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Ausbildung zur Fachangestellten für Arbeitsförderung

Mit Arbeitssuchenden seine Arbeit finden

Sie gehört zu den größten Arbeitgebern des Bundes und trotzdem nehmen ihre Besucher sie wohl eher selten als Ausbildungsstätte wahr. Die Bundesagentur für Arbeit (BA) bietet eine gut organisierte und kundenorientierte Ausbildung. Christina Carstens steht kurz vor ihrer Prüfung zur Fachangestellten für Arbeitsförderung und findet schon jetzt, dass sie die richtige Entscheidung getroffen hat.

„Ich wollte immer eine Arbeit haben, bei der man es mit Menschen zu tun hat. Außerdem sollte meine Ausbildung planmäßig und organisiert verlaufen“, sagt Christina. Sie ist eine von drei Azubis im dritten Ausbildungsjahr der Agentur für Arbeit in Oldenburg. Nach dem Abitur, das keine Voraussetzung für eine Einstellung ist, ging es für sie los. Die Berufsberatung hatte ihr empfohlen, sich bei der Arbeitsagentur zu bewerben. „Dass es hier auch Ausbildungsplätze gibt, war mir erst mal neu“, erzählt Christina heute. Mittlerweile entdecken Schulabgänger das ehemalige „Arbeitsamt“ immer häufiger als Adresse für eine Bewerbung. „Die Zahlen steigen momentan“, sagt Ellen Ene, Christinas Ausbildungsleiterin, „Auf fünf Stellen, die wir an unserem Standort in Oldenburg besetzten wollen, erhalten wir rund 100 Bewerbungen.“

Neben dem direkten Kundenkontakt komme aber auch die reine Büroarbeit nicht zu kurz. „Die sollte man ebenfalls mögen“, macht die 25-Jährige deutlich. Überhaupt ist die Arbeit einer Fachangestellten für Arbeitsförderung ein anspruchsvoller Job. Theoretischer Unterricht findet nicht nur in den sechs mal sechs Wochen Blockunterricht statt. Lernphasen gibt es bei den Arbeitsagenturen regelmäßig. Es gibt interne Klausuren und zwei Prüfungsfächer, die nicht in der Schule, sondern in den Agenturen unterrichtet werden. Gelernt wird besonders viel aus den Sozialgesetzbüchern I und II. Die Gesetzessammlungen sind Grundlage der Arbeit in den Agenturen.

Sicheres Gefühl vermitteln
Praktisch bereitet die Agentur ihre angehenden Arbeitsförderer immer wieder mit Rollenspielen auf Kundengespräche vor. „Wichtig ist, dass wir dann in der Praxis dabei ein sicheres Gefühl vermitteln können“, sagt Christina. Schließlich gebe es Leute, die nach langen Jahren im Betrieb ihren Job verlieren und so eine Situation etwas völlig Neues für sie ist. Es gebe Menschen, die mit großen Sorgen in die Agenturen kommen.

Kundenorientierung
Kundenkontakt, wenn auch noch nicht in komplizierten Situationen, sollen die Azubis bereits nach zwei bis drei Tagen in ihrer Praxisphase haben, so Ellen Ene. „Das Gute ist auch, dass wir hier nie das Gefühl bekommen, alleine gelassen zu werden“, sagt Christina, nachdem sie vom vielen Lernstoff erzählt hat. Trotzdem: Die wichtigsten Eigenschaften für potenzielle Auszubildende seien die Lernbereitschaft und natürlich eine ausgeprägte Kundenorientierung. Dass Christina mit ihrer Wahl bei der Arbeitsagentur ihre Ausbildung zu absolvieren, richtig lag, ist sie sich sicher. „Wenn ein Kunde kommt, sich bedankt und der Meinung ist, dass wir das gut gemacht haben“, verstärkt das mein Gefühl. In der Theorie seien gute Noten ihre Erfolgserlebnisse. Vorbereitet solle man in jedem Fall auf den Kontakt mit Menschen und auf anspruchsvolle Themen sein.

Allgemein dauert die Ausbildung drei Jahre. Christina verkürzt sie um sechs Monate. Um die Chance für eine Weiterbeschäftigung sieht es gut aus. Schon bei der Einstellung der Auszubildenden achtet die Agentur darauf, dass nach den drei Jahren auch entsprechend viele Stellen für eine Übernahme frei werden. In der Regel komme es zu einem Arbeitsverhältnis, mindestens für zwei weitere Jahre. Bewerber sollten ein gutes Ausdrucksvermögen in Deutsch mitbringen. Auch in Mathematik sollten die Leistungen gut sein. „Wichtig ist aber ebenfalls die Diskretion, immerhin bekommt man es hier mit vielen privaten Sachverhalten zu tun. Außerdem sollte man in der Lage sein, wirtschaftliche Zusammenhänge zu erkennen“, sagt Ellen Ene.

Azubis in ganz Deutschland
Bei der Bundesagentur für Arbeit lernen in ganz Deutschland 2937 Auszubildende den Beruf zu Fachangestellten für Arbeitsförderung. Auch Ausbildungen zu anderen Berufen sind bei ihr möglich. Neben angehenden Köchen, Hauswirtschaftlern und Hotelfachleuten sind es auch die Studierenden und Absolventen der Hochschule der BA, die zu den insgesamt 4128 Nachwuchskräften zählen.

Foto: Erik Rossel

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