Berufsbilder


Was macht eigentlich ein Mechatroniker?

Yannick Tesch, Auszubildender bei Pfannenberg, über das Berufsbild

Wenn ich mal groß bin, werde ich Mechatroniker – ganz so klar hatte Yannick Tesch seine berufliche Zukunft vielleicht nicht vor Augen, aber er hatte schon zu Schulzeiten mehr Lust auf etwas Handwerkliches als auf Büroarbeit. Während eines Schulpraktikums bei Philips Medical Systems lernte Yannick den Beruf des Mechatronikers besser kennen und war sich dann sicher: Für die Mechatronik schlägt sein Herz. „Ich habe mich schon früher sehr für Technik interessiert und immer gern alte Radios und Lampen, die wir nicht mehr brauchten, auseinandergebaut“, sagt der 18-Jährige.

Mit dem Realschulabschluss in der Tasche begab sich Yannick also auf Jobsuche. „Bei Pfannenberg ist mir im Vorstellungsgespräch und bei der Führung durch das Unternehmen aufgefallen, dass alle Mitarbeiter so freundlich waren. Und ich fand zum Beispiel die Maschinen aus der Kunststofffertigung sehr beeindruckend. Gleichzeitig gibt es auch kleinere Produktionsstationen, also ein gute Mischung.“ Der Sprung von der Schule ins Berufsleben war vor allem mit einer Umstellung verbunden: Statt um 7 Uhr aufzustehen heißt es für Yannick nun schon um 6 Uhr am Arbeitsplatz zu sein. „Aber man gewöhnt sich daran und außerdem macht es Spaß.“

Aus Mechaniker und Elektroniker wird der Mechatroniker
Die Ausbildung ist interdisziplinär angelegt und verbindet die Ausbildungsinhalte von Mechanikern,
Elektronikern und Informatikern – fertig ist der Mechatroniker. Den Beruf gibt es erst seit 1998, und seitdem bildet auch Pfannenberg aus. Mechatroniker bauen mechanische, elektrische und elektronische Komponenten zu komplexen Systemen zusammen, installieren Steuerungssoftware und halten die Systeme instand. Ursprünglich wurde der Beruf für den Maschinen- und Anlagenbau konzipiert. Der Mechatroniker ist ein Querschnittsberuf, der in unterschiedlichen Wirtschaftszweigen ausgebildet und eingesetzt werden kann: So zum Beispiel im Maschinen- und Anlagenbau, im Automobilbau und in Zuliefererbetrieben (Kfz-Mechatroniker), in der Elektroindustrie, in der Stahlindustrie oder im Handwerk.

Frauen haben den Beruf noch nicht für sich entdeckt
Die Ausbildung dauert dreieinhalb Jahre und wird in Industrie und Handwerk angeboten. Pfannenberg stellt pro Jahr zwei Auszubildende ein. Junge Frauen hat das Unternehmen allerdings noch nicht ausgebildet. „Bei uns bewerben sich pro Jahr im Schnitt 45 Interessenten. Das zeigt uns, dass der Beruf einfach noch nicht so bekannt ist. Und Frauen haben diesen Beruf leider noch nicht für sich entdeckt. Unser Wunsch ist, dass sich die Anzahl der Bewerberinnen noch steigert“, meint Petra Howe, Human Resource Managerin bei Pfannenberg. Die Auszubildenden erwartet eine 40-Stunden-Woche und sie durchlaufen während ihrer Ausbildungszeit alle Fertigungsbereiche wie Kühlgeräte, Filterlüfter und Blitzleuchten. Hier sind sie an der kompletten Fertigungslinie beteiligt wie beispielsweise der Vorbereitung der Fertigung, der Montage der Komponenten, der elektrischen Verdrahtung und der abschließenden Prüfung der Geräte.

Mit Mittlerer Reife oder Abitur gibt es grünes Licht
Ein guter Realschulabschluss beziehungsweise Abitur mit der Note befriedigend ist bei Pfannenberg Voraussetzung, um eine Ausbildung zum Mechatroniker zu beginnen. Wenn man die Ausbildung erfolgreich absolvieren will, sind laut Yannick Interesse an Mathe und Physik, logisches Denken, bildliches Vorstellungsvermögen und handwerkliches Geschick notwendig. „Außerdem ist Teamfähigkeit wichtig, um gemeinsam Lösungen zu finden.“ Der Unterricht in der Berufsschule ist anspruchsvoll. Gerade Energie- und Antriebstechnik findet Yannick ziemlich schwer: „Wie Physik, nur noch spezieller. Fertigungsmontagetechnik macht man auch nicht unbedingt mit links: Hier geht es beispielsweise darum, zu berechnen, wie viel Gewicht an eine Schraube gehängt werden kann, ohne dass sie bricht“, erklärt Yannick.

Und was kommt danach? – Perspektiven für Mechatroniker
Der Vorteil an der Ausbildung ist, dass sie zwei Berufe in sich vereint und auf diese Weise viele Entwicklungschancen bietet. „Wer in der Ausbildung feststellt, dass er sich mehr für Mechanik interessiert, vertieft eben diese Richtung“, sagt Yannick. Er selbst liebäugelt mit der Elektronik und kann sich vorstellen, nach der Ausbildung bei der Marine zu arbeiten. „Schiffselektronik finde ich sehr spannend und es reizt mich, ein bisschen rumzukommen.“ Wer nach der Ausbildung noch weiter kommen möchte, kann zusätzlich eine Fortbildung zum Mechatroniktechniker anschließen. Mit diesem Lehrgang ist man direkt an der Schnittstelle zwischen Facharbeiter und Ingenieur einsetzbar. „Einige studieren im Anschluss an die Ausbildung auch Maschinenbau oder Elektrotechnik“, erklärt Petra Howe. Eine weitere Option ist die Fortbildung zum Industriemeister Fachrichtung Mechatronik. Der Industriemeister konzipiert, installiert und wartet mechatronische Systeme. Außerdem plant er Arbeitsabläufe und disponiert Material. Zusätzlich übernimmt er Personalführung und Personalentwicklung.

Teilen, drucken, mailen:

Diskussion

Keine Kommentare zu “Was macht eigentlich ein Mechatroniker?”

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

azubi-News per E-Mail:

E-Mail-Adresse eingeben:

Ich erkläre mich damit einverstanden, dass meine E-Mail-Adresse für die Bereitstellung dieses Services an Google weitergegeben wird. Weitere Hinweise siehe Datenschutzerklärung.

Zugestellt von FeedBurner

Online durchblättern:


Ausgabenarchiv

Regionale Specials:


Archiv

WP2Social Auto Publish Powered By : XYZScripts.com

Diese Website verwendet Cookies und Google AdSense. Mit der Nutzung erklärst Du Dich damit einverstanden. Datenschutzerklärung

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen