Bewerbung


Wie bewerbe ich mich erfolgreich?

Eine Be-Werbung bedeutet immer auch Werbung in eigener Sache. Es gilt die jeweilige Firma von den eigenen Kompetenzen, der wirklichen Leistungsmotivation und auch der Persönlichkeit eindrucksvoll zu überzeugen. Hierzu gehören natürlich passende Bewerbungsunterlagen, die individuell für die jeweilige Stelle ausgearbeitet werden sollten. Konkret geht um die richtigen Formulierungen, aber auch um die optische Gestaltung der Dokumente.

Die Bewerbungsmappe
Die traditionelle schriftliche Bewerbung, bei der vollständige Unterlagen erwartet werden, besteht aus Anschreiben, Lebenslauf, Foto, Zeugnis-Kopien sowie Sonstiges (Bescheinigungen, Arbeitsproben, Referenzen).

Beim Anschreiben ist der erste Satz sicherlich immer der Schwerste. Das geht auch dem erfolgreichsten Schriftsteller so. Denn die ersten Worte entscheiden darüber, ob sich der Leser für das, was Sie ihm im Folgenden zu bieten haben, interessiert oder nicht. Mit dem klassischen „Hiermit bewerbe ich mich…“ wird man jedoch die Hoffnungen eines Personalchefs im Keim ersticken, dass dem Bewerber eine individuelle und originelle Vorstellung wichtig ist. Man sollte sich deshalb unbedingt einen besseren Einstieg einfallen lassen, z. B.: „Mit großem Interesse bin ich auf Ihre Stellenausschreibung aufmerksam geworden und möchte mich Ihnen als … vorstellen.“

Ein gelungener Auftakt ist beim Bewerbungsanschreiben das A und O. Es gilt sich wohltuend von der Konkurrenz abzuheben und auf typische und sehr langweilige Eröffnungen zu verzichten. Im Mittelteil ist dann knapp und überzeugend zu argumentieren, dass man der bzw. die Richtige für die zu besetzende Stelle ist. Auf welche Qualitäten, also Kenntnisse, Fähigkeiten, Eigenschaften (Selbstanalyse) kann man verweisen? Wichtig ist auch, dass die eigene Motivation glaubwürdig zum Ausdruck gebracht wird. Es gilt eine plausible, authentische Antwort auf die Frage zu finden: Warum wollen Sie gerade in besagtem Unternehmen arbeiten?

Auch der Schluss des Anschreibens sollte nicht in Plattheiten abgleiten. Schließlich klingt der letzte Satz noch einige Minuten im Gedächtnis nach. Empfehlenswert ist an dieser Stelle auch ein Verweis auf ein mögliches Vorstellungsgespräch. Etwa in dieser Form: „Ich freue mich über eine Einladung zu einem persönlichen Gespräch.“

Vergessen Sie beim Anschreiben nie: In der Kürze liegt die Würze. Der Personalentscheider hat weder Lust noch Zeit, Romane zu lesen. Beschränken Sie sich auf sechs bis acht, maximal zehn Sätze. Und diese Sätze sollten keine Rechtschreib- oder Kommafehler enthalten.

Im nächsten Schritt folgt der tabellarische Lebenslauf, wobei der geschulte Personaler-Blick oft sofort erkennt, ob der Bewerber für die Stelle geeignet ist oder nicht. Dass zahlreiche Bewerbungen diese Hürde nicht meistern, liegt häufig an nachlässig gestalteten Lebensläufen, die nicht auf die Stellenausschreibung zugeschnitten und nicht aussagekräftig sind. Der Profi erfasst hier direkt, wer sich mit den Anforderungen des Unternehmens auseinandergesetzt hat.

Konkret beginnt der Selektionsprozess bei der beruflichen Kompetenz der Bewerber. Denn nur wer die ausgeschriebene Position inhaltlich ausfüllen kann, kommt für den Job auch in Frage. Und ebendiese Kompetenz wird im Lebenslauf anhand der bisherigen beruflichen Stationen deutlich.

Ein guter und letztlich auch erfolgreicher Lebenslauf ermöglicht dem Leser mit wenigen Blicken den sprichwörtlichen roten Faden in der Berufspraxis – hierzu zählen übrigens auch Praktika – zu erkennen. Was hat der Bewerber in der Vergangenheit gemacht, das gleichzeitig für die ausgeschriebene Stelle relevant ist? Sind die Muss-Kriterien (z. B. bestimmte Noten) erfüllt und werden so viele Kann-Kriterien (z. B. bestimmte Fremdsprachen oder PC-Kenntnisse) wie möglich abgedeckt? Zeigt sich vielleicht in relevanten Zusatzkursen eine besondere Leistungsmotivation? Ist der Lebenslauf lückenlos und unterschrieben? Welche Informationen zur Bewerber-Persönlichkeit sind erkennbar, zum Beispiel über ehrenamtliches Engagement, Freizeitinteressen sowie das Bewerbungsfoto? Um es in einem Satz zu sagen: Der erfolgreiche Lebenslauf bringt die zur jeweiligen Stelle passenden Verkaufsargumente für das eigene Berufsprofil möglichst prägnant und gleichzeitig aussagekräftig auf den Punkt.

Die Online-Bewerbung
Die Online-Bewerbung unterscheidet sich inhaltlich kaum von der klassischen Papier-Variante. Verändert sind jedoch technische Aspekte. So sollten beispielsweise die im Textverarbeitungsprogramm erstellten Bewerbungsunterlagen in ein PDF (max. ca. 3 MB) umgewandelt werden. In dieses Dokument gehören dann auch digitalisiert: Foto, Zeugnisse sowie idealerweise die eigene Unterschrift. Wichtig ist auch, dass dem Dokument einen passender Dateinamen, zum Beispiel tw_bewerbung_18032012 für eine Bewerbung von Tim Wollner am 18.03.2012, gegeben wird. Es folgt der Versand per E-Mail mit einer aussagefähigen Betreffzeile, beispielsweise „Meine Bewerbung für eine Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann“. Wählen Sie Ihre eigene E-Mail-Adresse möglichst seriös. Der Nachname sollte auf alle Fälle enthalten sein, zum Beispiel tim.wollner@gmx.de. Adressen wie playboy2012@hot.com sind absolut unpassend und führen in der Regel sofort zum Ausschluss aus dem Bewerbungsverfahren.

Im Nachrichtentext der E-Mail kann man entweder kurz die angefügte Bewerbung erwähnen oder gleich das ganze Anschreiben integrieren. Generell folgt am Ende der E-Mail in einer Signatur die Auflistung der Kontaktdaten. Empfehlenswert ist zunächst der Probeversand an sich selbst. Auf diese Weise kann man erkennen, ob alles in der gewünschten Form ankommt. Beachten Sie auch generell, dass stets ein aktueller Virenscanner das PC-System sauber hält. Eine Bewerbung, die mit einem Virus verschickt wird, ist ein absolutes No Go.

Sorgfalt zeigen
Ein häufiger Fehler bei der Bewerbungserstellung ist die mangelnde Sorgfalt. Im Gegensatz zu einem Personalchef, der vielleicht nur ein bis zwei Minuten für eine erste Durchschau verwendet, sollten Sie sich sehr viel Zeit für Ihre Bewerbungsunterlagen nehmen. Einige Tage sind bei der erstmaligen Erstellung durchaus realistisch. Generell ist es auch empfehlenswert die Unterlagen vor dem endgültigen Versand an gute Freunde zum Korrekturlesen weiterzureichen.

Infos und Kontakt:
Büro für Berufsstrategie Hesse/Schrader
www.berufsstrategie.de

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