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Ausbildung zum Mechatroniker

Allrounder im Maschinenpark

mechatroniker1Wo Lebensmittel industriell hergestellt werden, geschieht das mit Hilfe von Maschinen und Menschen, die diese bedienen und warten können. Ohne sie wären Produkte von Pfanni, Knorr, Langnese, BiFi, Becel oder Du Darfst nicht in diesen Mengen und gleichbleibender Qualität überall in Deutschland erhältlich. Während Fachleute für Lebensmitteltechnik die Produktionsanlagen überwachen und steuern, sind es meist Elektroniker für Betriebstechnik und Industriemechaniker, die dafür Sorge tragen, dass die Maschinen reibungslos funktionieren. Geht etwas kaputt und die Produktion gerät ins Stocken, muss schnell gehandelt werden. Immer mehr rückt hier ein Beruf in den Vordergrund, der die Kompetenzen von Elektronikern und Industriemechanikern verbindet und wie geschaffen ist für die Lebensmittelindustrie: der Mechatroniker.

Herstellende Betriebe wie Pfanni in Stavenhagen oder Knorr in Auerbach setzen in Sachen Ausbildung verstärkt auf Mechatroniker. Sie sind die Allzweckexperten in den Produktionshallen, die die Maschinen bis ins Detail kennen und genau wissen, was zu tun ist, wenn mal etwas nicht funktioniert. Längere Ausfälle an den Anlagen bedeuten einen enormen wirtschaftlichen Schaden und müssen deshalb unbedingt vermieden werden. Um vorzubeugen, werden sie regelmäßig gewartet und im Bedarfsfall auch generalüberholt. „Es gibt immer gut zu tun“, erzählt der 19-jährige Stefan Holz. Motore müssen gewechselt, Sensoren eingestellt oder gereinigt und Entladungsschalter auf ihre Funktion geprüft werden.

Elektronik und Mechanik
mechatroniker2Stefan ist angehender Elektroniker für Betriebstechnik und im dritten Ausbildungsjahr. Seinen Beruf bildet Pfanni ab diesem Jahr nicht mehr aus, sattelt stattdessen komplett auf Mechatroniker um. „Das hängt damit zusammen, dass Mechatroniker zusätzlich auch die Fertigkeiten eines Industriemechanikers erlernen und damit ideal in allen Bereichen einsetzbar sind“, sagt Ausbildungsleiter Wilfried Neumann. Der Beruf des Elektronikers für Betriebstechnik sei aber artverwandt und im Grunde bilde man schon jetzt so aus, dass die Elektroniker auch fundiertes Wissen im mechanischen Bereich erhielten.

Sehr vielseitig
Eigentlich habe er Industriemechaniker werden wollen, damals sei aber keine Stelle frei gewesen, erzält Stefan. „Ich habe schon immer gerne Dinge auseinandergenommen und wieder zusammengebaut“, sagt er. In verschiedenen Praktika habe er in den Beruf und auch in das Pfanni-Werk hineinschnuppern können. Dass er letztendlich als Elektroniker hier angefangen habe, sei aus heutiger Sicht gut, denn bei seinem Arbeitgeber sei die Ausbildung sehr vielseitig und er lerne auch vieles aus dem Mechanik-Bereich.

Reparaturzeit
Von Ende Juni bis Anfang August wird die Kartoffelverarbeitung bei Pfanni eingestellt. Dann ist Erntepause und deshalb Reparaturzeit. Wo sonst die 310 Mitarbeiter des Traditionsunternehmens Püree und Trockenprodukte aus Kartoffeln herstellen, stehen die Maschinen still. Für die Elektroniker, Mechaniker und Mechatroniker ist das die arbeitsreichste Phase des Jahres, denn jetzt muss der gesamte Produktionsapparat wieder auf Vordermann gebracht werden. „Die frische Ernte kommt Anfang August, bis dahin muss der Maschinenpark wieder fit sein“, erklärt Christoph Much. Der 21-Jährige ist im zweiten Ausbildungsjahr zum Industriemechaniker bei Pfanni.

Möglichst keine Ausfälle
Angetrieben werden die Maschinen zumeist von Elektromotoren. „Es gibt einen Serviceplan, aus dem hervorgeht, in welchen Abständen die Motore an den einzelnen Maschinen ausgetauscht werden müssen“, erklärt Christoph. Bei manchen reiche ein Wechsel alle zwei Jahre, bei manchen sei er jährlich erforderlich. Das hänge von der jeweiligen Beanspruchung ab. Und auch sonst müsse jedes Glied in der Produktionskette kontrolliert und gegebenenfalls instandgesetzt werden.

mechatroniker3Auch für Umbauarbeiten ist jetzt die beste Zeit. „Die kann man während der laufenden Produktion im Hintergrund vorbereiten und dann in der Reparaturzeit umsetzen“, erklärt Stefan. So kann er zum Beispiel den Schaltschrank installieren, den er aus Einzelteilen komplett allein zusammengebaut hat. „Der Original-Schaltschrank war nicht mehr verfügbar, deshalb habe ich alle Teile zusammengetragen, die ich brauchte, ihn komplett mit SBS-Steuerung und Netzteil montiert und dann mit dem Laptop das entsprechende Programm für die Steuerung aufgespielt.“ In einigen Fällen müsse man sogar programmieren, was ebenfalls Bestandteil der Ausbildung sei.

Gerade das eigenständige Arbeiten, natürlich für Fragen und Abnahme mit einem Facharbeiter an seiner Seite, findet Stefan gut. Christoph gefällt vor allem die Herausforderung, schnell eine Lösung zu finden, wenn im laufenden Betrieb etwas kaputt geht.

Viele Möglichkeiten
Beide würden, wenn sie heute ihre Ausbildung bei Pfanni anfingen, Mechatroniker lernen und damit in beiden Disziplinen, Mechanik und Elektronik, fit gemacht werden. Einer, der bereits den Beruf des Mechatronikers erlernt, ist Alexander Wilczek. Der 19-Jährige ist im ersten Ausbildungsjahr bei Knorr in Auerbach. Wegen des komplexen Aufgabenfeldes und der vielen Möglichkeiten, die man mit diesem Beruf hat, habe er sich dafür entschieden, erzählt er.

Solider Brackground
mechatroniker4Wichtig sei es ihm auch gewesen, einen sicheren Ausbildungsplatz zu haben. Sowohl Pfanni als auch Knorr gehören, wie viele andere herstellende Unternehmen in den Bereichen Ernährung, Hygiene und Körperpflege in Deutschland, zum Unilever-Konzern und haben einen entsprechend soliden Background.

Hoher Anspruch
Das Zusammenspiel von Elektronik, Mechanik und Informatik sei es gewesen, was Sven Seidel interessiert habe. Er ist im zweiten Ausbildungsjahr und lobt die Vielseitigkeit und auch den hohen Anspruch seiner Ausbildung. Wie Stefan, Christoph und Alexander hat auch Sven das erste Ausbildungsjahr in einer externen Bildungswerkstatt verbracht, wo er die Grundfertig-keiten für seinen Beruf erlernt hat. Nun kann er sie in Technik, Produktion und Instandhaltung einsetzen und auf ihnen aufbauen.

Auch programmieren
Die Aufgaben, die ein Mechatroniker einmal übernehmen können muss, sind vielfältig, wie Ausbilder Thomas Schott erklärt: „Mechatroniker planen und steuern Arbeitsabläufe, bearbeiten mechanische Teile, bauen Baugruppen und Komponenten zu mechatronischen Systemen zusammmen, installieren elektronische Baugruppen, installieren und testen Hard- und Softwarekomponenten, programmieren Systeme, montieren und demontieren Maschinen, Systeme und Anlagen, übernehmen die Instandhaltung, teilweise anhand englischer Unterlagen, und vieles mehr.“

Wo gibt’s Ausbildungsplätze?
Wer sich für den Beruf des Mechatronikers interessiert, sollte einen guten Realschulabschluss oder Abitur, gute Noten in Mathe und Physik und technisches Interesse vorweisen können. Unilever bildet diesen Beruf nicht nur bei Pfanni in Stavenhagen und bei Knorr in Auerbach aus, sondern auch in Mannheim (Waschmittel), Buxtehude (Körperpflegeprodukte), Heilbronn (Knorr) und Heppenheim (Langnese). Bewerben kann man sich bei Unilever in den einzelnen Werken oder zentral über www.unilever-karriere.de.

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