Tipps & Tricks


Vorsorge vom Chef – so geht’s!

Auch wenn Du erst am Anfang Deines Berufslebens stehst, ist jetzt schon sicher: Die gesetzliche Rente wird Dir in vielen Jahren bestenfalls noch eine Grundversorgung bieten. Zusätzliche Vorsorge ist also Pflicht – und ganz oft bekommst Du dafür Geld von Deiner Firma! Am bekanntesten sind dabei die vermögenswirksamen Leistungen (VL) und die betriebliche Altersversorgung (BAV).

Vermögenswirksame Leistungen
Fast jeder Arbeitnehmer hat heute Anspruch auf vermögenswirksame Leistungen (VL). Oft zahlt die Firma einen Teil der VL – eine Möglichkeit, die Du unbedingt nutzen solltest! Meist liegen die VL zwischen 13 und fast 40 Euro pro Monat. Das klingt nicht viel, ist aber übers ganze Berufsleben eine Summe von zwischen 7.000 und mehr als 20.000 Euro – plus Zins und Zinseszins! Du kannst Dein Geld in Bausparverträgen, Investmentfonds, Mitarbeiterbeteiligungen (z. B. Mitarbeiteraktien), Lebensversicherungen oder Banksparplänen anlegen. Das Geld liegt im Normalfall
sechs oder sieben Jahre fest, erst danach könntest Du es ausgeben. Es bringt allerdings viel mehr, dann weiter zu sparen – allein aus Deinen VL kann so ein kleines Vermögen werden.

Staatliche Zulage
Besonders interessant werden VL durch die staatliche „Arbeitnehmer-Sparzulage“. Bausparleistungen werden mit neun Prozent auf bis zu 470 Euro pro Jahr und Beteiligungen und Investmentfonds mit 20 Prozent auf bis zu 400 Euro pro Jahr gefördert. Da die Arbeitnehmer-Sparzulage nur bis zu einem bestimmten Einkommen gezahlt wird, fällt sie nach Deiner Ausbildung meist weg. Auf das Geld von der Firma hast Du aber weiter Anspruch! Für Lebensversicherungen und Banksparpläne gibt es keine Sparzulage.

Wichtig: Die Zulage wird nicht automatisch gezahlt, sondern beim Finanzamt beantragt! Von den meisten VL-Anbietern bekommst Du hierfür vorausgefüllte Formulare, die Du nur noch unterschreiben und abschicken musst.

Betriebliche Altersversorgung …
Immer mehr Unternehmen bieten ihren Mitarbeitern sehr gute Angebote zur betrieblichen Altersversorgung. Hierfür sind vom Gesetz fünf Formen zugelassen, unter denen die Firma frei auswählen kann. Du kannst meist nur entscheiden, ob Du mitmachst oder nicht, wobei in manchen Unternehmen die Teilnahme an der betrieblichen Altersversorgung Pflicht ist.

… durch Entgeltumwandlung
Hierbei zahlst Du Teile Deines heutigen Gehalts in eine betriebliche Altersversorgung ein – „Geld heute“ wird zu „finanzieller Sicherung im Alter“. Vor allem in Konzernen und bei größeren Mittelständlern gibt oft auch die Firma etwas dazu – so wird die betriebliche Altersversorgung sehr rentabel!
Für Berufseinsteiger sind bei der betrieblichen Altersversorgung vor allem drei Fragen von Bedeutung: Steuern und Sozialversicherung, ein späterer Arbeitgeberwechsel und die Sicherheit Deines Kapitals.

Steuerfrei Vermögen bilden
Beim Thema „Steuern und Finanzamt“ ist es ganz einfach: Deine Einzahlungen bleiben steuerfrei, und zwar je nach Anlageform im Jahr 2015 bis zu für Azubis astronomischen 4.704 Euro oder sogar unbegrenzt. Erst die späteren Auszahlungen im Rentenalter werden voll besteuert. Zudem sind Deine Einzahlungen im Jahr 2015 bis zu 2.904 Euro sozialversicherungsfrei.

Beiträge erst im Alter
Weil Du auf Deine heutigen Einzahlungen keine Sozialversicherungsbeiträge zahlst, werden auf die späteren Auszahlungen an gesetzlich Versicherte die vollen Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung fällig. Und für die sozialversicherungsfreien Einzahlungen in die betriebliche Altersversorgung gibt es weniger Ansprüche aus der gesetzlichen Renten- und Arbeitslosenversicherung, dafür aber natürlich eine entsprechende Rente aus der betrieblichen Versorgung.

Altersversorgung statt VL
Auf die günstigen Bedingungen für die betriebliche Altersversorgung haben auch einige Branchen mit neuen Tarifverträgen reagiert. So werden zum Beispiel in der Metallindustrie die früheren Arbeitgeberleistungen für VL nur noch für die Altersvorsorge gezahlt. Das sind immerhin 159 Euro jährlich, nach der Ausbildung sogar 319 Euro.

Stellenwechsel
Hier regeln gesetzliche Fristen, wann Deine Ansprüche nicht mehr verloren gehen: Hat sich der Arbeitgeber an der betrieblichen Altersversorgung beteiligt, muss die Zusage mindestens fünf Jahre bestanden haben, und Du musst beim Verlassen des Unternehmens mindestens 25 Jahre alt sein. Hast Du die betriebliche Altersversorgung durch Entgeltumwandlung voll selbst finanziert, ist der Anspruch sofort unverfallbar. Ein Wechsel kann jedoch auch bei gesicherten Ansprüchen zu Nachteilen führen. Immer öfter ist aber auch die Übertragung der betrieblichen Altersversorgung vom alten auf den neuen Arbeitgeber möglich, wobei auch das mit Fallstricken verbunden sein kann. Wenn Du keine Garantie auf eine spätere Übernahme hast, solltest Du diese Frage in einer Beratung unbedingt ansprechen. Als Schutz vor einer Insolvenz Deines aktuellen oder früheren Arbeitgebers werden die einzelnen Anlageformen entweder von der Versicherungsaufsicht der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BAFin) kontrolliert oder vom „Pensions-Sicherungs-Verein“ (PSV) abgesichert. Die Beiträge hierfür werden vom Arbeitgeber gezahlt.

Fazit
VL und/oder die betriebliche Altersversorgung sind Grundbausteine Deines Vorsorgekonzepts, denn hier gibt es oft Geld von der Firma und vom Staat dazu. Viele Arbeitgeber bieten schon für Azubis sehr attraktive Konditionen, die aus Unkenntnis oft nur zögerlich angenommen werden. Dabei ist die betriebliche Altersversorgung oft konkurrenzlos günstig. Der wichtigste Tipp lautet also: Frage Deinen Arbeitgeber – es lohnt sich fast immer!

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