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Ausbildung bei der DB Netz AG

Die Weichen gut gestellt

Die DB Netz AG ist ein Unternehmen der Superlative. Die Tochter der Deutschen Bahn gilt als das leistungsfähigste Schieneninfrastrukturunternehmen Europas. 34.000 Mitarbeiter beschäftigt die DB Netz AG, dies entspricht der Kilometer an Schienennetz, das sie unterhält. Betrieb, Instandhaltung und Investitionen in diese Anlagen erfordern ein hohes fachliches Know-how. Um sich hierbei qualifizierten Nachwuchs zu sichern, setzt die DB Netz AG stark auf die Berufsausbildung. 1.400 Azubis beschäftigt das Unternehmen derzeit. In den kommenden Jahren werden jährlich bis zu 800 Auszubildende eingestellt. Ihnen und weiteren Bewerbern bieten sich glänzende Berufsperspektiven in einem sozial gut abgesicherten Umfeld. Besonders gefragt sind Eisenbahner im Betriebsdienst, Fachrichtung Fahrweg, Industrieelektriker, Elektroniker für Betriebstechnik und Tiefbaufacharbeiter/Gleisbauer.

370 Eisenbahnverkehrsunternehmen gibt es in Deutschland, die die Gleise des europäischen Marktführers nutzen. Täglich fahren rund 39.000 Züge auf den Verkehrswegen der DB Netz AG. Damit alle reibungslos und zielsicher unterwegs sind, bedarf es etlicher Fachleute, deren Einsatzgebiete und Tätigkeiten wie Zahnräder ineinandergreifen.

Alles in Bewegung
Der ordnungsgemäße Zustand des gesamten Schienennetzes und der dazugehörigen technischen Anlagen inklusive Oberleitungen sowie Leit- und Sicherungstechnik wird von den Mitarbeitern der DB Netz AG mit speziellen Mess- und Prüfwerkzeugen überwacht. Bei Bedarf werden Eisenbahnschwellen und Millionen von Tonnen Schotter erneuert, Weichen und Schienen ausgewechselt, Brücken saniert und der Randbewuchs der Strecken zurückgeschnitten.

Gleisbauer
Philipp Prange hatte ursprünglich eine Ausbildung zum Glaser begonnen und festgestellt, dass dies nicht das Richtige für ihn war. Er brach die Ausbildung ab und sah sich nach einem anderen Beruf um. „Es sollte etwas mit körperlicher Arbeit sein, aber auch an der frischen Luft“, sagt der 18-Jährige. Am liebsten habe er etwas mit Metall machen wollen. So sei er schließlich auf den Beruf Tiefbaufacharbeiter/Gleisbauer und die DB Netz AG als Ausbildungsunternehmen aufmerksam geworden.

Gesundheit vorausgesetzt
Bevor er die dreijährige Ausbildung beginnen konnte, musste sich Philipp umfangreichen Gesundheitstests unterziehen. „Wer am Gleis arbeitet, darf nicht umfallen“, sagt Ausbildungskoordinatorin Karin Malchau mit einem Augenzwinkern aber nicht ohne Ernst. Herz-Kreislaufsystem, Höhentauglichkeit, der allgemeine Gesundheitszustand sowie die psychologische Eignung der Bewerber werden von der DB Netz AG genauestens untersucht. „Man muss körperlich fit und gesund sein“, so Karin Malchau. Und das nicht nur vor der Bewerbung. Auch später werden die Mitarbeiter im Bahnbetrieb in regelmäßigen Abständen auf ihre gesundheitliche Tauglichkeit hin geprüft.

Bei Wind und Wetter
Als Gleisbauer arbeitet Philipp auf Baustellen der Bahn, lernt Gleise instand zu halten, Schienen und Schwellen auszutauschen oder neu mit Schotter zu unterfüttern und nicht mehr benötigte Gleise zurückzubauen. „Das ist kein Schönwetterberuf“, erklärt Karin Malchau. Die Arbeit sei körperlich sehr anspruchsvoll, aber eben auch abwechslungsreich. Zum Ausbildungsumfang gehöre weit mehr als der Umgang mit Schienen und Schwellen. Man lerne unter anderem alles, was ein Tiefbaufacharbeiter können muss: Neben Mauern, Holzarbeiten, Straßenbau und Fliesenlegen, gehören Estricharbeiten oder das Verlegen von Rohren dazu.

Normwerte im Blick
Philipps Aufgabe liegt vor allem in der Streckenkontrolle. „Wir messen Weichen, Schienen und Gleise durch, prüfen, ob es Abweichungen von den Normmaßen gibt, kontrollieren das Gleisbett sowie Tunnel und Brücken“, beschreibt er die Zuständigkeiten eines Gleisbauers. Kleinere Mängel, die sich vor Ort beheben lassen, beseitigen die Mitarbeiter  sofort. Größere werden zur weiteren Bearbeitung an den zuständigen Bezirksleiter übermittelt, der die Beseitigung veranlasst.

Elektroniker für Betriebstechnik
Fabian Schulze war über das Internet auf die DB Netz AG als Arbeitgeber aufmerksam geworden. „Physik und Mathe lagen mir schon in der Schule, deshalb wollte ich gerne was in Richtung Elektroniker, Mechatroniker machen“, blickt er zurück. Die DB Netz AG gefiel ihm nicht zuletzt wegen der guten Übernahmechancen nach der Ausbildung und so bewarb er sich aus einem kleinen Ort nahe dem thüringischen Nordhausen. Er bekam die Stelle und zog im Alter von 16 Jahren in das 280 Kilometer entfernte Hannover, um seine Ausbildung zu beginnen. Der 19-Jährige ist inzwischen im dritten Ausbildungsjahr zum Elektroniker für Betriebstechnik und begeistert von der Vielfalt und Abwechslung, die dieser Beruf mit sich bringt.

DB Training und Berufsschule
Die Grundlagen und das Fachwissen erlernte Fabian im trialen System der Deutschen Bahn AG. Das bedeutet, dass seine Ausbildung in der Berufsschule, im Ausbildungsbetrieb und in der Ausbildungswerkstatt bei DB Training, dem internen Bildungsdienstleister der Deutschen Bahn, durchgeführt wird. Bei DB Training werden die Ausbildungsinhalte anhand von Ausbildungsprojekten in Ausbildungswerkstätten erlernt. In der Berufsschule wird das theoretische Wissen vermittelt und im Unternehmen sind es die betrieblichen und fachlichen Kompetenzen der DB Netz AG.

Industrieelektriker
Auch die Industrieelektriker, wie der 18-jährige Robin Kroh einer ist, lernen bei DB Training die Grundlagen der Elektrotechnik. „Das beginnt mit ganz einfachen Schaltungen, wie sie fachgerecht aufgebaut werden, bis hin zu komplexen Schaltungen, wie zum Beispiel einer Rolltorsteuerung“, erklärt er. „Man entwickelt Schaltkreise komplett selbstständig, vom Schalter mit Leuchte bis hin zur speicherprogrammierbaren Steuerung“, ergänzt Fabian.

Schnell vor Ort
Zurzeit ist Fabian in der Leit- und Sicherungstechnik (LST) in Göttingen eingesetzt. Wenn eine Schranke nicht öffnet oder ein Signal ausgefallen ist, werden die LST-Mitarbeiter gerufen, um das Problem zu beheben. In zwei bis drei Personen starke Gruppen eingeteilt, sind sie schnell vor Ort und nehmen sich der Sache an. Azubi Fabian ist in der Regel mit einem Meister und einem Facharbeiter gemeinsam unterwegs. Alle drei müssen sich dabei absolut aufeinander verlassen können.

Vertrauenssache
„Mehr als drei Leute dürfen nicht ins Gleis“, sagt Jens Steinbrück, Teamleiter Oberleitungen am Standort Hannover. Ein Lehrgang zur Selbstsicherung sei weitere Grundvoraussetzung. „Vor Ort muss dann alles Hand in Hand gehen“, sagt er. Die Gefahr durch vorbeifahrende Züge sei nicht zu unterschätzen und so müssen die Kollegen vollkommen aufeinander zählen können.

Soziale Methoden und Kompetenzen
Die Teamfähigkeit aller Auszubildenden wird in einem einwöchigen Seminar gestärkt. Soziale Methoden und Kompetenzen stehen hier im Mittelpunkt. „Im Team werden verschiedene Aufgaben bewältigt, zum Beispiel über hohe Mauern klettern oder mit verbundenen Augen über einen Parcours gehen“, sagt Gleisbauer Philipp Prange. Nach diesem Seminar können die Azubis ihre Stärken und Schwächen einschätzen und wissen, worauf es beim sozialen Umgang miteinander ankommt.

Powerberufe
Die Ausbildung zum Elektroniker für Betriebstechnik dauert regulär dreieinhalb Jahre, bei guten Leistungen ist aber auch ein früherer Abschluss möglich. Die Facharbeiterprüfung zum Industrieelektriker findet bereits nach zwei Jahren statt. Im Prinzip sind beide Berufe ähnlich: Während die Industrieelektriker auf die Wartung und Instandhaltung elektrischer Systeme spezialisiert sind, erstreckt sich der Tätigkeitsbereich der Elektroniker für Betriebstechnik von der Programmierung und Anpassung von Systemen über die Planung von Anlagenerweiterungen und -änderungen bis hin zum Zusammenbau von Automatisierungssystemen und Schaltgeräten.

Alles nach Plan
Neben der Instandhaltung der Gleisanlagen und dem Realisieren von Ausbauprojekten obliegt der DB Netz AG auch die wichtige Aufgabe der Fahrplankonzeption. Millionen von Menschen verlassen sich täglich darauf, bequem ankommen, abfahren oder umsteigen zu können. Wirtschaftsunternehmen nutzen die Schiene zum Transport ihrer Güter. Für einen reibungslosen Ablauf muss eine unglaubliche Fülle an Informationen detailliert berechnet und miteinander in Einklang gebracht werden. In die Berechnungen einbezogen werden dabei nicht nur Halte-, Umsteige- und Knotenpunkte, Signale oder Weichen, sondern auch viele weitere Komponenten wie zum Beispiel Steigungen und Gefälle der jeweiligen Bahnstrecken.

Eisenbahner im Betriebsdienst, Fachrichtung Fahrweg
Das Herzstück der Zugkoordination für Norddeutschland ist die Betriebszentrale der DB Netz AG in der Lindemannallee in Hannover. 150 Mitarbeiter sind hier beschäftigt, die, ähnlich wie Fluglotsen im Tower, den Bahnverkehr überwachen – Eisenbahner im Betriebsdienst, Fachrichtung Fahrweg, nennen sie sich. Sie sorgen als „Zuglotsen“ für einen pünktlichen und sicheren Zugbetrieb und werden insbesondere dann gefordert, wenn es Abweichungen vom Regelbetrieb gibt.

Einzigartiger Arbeitsplatz
Auch die 17-jährige Ann-Kathrin Martens erlernt den Beruf des EiB F, wie der Eisenbahner im Betriebsdienst im Bahnjargon abgekürzt heißt. „Ich wollte einen einzigartigen Arbeitsplatz“, sagt sie. Wichtig war ihr auch, sich auf die Ausbildung aufbauend weiterbilden zu können. Als sie die Betriebszentrale zum ersten Mal betreten habe, sei sie beeindruckt gewesen. „Von hier aus werden Züge in Hamburg, Lübeck oder Bremen gesteuert, das ist schon cool.“

Regelfestigkeit gefragt
Der enormen Verantwortung ihres Berufs ist sie sich bewusst. In ihrer Ausbildung wird sie bestens darauf vorbereitet. Neben den Grundlagen des Eisenbahnbetriebs erlernt Ann-Kathrin das Rangieren und Bilden von Zügen, Projektmanagementverfahren und Methoden zur Verbesserung der Betriebsqualität. Auch das Leiten des Fahrdienstes im Regelbetrieb und besonders bei Unregelmäßigkeiten, zum Beispiel, wenn ein Zug überholt werden muss oder es technische Probleme gibt, lernt sie während ihrer Ausbildung. Hinzu kommt das Bedienen der verschiedenen Stellwerkstechniken. „Was in solchen Fällen zu tun ist, ist klar geregelt“, erklärt Karin Malchau. Kreativität sei hier nicht gefragt, dafür aber absolute Regelfestigkeit, da im Störungsfall nicht alles erst noch mal nachgelesen werden kann. Die theoretische Ausbildung sei deshalb sehr intensiv. „Man muss echt viel lernen“, bestätigt Ann-Kathrin, „das ist, wie eine neue Sprache zu entdecken.“

Von mechanisch bis computergesteuert
Die Stellwerke, auf die sie im Laufe ihrer Ausbildung wechselt, werden immer größer und moderner und mit ihnen wachsen auch die Zuständigkeitsbereiche. Während der Fahrdienstleiter in einem kleinen Stellwerk ausschließlich den einsehbaren Bahnhofs- oder Streckenbereich leitet, sieht der Kollege in der computergesteuerten vollelektronischen Betriebszentrale keine Züge mehr, hat dafür aber den gesamten Bahnhof sowie ganze Strecken als leuchtende Pläne auf verschiedenen Monitoren. Mit der Größe des Bereichs wächst auch die Zahl der zu kontrollierenden Züge. „Ziel der Ausbildung ist es, dass sie in einer Schicht 200 Zugfahrten managt“, erläutert Karin Malchau.

Zugbeobachtung
Aktuell arbeitet Ann-Kathrin auf dem Bahnhof von Bad Oldesloe. Das Steuern des Zugbetriebs ist ihr als Auszubildender am Ende des ersten Lehrjahres zwar noch nicht gestattet, aber hier lernt sie von erfahrenen Fahrdienstleitern aus erster Hand die Funktion des Stellwerks und das regelkonforme Vorgehen in sich permanent verändernden Situationen. Andere Aufgaben nimmt sie bereits eigenverantwortlich wahr: „Zugbeobachtung macht momentan einen großen Teil meiner Arbeit aus“, sagt sie. „Es geht darum, Auffälligkeiten an vorbeifahrenden Zügen festzustellen. Wenn zum Beispiel eine Plane nicht richtig fest ist oder irgendwo Qualm austritt.“

Durchsagen
Ebenso spricht sie die Durchsagen auf ihrem derzeitigen Bahnhof: „Vom ersten Tag an habe ich das gemacht“, sagt sie. Am Anfang sei das sehr aufregend gewesen, inzwischen aber längst zur Normalität geworden. Über fehlende Abwechslung an ihrem Arbeitsplatz kann sich die 17-Jährige nicht beklagen. „Eintönig ist dieser Beruf auf keinen Fall“, sagt sie.

Gute Perspektiven
Die Übernahmechancen für Ann-Kathrin stehen wie bei allen anderen Auszubildenden der DB Netz AG gut. Im Sommer 2011 haben zum Beispiel über 90 Prozent aller Auszubildenden, die ausgelernt haben, ein Übernahmeangebot bekommen. Für alle dargestellten Bahnberufe gilt: Weiterbildungs- und Aufstiegsmöglichkeiten gibt es viele. Das Klima unter den „Bahnern“ stimmt und das Unternehmen bietet jede Menge Sozialleistungen wie beispielsweise das Jobticket für Mitarbeiter, Urlaubs- und Weihnachtsgeld und vermögenswirksame Leistungen.

Mehr Infos zu den Berufen der DB Netz AG und der Deutschen Bahn, zu Ansprechpartnern sowie die Möglichkeit zur Online-Bewerbung  gibt es im Internet unter: www.deutschebahn.com/schueler

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