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Ausbildung bei den Rauch Möbelwerken

Ausgeschlafen durchstarten

Als der 25-jährige Wendelin Rauch 1897 im baden-württembergischen Freudenberg einen Schreinerbetrieb mit Kleinmöbelproduktion gründete, hätte es kaum jemand für möglich gehalten, dass daraus einmal eines der führenden Unternehmen für Schlafzimmermöbel in Europa werden sollte. Am wenigstens wohl er selbst. Nachdem die dritte Generation des Familienunternehmens ein eigenes Spanplattenwerk in Markt Bibart für die Möbelproduktion kaufte, setzte dann in den 1970er Jahren der große Boom ein. Märkte in Frankreich, Belgien und den Niederlanden eröffneten sich, der Exportanteil schnellte in die Höhe. Heute sind auch das benachbarte Osteuropa und England weitere Absatzmärkte für die Rauch Möbelwerke.

Das Sortiment besteht aus 200 unterschiedlichen Möbelmodellen. Die Produkte sind „Made in Germany“, die Exportquote liegt bei 38 Prozent: 1800 Mitarbeiter stellen auf über 150.000 Quadratmetern Produktionsfläche an vier Standorten in Deutschland Schlafraummöbel in Form von Kastenmöbeln, Jugendzimmern, Schränken, Betten und Beimöbeln her. Dabei verarbeitet Rauch nur Frischholz aus heimischen Forsten. „Natürlich wissen wir, dass es kostengünstigere Produktionsstätten gibt, doch einen großen Teil der Ersparnisse büßt man durch viele Reklamationen später wieder ein“, erklärt Michael Stiehl, geschäftsführender Gesellschafter, die Wahl des Standortes. Mit Möbeln im mittleren und unteren Preissegment erwirtschaftet Rauch einen Umsatz von über 200 Millionen Euro im Jahr. Und: „Unternehmenskultur wird bei uns als Familienunternehmen in allen Ebenen und Bereichen gelebt und bedeutet vor allem Verantwortung gegenüber Mitarbeitern“, so Stiehl. Dies gilt auch für die Auszubildenden.

Viele Ausbildungsplätze
Insgesamt gibt es 50 Ausbildungsplätze. Die Vielfalt der angebotenen Ausbildungsberufe für junge Leute ist groß. Das Spektrum reicht vom Industriemechaniker über Holzmechaniker bis hin zum Industriekaufmann, Mechatroniker und Bachelor of Arts – Fachrichtung Industrie.

Ausbildungsorte sind Freudenberg, Mastershausen in Rheinland-Pfalz und Markt Bibart in Bayern. Eines haben alle Ausbildungswege gemeinsam: Mit Zeitverträgen übernimmt Rauch die Lehrlinge in der Regel nach dem Abschluss. „Für eine Ausbildung bei Rauch habe ich mich entschieden, weil die Firma in der Umgebung weit bekannt ist und einen guten Ruf hat, den auch die dortige Ausbildung besitzt“, sagt Verena Schmitt über den Familienbetrieb. Die 20-Jährige studiert den dualen Studiengang Bachelor of Arts – Fachrichtung Industrie, mit dem sie später in der Verwaltung arbeiten kann.

Duales Studium
Dual, das bedeutet, dass Studierende an der Dualen Hochschule Mosbach ein theoretisches Studium durchlaufen und gleichzeitig bei Rauch Praxis sammeln. Dabei bekommen sie bereits eine Vergütung und knüpfen wertvolle Netzwerke in allen kaufmännischen Abteilungen. Die Duale Hochschule Mosbach fordert einen Abitur-Notendurchschnitt von mindestens 2,5. Dies eröffnet die Möglichkeit, „seinen Bachelor innerhalb von drei Jahren abzuschließen, und man hat durch den Praxisbezug gute Aussichten auf dem Arbeitsmarkt“, sagt Verena Schmitt. „Nach dem Abschluss ist es möglich, mit ein paar Jahren Berufserfahrung in eine leitende oder gehobene Position aufzusteigen.“ Der Bachelor-Abschluss ist auch der Schlüssel für ein Masterstudium der Wirtschaftswissenschaften an der Universität.

Mechatroniker
Auch der 18-jährige Sebastian Sturm fühlt sich als angehender Mechatroniker wohl in der trotz der Unternehmensgröße familiären Atmosphäre: „Die Ausbilder und Gesellen sind nett und stehen einem mit Rat und Tat bei.“ Deswegen und weil die Ausbildung abwechslungsreich ist, mache sie ihm Spaß. Zuvor habe er ein Praktikum bei Rauch gemacht, was eine Voraussetzung für die Ausbildung ist. „Dort konnte man richtig mitarbeiten und hat nicht nur anderen Gesellen über die Schulter geschaut.“ Die Ausbildung zum Mechatroniker verbindet Elektrotechnik, Maschinenbau und Informatik neben naturwissenschaftlichen Grundlagen. „Die Vielseitigkeit, die ich jeden Tag erlebe, die gute Ausstattung der Werkstatt und die netten Kollegen“, sind es, die Azubi Fabian Dosch, 17, besonders gut gefallen.

Industriekauffrau
Die angehenden Industriekaufleute durchlaufen alle kaufmännischen Abteilungen wie etwa Einkauf, Verkauf, Buchhaltung, Personal, Marketing oder EDV. Und sie erhalten Einblicke in die Technik, Produktion sowie Produktentwicklung.  „Die einzelnen Abteilungen nehmen sich sehr viel Zeit für uns Auszubildende“, stellt Irina Bindnagel, 18, fest. „Durch den betrieblichen Unterricht bekommt man zusätzliches Wissen.“ Meist findet schon im letzten Ausbildungsjahr der Einsatz im späteren Aufgabengebiet statt. „Das Besondere ist der gute Kontakt zwischen den Azubis aber auch zu den Mitarbeitern und zum Ausbilder“, findet die achtzehnjährige Mareike Posch. Fertigen Industriekaufleuten steht die Weiterbildung und der Aufstieg zu den Berufen Fachkaufmann, Bilanzbuchhalter, Industrie- und Wirtschaftsfachwirt, Controller IHK und Betriebswirt offen.

Holzmechaniker
Den Auszubildenden übertragen die Rauch Möbelwerke während der Ausbildung bereits große Verantwortung. „Die Lehrlinge führen eigenverantwortlich Fertigungsaufträge durch“, sagt Karl Hofmann, Leiter der Ausbildung für Holzmechaniker. Dabei gehen sie mit ganz unterschiedlichen Werkstoffen um: Metalle, Kunststoffe, Holzwerkstoffe sowie ausgefallene Holzarten. Jeder Lehrling hat seinen eigenen Arbeitsplatz in Form einer Hobelbank mit Werkzeug. Das Besondere an der Ausbildung zum Holzmechaniker ist für Tobias Hörner, 18, „die besonders gut ausgestattete Lehrwerkstatt“. Einen hochmodernen Maschinenpark bietet Rauch den Auszubildenden. Ihre Einsätze sind im Maschinenraum, aber auch im Lackraum und in der Montage. Die Ausbildung zum Holzmechaniker ist eine Kombination aus handwerklicher wie industrieller Fertigung. „Das selbstständige Arbeiten und das Ergebnis, wenn man mit seinem Werkstück fertig ist“ – dies gefällt Max Büttner. Der 19-Jährige befindet sich im zweiten Ausbildungsjahr und hält seine Ausbildung zum Holzmechaniker für „die beste Ausbildung in der Region“.

Bewerben
Wer sich bei den Rauch Möbelwerken bewerben möchte, kann dies per E-Mail oder mit der Post tun und sollte dem Anschreiben einen Lebenslauf sowie eine Kopie des letzten Jahreszeugnisses beifügen. Die Ausbildung beginnt stets am 1. September, Bewerbungsschluss ist jeweils am 31. August des Vorjahres. Unterschiedliche Schulabschlüsse sind für den Zugang zu den einzelnen Ausbildungsgängen erforderlich, wobei das Auswahlverfahren von Rauch Bewerber mit guten Zeugnissen bevorzugt – in dem der ersten Auswahl folgenden Bewerbungstest überprüft die Firma dann das Allgemeinwissen der Kandidaten. Der Test beinhaltet auch eine Diskussionsrunde.

Kontakt:
Rauch Möbelwerke GmbH

Stefan Brehm
Wendelin-Rauch-Straße 1
97893 Freudenberg

Tel.: (09375) 810
Stefan.Brehm@rauchmoebel.de
www.rauchmoebel.de

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