erfahrung down under.

Nach dem Schulabschluss, dem Studium oder einer Berufsausbildung nutzen viele Berufsstarter ihre Chance, um „mal rauszukommen“ und über den Tellerrand hinauszublicken. Nicht nur, dass es ein angenehmer Gedanke ist, Urlaub und Arbeit miteinander verbinden zu können. Auslandserfahrungen, speziell solche in anderssprachigen Ländern, schmücken den Lebenslauf positiv aus und können bei darauf folgenden Bewerbungen große Vorteile verschaffen.

Neue Chancen
Dass man als Ausländer in Australien Jobs annehmen darf, ist schon seit vielen Jahren in einigen EU-Ländern möglich. Mitte 2000 wurde das so genannte „Working Holiday Visum“ auch bei uns eingeführt. Eine Genehmigung, die es einem Touristen erlaubt, in der Zeit seines Australienaufenthaltes dort zu arbeiten. Normalen Reisenden ist dies nicht gestattet. Die Dauer beträgt üblicherweise sechs Monate, 12 sind maximal durch das Visum genehmigt. Für dieses besondere Visum muss man natürlich einige Voraussetzungen erfüllen. Das Alter, in dem man das Work and Travel-Angebot nutzen darf, beschränkt sich auf 18 bis 30 Jahre. Zudem ist eine ausreichende Reisekasse unabdinglich, 5000 australische Dollar (zirka 2600 Euro) sind da das Minimum. Australien ist kein billiges Land und diese Summe für die erste Zeit, in der man erst einmal Fuß fassen und einen Job finden muss, unbedingt notwendig. Es wäre einfach zu schade, wenn man sein Abenteuer allzu früh abbrechen müsste, weil einem das Geld ausgegangen ist. Denn die Chance gibt es nur einmal im Leben, für die Bewilligung eines Zweitantrages muss man mindestens drei Monate in einer anerkannten Tätigkeit in einem ländlichen Gebiet innerhalb Australiens gearbeitet haben.

Gute Organisation ist ein Muss
Damit man auf dem fünften Kontinent keine bösen Überraschungen erlebt, sollte man seine Reise vorab gut organisieren und sich vor allem reichlich Informationen aneignen. Zwar ist es nicht sonderlich ratsam alles bis ins kleinste Detail durchzuplanen, denn das nimmt einem die Flexibilität vor Ort. Doch sollte man sich auch nicht einfach ins Flugzeug setzen und mal eben ins Blaue aufbrechen.

Erledigungen im Voraus
Besonders die ersten Tage sind eine Herausforderung, weil man sich zunächst orientieren und mit den neuen Lebensumständen, der Umgebung und den Menschen vertraut machen muss. Ein guter Tipp ist es daher, zumindest die erste Unterkunft schon im Vorfeld von Deutschland aus zu buchen und eventuell auch den Transport vom Flughafen zum Hostel abzuklären. Nach einem langen und ermüdenden Flug sehnt man sich einfach danach ins Bett zu fallen und hat auf kompliziertes Studieren von Busverbindungen oder U-Bahn-Linien eher wenig Lust. Die Übernachtung in Hostels ist übrigens empfehlenswert, wenn man auf sein Geld achten muss. Diese günstigen Herbergen, in denen man kein ganzes Zimmer sondern lediglich ein Bett bucht, sind eine günstige Alternative zu teuren Hotels.

Durchdachte Vorbereitung spart später Zeit
Frei nach dem Motto „Was du heute kannst besorgen …“ sollte man von den zu erledigenden Aufgaben so viele wie möglich in vertrauter Umgebung zu Hause durchführen. Lebensläufe schreiben zum Beispiel. Dies kann man dann in Ruhe machen und muss später die vorgefertigten Anschreiben lediglich im Copyshop ausdrucken. Das Mitnehmen von jeglichen Zeugnissen ist übrigens in der Regel nicht notwendig, es sei denn, man möchte sich für einen qualifizierten Beruf bewerben. Für Arbeiten wie zum Beispiel Erntehilfe, „Fruit Picking“ genannt, braucht man keine Zeugnisse, allerdings wird in englisch-sprachigen Nationen generell ein großer Wert auf Referenzen gelegt. Wer also ein oder zwei Empfehlungsschreiben aufweisen kann, hat bessere Chancen schnell einen Job zu finden.

Behördengänge nicht vergessen
Wer für einige Monate oder auch ein Jahr „auswandern“ möchte, hat stapelweise Papierkram bei verschiedenen Ämtern und Behörden abzuarbeiten. Um hinterher den Anspruch auf Arbeitslosengeld nicht zu verlieren, ist es notwendig, sich vor Antritt der Reise beim Arbeitsamt arbeitslos zu melden. Für eventuelle Krankheits- oder auch Unfälle muss man sich eine Auslandskrankenversicherung zulegen. Die meisten Unfallversicherungen haben weltweite Gültigkeit. Dennoch sollte man seine Versicherungen über sein Vorhaben informieren und abklären, ob der Versicherungsschutz auch in Australien im angemessenen Rahmen gewährleistet ist. Dabei sollte man die Versicherungsbedingungen genau studieren, denn viele Unternehmen haften beispielsweise nicht bei Verletzungen, die man sich bei Extremsportarten wie Tauchen oder Surfen zuzieht.

Einfach abmelden
Bei der heimischen Krankenkasse kann man sich einfach für die Dauer des Auslandsaufenthaltes abmelden, nach der Rückkehr muss das Versicherungsverhältnis allerdings bei derselben Kasse wieder aufgenommen werden. Des Weiteren braucht man ein ausländisches Konto mit Kreditkarte und auch eine australische Sim-Karte für das deutsche Handy, das in jedem Fall mitgenommen werden sollte. Die Hostels oder Jugendherbergen können schwer alle Nachrichten weiterleiten und ein eventuell wichtiger Anruf eines potenziellen Arbeitgebers kann schnell verloren gehen. Um das zu verhindern und eine geregelte Kommunikation zu garantieren, empfiehlt es sich bei Bewerbungen auch die Nummer des „Mobile phones“ anzugeben.

Endlich da – wie geht es weiter?
Hat man alles fertig organisiert und vorbereitet, steht dem Flug von rund 16500 Kilometern Luftlinie und dem großen Erlebnis im Land der Aborigines und Kängurus nichts mehr im Wege. Angekommen in Australien, stehen ab sofort die Suche nach Unterkunft und Arbeit permanent an wichtigster Stelle.

Auf eigenen Füßen stehen
Die „Backpacker“, wie man die Rucksacktouristen dort nennt, sind nun auf sich allein gestellt und müssen ihr Leben selbst regeln und verwalten – ein Stück Freiheit, aber auch viel Verantwortung. Das ist einer der ausschlaggebenden Punkte, warum ein Auslandsaufenthalt gerade für junge Erwachsene so interessant ist.

Perfekte Gegebenheiten
In Australien wird es den Work and Travellern allerdings leicht gemacht, denn dieses Land ist seit Jahrzehnten auf die Backpacker eingestellt und es gibt ganze Berufsgruppen, die sich um die Versorgung, Unterbringung und Hilfestellungen der besonderen Touristen kümmern.

Unermüdlicher Einsatz
Bei der Jobsuche ist schlichtweg Engagement gefragt. Niemand bekommt einen Job einfach so angeboten und direktes Erkundigen nach offenen Stellen ist der erfolgversprechendste Weg, Schüchternheit ist fehl am Platz. Viele Unternehmen suchen Gelegenheitsarbeiter über die Zeitung, das Internet oder auch über Aushänge. Ein guter Tipp ist es zudem, im Foyer des Hostels einfach mal die britische Konkurrenz zu befragen, denn die englischsprachigen Backpacker kennen oft die besten Anlaufstellen.

Viele Möglichkeiten
Die üblichen Work and Travel-Jobs zählen zur so genannten „Casual Work“, beispielsweise Kellnern, Farmarbeit, Kassieren oder Obstpflücken. Wer vor der oft harten Arbeit des „Fruit Picking“ nicht zurückschreckt, wird in seiner Zeit down under selten Probleme haben, an Jobs zu gelangen. Zu beachten gilt es hierbei nur, dass man zur jeweiligen Erntezeit im richtigen Gebiet ist. Generell gilt eine Dauer von bis zu sechs Monaten, in denen man ununterbrochen bei ein und demselben Arbeitgeber beschäftigt werden darf, danach muss ein Wechsel stattfinden.

Gut überlegt
Etwas Wagemut braucht man definitiv, um einen solchen Trip zu starten. Man muss sich bewusst machen, was auf einen zukommt und auch was man zurücklässt. Innerhalb der vielen Monate die man mal eben auf einem ganz anderen Kontinent verbringt, kann sich zu Hause viel tun und das Kontakthalten zu allen Freunden und der Familie ist nicht immer regelmäßig in dem Umfang möglich, den man gerne hätte. Mit dem Gedanken, dass man beispielsweise Geburtstagen oder anderen positiven wie auch negativen Familienereignissen nicht beiwohnen kann, muss man sich im Vorfeld abfinden.

Erfahrung fürs leben
Das Erlebte wird jeden Backpacker zweifelsohne prägen, man lernt viel dazu und auch viel über sich selbst. Man entwickelt sich weiter. Offenheit, Ideenreichtum und eine Portion Glück sind der Schlüssel zu einem sorgenfreien Aufenthalt in Australien. Wer sich für eine solche „Auszeit“ entscheidet, sollte seine Reise allerdings nicht mit zu hochgeschraubten Erwartungen antreten und auch mit schlechten Erfahrungen rechnen. Denn um die kommt leider keiner herum. Alles in allem kann man sich aber auf eine unvergessliche Reise einstellen, deren Weg gespickt sein wird von neuen Bekanntschaften, atemberaubenden Eindrücken und Erlebnissen, die man unter Garantie nie wieder vergisst. Work and Travel im geheimnisvollen und aufregenden Australien verspricht eine ereignisgeprägte Zeit zu werden für jeden, der ihr aufgeschlossen und selbstbewusst entgegen tritt. ¦

Teilen, drucken, mailen:

Diskussion

Ein Kommentar zu “Work and Travel down under”

Eine Antwort zu “Work and Travel down under”

  1. Jasper sagt:

    der artikel übertreibt es total, man braucht überhaupt keine planung.. ich war grad ein halbes jahr weg, jobsuche is super einfach, ein hostel findet man sowieso nach 5 minuten und alle sind so hilfsbereit wie es in deutschland kaum vorstellbar ist!!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

WP2Social Auto Publish Powered By : XYZScripts.com

Diese Website verwendet Cookies. Mit der Nutzung erklärst Du Dich damit einverstanden. Datenschutzerklärung

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen