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Ein toller Beruf! Ausbildung zum Friseur

Foto: istockphoto.comEltern sind oft nicht begeistert, wenn ihre Töchter oder Söhne den Friseurberuf erlernen wollen. Aber trotz des schlechten Images und der relativ geringen Ausbildungsvergütung ist es ein Beruf mit großen Entfaltungsmöglichkeiten. Früher sagte man „Friseuse“ und meinte damit, dass es bei der betreffenden jungen Dame wohl nicht zu mehr gereicht hatte. Wer immer noch so denkt, hat nicht mitbekommen, dass die Friseurlehre heutzutage eine sehr anspruchsvolle Ausbildung ist. Neben den handwerklichen Fertigkeiten sind in einem Friseursalon Teamgeist und die Fähigkeit, einfühlsam auf Kundenwünsche einzugehen, sehr wichtig. Also kein Job für Schüchterne, aber auch keiner für Leute „mit zwei linken Händen“. Außerdem gehört eine gewisse körperliche Fitness dazu. Denn schließlich ist man als Friseur/-in den ganzen Tag auf den Beinen.

Während der Ausbildung spezialisieren
Weil im Laufe der Zeit zu den klassischen Fertigkeiten wie Schneiden, Färben und Stylen jede Menge neue Dienstleistungen hinzu gekommen sind, kann man sich schon während der Ausbildung zusätzlich spezialisieren auf Tätigkeiten, die einem liegen oder die in dem Ausbildungssalon schwerpunktmäßig nachgefragt werden. Das können Extensions (Haarverlängerungen) sein oder Nageldesign und -modellage, pflegende Kosmetik oder spezielle Färbetechniken. „Das Tolle ist die Möglichkeit, in verschiedenen Bereichen kreativ zu arbeiten“, sagt Julia Horch. Sie hatte nach der zwölften Klasse ein freiwilliges soziales Jahr absolviert und sich danach bewusst für den Friseurberuf entschieden. Im August hat sie mit der Ausbildung in dem Betrieb begonnen, in dem sie zuvor ein Praktikum gemacht hat. „Das ist in unserer Branche so üblich“, sagt Erika Wahlbrink, die Chefin von Julia. „Nach einer Woche wissen beide Seiten, ob es das Richtige ist: Die potenzielle Auszubildende, ob sie der Belastung gewachsen ist, die potenzielle Chefin, ob die Bewerberin oder der Bewerber ins Team passt und ein echtes Interesse an dem Beruf hat.“ In ihrem Ausbildungsbetrieb darf Julia als Assistentin einer Weltmeisterin über die Schulter schauen: Sandra Eismann holte 2011 diesen Titel in der Juniorenklasse. Und sie hat ihre Karriere ebenfalls im Ibbenbürener Salon von Erika Wahlbrink begonnen. Aber mit dem Assistieren ist es nicht getan. Julia muss jeden Tag an einem Puppenkopf üben, beispielsweise eine Hochsteckfrisur „zaubern“ oder Strähnchen färben.

Viele Interessenten für den Friseurberuf haben keine Vorstellung davon, was sie im Salon-Alltag erwartet. Ständig kommen neue Produkte und Werkzeuge auf den Markt, werden neue Techniken verlangt und man muss auch modisch auf dem Laufenden bleiben. Das heißt: Nach der bestandenen Gesellenprüfung muss man immer weiterlernen. Im Friseurberuf ist man nie fertig. Zur Ausbildung gehört ebenfalls, dass man Kundengespräche führen, Pflegeprodukte empfehlen und verkaufen kann. Außerdem werden betriebswirtschaftliche Kenntnisse vermittelt. Das alles zusammen macht den Beruf beziehungsweise die Ausbildung so spannend. Und dann ist da noch die Aussicht auf Erfolge bei nationalen und internationalen Wettbewerben, bei Modeevents dabei zu sein, Stars zu frisieren und zu schminken.

In Deutschland gibt es rund 80.000 Friseurbetriebe, aber nur etwa 16.000 bilden aus. Wie findet man einen Salon, in dem man wirklich die Gewähr hat, den Grundstein für seine ganz persönliche Karriere zu legen? „Nicht nur im Wohnumfeld suchen, die Mühen einer weiten Anfahrt in Kauf nehmen und gut vorbereitet sein auf das Gespräch mit dem potenziellen Chef“, rät Erika Wahlbrink. Sie selbst nimmt sich viel Zeit, um Bewerber kennenzulernen und sie lehnt es ab, Jugendliche wochenlang ohne Bezahlung „probearbeiten“ zu lassen.

My beauty Career
Das Friseurhandwerk braucht qualifizierten Nachwuchs. Deshalb hat der Kosmetikhersteller L’Oréal zusammen mit dem Zentralverband des Deutschen Friseurhandwerks die Initiative „My beauty Career“ gestartet. Auf der Internetseite www.ich-bin-friseur.de finden Interessenten zertifizierte Ausbildungsbetriebe, die sich als Botschafter des Friseurhandwerks verstehen. „Es ist ein so toller Beruf“, sagt Erika Wahlbrink, „auch wenn die Einstiegsgehälter niedrig sind.“ Aber das könne man durch Fleiß, Disziplin und Können wettmachen.

Foto: istockphoto.com

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