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Ausbildung bei der VK Mühlen AG

Qualität ist „Ährensache“

Der Winter kommt, der Regen wird kälter. Draußen ist es schmuddelig und das Wetter lässt kaum weihnachtliche Gefühle aufkommen. Aber wenn der Duft frisch gebackener Plätzchen durch die Wohnung zieht, dann spürt man es ganz deutlich: das große Fest rückt näher. Gemütlichkeit, Wärme und wohliges Mit-einander prägen die besinnlichen Tage und jedes Kind weiß: In der Weihnachtsbäckerei, gibt’s so manche Leckerei. Ohne Mehl, das wissen wir, gäbe es keine Backwaren – nicht nur zu Weihnachten. Aber wo kommt das Mehl her, aus dem Brot, Kekse, Pizzateig und vieles mehr hergestellt werden? Wir besuchten die VK Mühlen AG in ihrem Hauptsitz in Hamburg, um zu erfahren, wie eine moderne Mühle aussieht und welche Berufe es hier gibt.

Müller ist einer der ältesten Berufe der Welt und entsprechend verstaubt fällt auch das Bild aus, das viele Menschen von ihm haben: ein kräftiger Kerl, der in seiner kleinen Mühle Mehl in Säcke abfüllt und diese mit seinen großen Händen ins Lager trägt. Aber das war einmal. Getreide wird längst nicht mehr in Windmühlen gemahlen und es klappert auch nichts mehr am rauschenden Bach. Nicht Kraft, sondern Köpfchen ist bei den heutigen Müllern gefragt.

Erfolgreiches Netzwerk
Die VK Mühlen AG ist der größte Mühlenkonzern Europas, unter ihrem Dach bündeln sich insgesamt elf Betriebe zu einem erfolgreichen Firmennetzwerk. Die Mehlmarken des Hauses, unter ihnen „Aurora“, „Diamant“ und „Gloria“, kennt man aus dem Handel. Die Produktpalette der VK Mühlen AG reicht aber noch viel weiter. Sogenannte „nicht-handelsübliche Mehle“ machen einen erheblichen Teil der Produktion aus. Sie werden von großen Kunden eingekauft, die daraus Erdnussflipps, Keksriegel, Tütensuppen oder Hamburger-Brötchen machen. In fast jedem Lebensmittel in Deutschland hat die VK Mühlen AG ihre Finger im Spiel. Für die 900 Mitarbeiter bedeutet das sehr viel Verantwortung.

Know-how gefragt
Die Ansprüche an Qualität, Preis und Warenmenge sind hoch wie nie zuvor und nur mit modernster Technik, einer engmaschigen Qualitätssicherung und einer ausgeklügelten Logistik wird man ihnen gerecht. Auch die Anforderungen an die Menschen, die in einer solchen Mühle arbeiten, haben sich entsprechend verändert. Schwere körperliche Arbeit gehört der Vergangenheit an und mithilfe von Computern und Maschinen hat man die Produktionsabläufe zu großen Teilen automatisiert und den Warendurchlauf deutlich erhöht. Jede Menge Know-how ist da gefragt. Ein Erfordernis hat sich aber nie verändert: die Liebe zum Produkt.

Ausbildung in vier Berufen
Die VK Mühlen AG bildet an insgesamt zehn Standorten in Deutschland aus – und zwar nach Bedarf. Der Plan ist also, die Auszubildenden nach erfolgreichem Abschluss auch zu übernehmen. „Unsere Azubis sind unsere Fachkräfte von morgen“, sagt Miriam Mueller, Mitarbeiterin der Personalabteilung. Und diese Fachkräfte sind nicht ausschließlich Müller, oder „Verfahrenstechnologen in der Mühlen- und Futtermittelwirtschaft“, wie der Beruf heute offiziell heißt. Ebenso gehören Industriekaufleute, Fachkräfte für Lebensmitteltechnik und Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung dazu.

Verfahrenstechnologe in der Mühlen- und Futtermittelwirtschaft
Sven-Oliver Obertreis ist angehender Verfahrenstechnologe in der Mühlen- und Futtermittelwirtschaft, kurz: Müller. Über einen Bekannten seiner Familie ist er auf den Beruf aufmerksam geworden. Erste Einblicke in die Praxis ermöglichte ihm ein Praktikum in der Aurora Mühle in Hamburg, die zur VK Mühlen AG gehört. Schnell war er überzeugt, hier sein berufliches Glück finden zu können. „Die Tätigkeiten haben mir gefallen und auch das Miteinander unter den Kollegen. Das ist wie eine Familie, hier kennt jeder jeden“, sagt er.

500 Tonnen Mehl am Tag
Mit seinem erweiterten Realschulabschluss bewarb sich Sven-Oliver bei der Aurora Mühle. „Ich wurde damals zum Vorstellungsgespräch mit dem Obermüller eingeladen“, blickt der 17-Jährige zurück. Obermüller, das ist der freundliche Rainer Witte, der seit zwölf Jahren über sämtliche Produktionsabläufe in der Aurora Mühle wacht, die jeden Tag, rund um die Uhr, 500 Tonnen Mehl hervorbringen. „Das Gespräch verlief gut und nach einiger Zeit kam per Telefon die Zusage“, blickt Sven-Oliver zurück. Auch an seinen ersten Arbeitstag kann er sich noch gut erinnern: „Es gab eine kleine Willkommensfeier mit Werksleiter, Abteilungsleitern und den Azubis anderer Jahrgänge. Ich habe mich gleich gut aufgehoben gefühlt.“

Kennenlernen mit Pizza
„Am Willkommenstag wollen wir den neuen Azubis die Unsicherheit nehmen“, erklärt Miriam Mueller. „Wir bringen hier die neuen Azubis mit den ‚alten Hasen‘ zusammen. Sie sollen sich dabei so gut kennenlernen, dass sie sich den anderen später gegenseitig vorstellen können.“ Und bevor es dann am Nachmittag zum ersten Mal in die jeweiligen Fachabteilungen geht, isst man gemeinsam noch eine Kleinigkeit. „Pizza bestellen ist da zum Beispiel sehr angesagt.“

Qualität auf dem Prüfstand
Nicht ganz so früh wie bei den Bäckern, doch aber zeitig, fängt der Arbeitstag von Sven-Oliver an: 6 Uhr, Frühschicht. „Als minderjähriger Azubi bin ich meistens hier eingeteilt“, sagt er. Das mache ihm aber nichts aus, denn um 14 Uhr habe er Feierabend und dann ja noch richtig was vom Tag. Sein derzeitiges Einsatzgebiet ist das Silo, Annahme und Vorreinigung von Getreide gehören hier zu seinen Aufgaben. Er wacht also nicht nur über die richtige Lagerung, sondern auch über die Qualität der eingehenden Waren.

Guter Riecher und Fingerspitzengefühl
„Wenn die Getreide-Lkw vorfahren, nehme ich erst mal eine Produktprobe, die ich an das Labor weitergebe. Und ich prüfe auch sensorisch: Riecht die Ware muffig oder weist einen Fremdgeruch oder sogar Schädlinge auf, muss ich einen Fahrer dann auch mal wieder nach Hause schicken“, sagt er. Fingerspitzengefühl im Umgang mit Menschen sei da schon manchmal gefragt.

Gleichbleibend gut
Als Müller arbeitet Sven-Oliver mit modernster Technik, bedient, pflegt und wartet die computergesteuerten Produktionsanlagen. Durch Feinjustierung und ständige Qualitätskontrollen sorgt er für gleichbleibend gute Ergebnisse. „Die bei uns eintreffenden Rohstoffe können als Naturprodukte natürlich in ihrer Beschaffenheit variieren. Die Ware, die rauskommt, muss aber immer gleich sein. Da muss man von Produkt zu Produkt Feinabstimmungen vornehmen“, erklärt er.

Im Block ins Internat
Die Berufsschule besuchen die Müller im Blockunterricht. Sämtlichen Mühlenbetrieben innerhalb Deutschlands stehen dabei lediglich zwei Berufsschulen zur Verfügung: Wittingen im Norden und Stuttgart im Süden der Republik. Und da die Entfernungen zu den jeweiligen Standorten zum Teil sehr groß sind, gibt es eine Besonderheit: „Unsere Müller wohnen während der Berufsschulblöcke im Internat“, sagt Rainer Witte. Sämtliche Kosten für Anreise, Verpflegung und Schulmaterialien übernehme der Arbeitgeber.

Fachkraft für Lebensmitteltechnik
Nicht ganz so weit zur Berufsschule hat man es als Fachkraft für Lebensmitteltechnik (Falet). Das liegt einfach daran, dass es für sie in ganz Deutschland wesentlich mehr Ausbildungsbetriebe gibt. Auch bei der Kampffmeyer Food Innovation GmbH, einer Tochter der VK Mühlen AG kann man diesen Beruf erlernen. Wie die Müller steuern Falets Produktionsanlagen nach vorgegebenen Rezepturen, nehmen Prozessstoffe an und lenken Verpackungsprozesse. Auch wenn es sich um einen anderen Beruf handelt, gibt es also durchaus Überschneidungen in den Tätigkeiten. „Das hat auch was mit Tradition und Spezialisierung zu tun“, erklärt Obermüller Witte. „Einige Mühlen schwören auf Falets, andere wollen unbedingt bei Müllern bleiben.“ Selbst bilde man Falets in geringerer Zahl und bisher auch ausschließlich am Standort Hamburg aus.

Allrounder
Die Fachkräfte für Lebensmitteltechnik gelten als die Allrounder in der Lebensmittelindustrie. „Die Einsatzmöglichkeiten sind sehr breit“, sagt Stefan Fischer. So arbeiten Falets zum Beispiel auch in der Eisherstellung, in der Schokoladenindustrie oder in Wurstfabriken. Der 23-Jährige hat im vergangenen Jahr seine Ausildung bei der Kampffmeyer Food Innovation erfolgreich abgeschlossen und ist, wie die meisten Azubis des Mühlenkonzerns, übernommen worden.

Forschung und Entwicklung
Besonders gerne arbeitete Stefan schon während seiner Ausbildung im Bereich Forschung und Entwicklung. Im firmeneigenen Labor ist er inzwischen als Angestellter tätig und hat zum Beispiel an der Entwicklung eines neuen Trägerstoffs für Tütensuppen mitgewirkt. Immer wichtig: „Es muss gesund, frei von Chemie und günstig sein.“ Abnehmer der Mehlprodukte des Hauses seien nicht selten große Lebensmittelhersteller, die ihr Augenmerk sowohl auf Kosten als auch auf hohe Qualität richteten.

Industriekaufleute
Die nach den Müllern am stärksten vertretene Berufsgruppe bei der VK Mühlen AG sind die Industriekaufleute. Joke-Marret Kobs ist eine von ihnen. „Nach dem Abi hatte ich eigentlich gedacht, ich geh‘ studieren“, sagt sie. Verschiedene Überlegungen brachten sie schließlich darauf, zunächst mal ein Praktikum bei der VK Mühlen AG zu durchlaufen: „Ich wollte in Hamburg bleiben und was mit Ernährung machen. Laborarbeit hat mich interessiert.“

Praktikum bringt Klarheit
So bewarb sie sich auf ein Praktikum in der Qualitätssicherung, das ihr bei der weiteren Orientierung half: „Nur Lebensmittellabor, das war nichts für mich.“ Im Gespräch mit der Personalabteilung habe sich dann der kaufmännische Bereich als gute Option herauskristallisiert. „Die Arbeiten und das Team haben mir so gut gefallen“, begründet sie ihre anschließende Bewerbung. Inzwischen ist die 21-Jährige im zweiten Ausbildungsjahr und derzeit in der Personalabteilung eingesetzt.

Gespür für die Produkte
„In meinem Ausbildungsbetrieb lerne ich wirklich alle Abteilungen, die für mich relevant sind, kennen“, sagt Joke-Marret. Und Miriam Mueller bestätigt: „Unsere Industriekaufleute gehen am Anfang ihrer Ausbildung zum Beispiel erst mal ins Labor, damit sie ein Gespür für die Produkte entwickeln können.“

Verantwortung, an der man wächst
Joke-Marret lobt das familiäre Arbeitsklima, das „eher nicht wie in einem Konzern“ sei. Und sie schätzt die kompetente Ausbildung: „Wenn ich Fragen habe, stehen mir meine Kollegen immer zur Verfügung. Außerdem finde ich es besonders toll, dass man als Azubi komplett in den Tagesablauf der Abteilung eingespannt wird – ziemlich viel Verantwortung an der man als Azubi wächst!“ Gerade in der Berufsschule, wo sie auf andere Industriekaufleute treffe, merke sie immer wieder, wie gut man bei ihrem Ausbildungsbetrieb integriert sei und wie eigenverantwortlich man arbeiten dürfe.

Gerne bleiben
Die typischen Tätigkeitsbereiche der Industriekaufleute bei der VK Mühlen AG sind die Buchhaltung, der Getreideeinkauf, die Personalabteilung oder auch der „Nachprodukteverkauf“, bei dem zum Beispiel beim Mahlen angefallene Kleie an die Futtermittelindustrie weiterverkauft wird. Joke-Marret möchte gerne bei der VK Mühlen AG bleiben – ginge es nach ihr, dann am liebsten im Personalwesen oder im Einkauf.

Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung
Und Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung, was machen die in einer Mühle? „Softwareentwicklung, aber auch PC-Support“, erklärt IT-Ausbilder und Programmierer Nils Neumann. „Unser ERP-System ist zum größten Teil eine Eigenentwicklung“, sagt er. ERP-System? Wir schlagen nach: „Ein Enterprise Resource Planning-System (ERP-System) unterstützt sämtliche in einem Unternehmen ablaufenden Geschäftsprozesse. Es enthält Module für die Bereiche Beschaffung, Produktion, Vertrieb, Anlagenwirtschaft, Personalwesen, Finanz- und Rechnungswesen usw., die über eine gemeinsame Datenbasis miteinander verbunden sind“, sagt das Gabler Wirtschaftslexikon. Wow!

Eigengewächs
Seine Abteilung hat das System zu großen Teilen selbst programmiert und entwickelt es immer weiter. Und mit dem Programm muss natürlich auch die Mannschaftsstärke wachsen. „Inklusive unseres Azubis sind wir derzeit zehn Personen“, erklärt Neumann. Von Hamburg aus entwickeln und steuern sie das System und übernehmen auch den Support für die etwa 450 PC-Arbeitsplätze des Konzerns.

Meistens an Projekten „Gerade weil es keine Computerfirma ist, wollte ich meine Ausbildung hier anfangen“, sagt Fachinformatiker-Azubi Stephan Ronge. „Zu sehen, wie die EDV den Alltag in einem Mühlenkonzern beeinflussen kann, ist sehr interessant“, fügt er hinzu. Wie der Zusatz „Anwendungsentwicklung“ schon sagt, liegt der Schwerpunkt seiner Ausbildung auf der Programmierung. „Die meiste Zeit des Tages arbeitet man an Projekten, die gezielt auf die Verbesserung der Programme eingehen“, beschreibt der 21-Jährige seinen Berufsalltag. Zwischendurch kümmere er sich um Mitarbeiter, bei denen Probleme bei der Nutzung der Software auftreten.

Abläufe verstehen
Wie alle anderen Azubis durchläuft aber auch er Fremdabteilungen. „Zum Beispiel war ich schon in der Auftragsabwicklung“, sagt Stephan. Das sei auch wichtig, um die Abläufe zu verstehen, die man mit der eigenen Software abbilde, erklärt sein Ausbilder Nils Neumann. Das Programmieren neuer Anwendungen, die später tatsächlich Verwendung finden, gefällt Azubi Stephan jedoch am besten.

Azubi des Jahres
In welchem Beruf auch immer, eine hohe Ausbildungsqualität scheint bei der VK Mühlen AG „Ährensache“ zu sein. Das belegt auch der frisch errungene Sieg der Auszubildenden Müllerin Anne Winter, die in der Kategorie „Selbstvorstellung“ als Beste aus dem Wettbewerb „Hamburgs Azubi des Jahres“ hervorgegangen ist. Der anspruchsvolle Wettbewerb wird jedes Jahr von der IHK, der Handwerkskammer und Bild ausgerichtet.

Konzernweite Treffen
Auch das Miteinander unter den Azubis wird stark gefördert: „Alle zwei Jahre laden wir zum konzernweiten Azubitreffen an wechselnden Standorten ein“, sagt Miriam Mueller. Dies, die Azubi-Weihnachtsfeiern, Azubi-Projekte und Nachhilfeangebote durch „ältere“ Azubijahrgänge sprechen für sich. Eine absolute Besonderheit: „Azubis aus dem zweiten Lehrjahr dürfen bei der Bewerberauswahl für die Besetzung der neuen Ausbildungsplätze mitentscheiden.“

Kontakt:
VK Mühlen AG
Personalabteilung
Miriam Mueller
Haulander Hauptdeich 2
21107 Hamburg

Tel.: (040) 75109-795

miriam.mueller@vkmuehlen.de
www.ausbildung-muehle.de

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