Bewerbung


Todsünden in der Bewerbungsmappe

Bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz, ist die Bewerbungsmappe Eure Visitenkarte. Vor allem drei Dinge solltet ihr beherzigen: Sie sollte vollständig, ordentlich und übersichtlich sein, um mit ihr zu punkten.

„Schlampigkeit lenkt von guten Qualifikationen ab“, sagt Jutta Mürköster, Karrierecoach in Kassel. Vor allem äußerliche Macken, die garantiert nicht vom Versand kämen, seien ein No-go. Deshalb achtet darauf, dass Eure Unterlagen keine Knicke, Flecken und Risse haben. „Firmen könnten sonst einen guten Bewerber für eine Lehrstelle verpassen“, mahnt sie. Auch Loseblattsammlungen kommen nicht gut an.

Neben der äußeren Form solltet Ihr auch ein Augenmerk darauf haben, Eure Talente, Fähigkeiten und Qualifikation ins rechte Licht zu rücken. Lebenslauf, Zeugnisse und Nachweise sollten deshalb übersichtlich und vollständig dargestellt werden. Ein Deckblatt dagegen muss nicht sein. Denn es bringt dem Leser keine zusätzlichen Informationen.

Auch überfrachtete Mappen stören: mehrere Bilder, zweiseitige Anschreiben, aufwändige Klappmappen, die in Fachgeschäften gerne empfohlen werden – das muss alles nicht sein. „Es gibt zwar keine allgemeingültigen Vorschriften. Mein Tipp ist: Alles, was dem Leser die Arbeit erleichtert, ist sinnvoll, alles andere nicht – also weder mehrere Bilder, noch zweiseitige Anschreiben verwenden. Denn wer will das lesen?“, sagt Mürköster. Statt Klappmappen sind Klemmmappen empfehlenswert, aus denen man einzelne Blätter wie Zeugnisse zum Lesen ganz einfach herausnehmen kann.

Keine bunten Layouts
Auch bunte Layouts bringen ihrer Ansicht nach nichts. Kein Rot, kein Gelb, kein Grün. Stattdessen sollte die Bewerbungsmappe neutral sein. „Wem soll die Bewerbung gefallen, wen soll sie ansprechen? Die Menschen in Unternehmen, die sie sich anschauen“, sagt Mürköster.

Ein weiterer Tipp von ihr: „Schaut  Euch den Stil des Betriebes an, wenn Eure Mappe ankommen soll.“ Sie erzählt von einem Personaler, der ihr die Nase rümpfend von einer Bewerbung mit netten, kleinen Aufklebern berichtete.  „Der Verfasser erntete ein Lachen, hatte aber keinen Erfolg.“

Eine weitere Sünde:  eine Bewerbungsmappe samt Anschreiben für zehn verschiedene Unternehmen gleichzeitig zu nutzen. Erweckt eine Mappe den Eindruck, Massenware zu sein, gibt es bei den meisten Firmen für den Bewerber ein dickes Minus. Wer glaubt, das fällt nicht auf, der irrt.

Ist eine Mappe bereits verknickt, sieht man sofort, dass sie schon einmal in einem Umschlag steckte. Auch zu vergessen, den Ansprechpartner im Anschreiben abzuändern, fliegt auf. „Das passiert öfter als man denkt“, berichtet die Kasseler Personalexpertin. Personaler sind Profis und kennen die gängigen Bewerbungsratgeber. Deshalb: „Ganze Sätze zu kopieren und ins eigene Anschreiben einzufügen, kommt auch nicht gut an“, sagt Mürköster.

Rechtschreibung prüfen
Unbedingt vermeiden: Unmengen von Schreibfehlern. „Ein Schreibfehler kann aus Flüchtigkeit vorkommen. Ich rate deshalb nicht nur Menschen, die unsicher in der Rechtschreibung sind, einen kundigen Menschen drüber schauen zu lassen“, sagt Mürköster. Gerade in Büroberufen seien Rechtschreibfehler ein Ausschlusskriterium für Bewerber.

Außerdem gilt: Lieber im Stil formaler schreiben. Ein Satz wie: „Ich wollte mal nachfragen, ob bei Ihnen noch eine Stelle frei ist“, kommt leider oft genug vor, gerade bei E-Mail-Bewerbungen. „Man soll zwar heute nicht mehr zu hochgestochen schreiben. Dennoch sollte man förmlich und höflich bleiben“, rät Mürköster.

Grundsätzlich denkt daran: In der Kürze liegt die Würze. Beschränkt Euch im Anschreiben auf wenige Kernaussagen: Wer bin ich, was will ich und was bringe ich dem Betrieb. „Beantwortet in dem Anschreiben plausibel, warum Ihr genau für diese Firma und diese Lehrstelle geeignet seid, was Ihr an positiven Voraussetzungen mitbringt“, empfiehlt die Personalexpertin.

Trend: Onlinebewerbung
Der allgemeine Trend geht mittlerweile weg von der Pappmappe und hin zur Online-Bewerbung. Das bietet Vorteile: Fürs Unternehmen sind die Kandidaten dank EDV einfacher zu verwalten. Für die Bewerber ist es einfacher und günstiger. Kleinere Betriebe, speziell  im Handwerk, nehmen auch gerne noch Bewerbungen auf Papier. Mürköster rät: „Beachtet die Angaben in den Ausschreibungen, was gewünscht wird.“

Mappe senden oder Formular ausfüllen
Es gibt zwei Arten des Bewerbens über das Internet: Das Ausfüllen eines bereitgestellten Formulars auf der Webseite des Unternehmens oder der Versand der eigenen Unterlagen per E-Mail. Die dritte Variante, der Verweis eines Bewerbers auf eine eigens hergestellte Bewerbungs-Homepage, ist bei Personalern nicht sehr beliebt – denn sie müssen suchen, Passwörter eingeben und finden nicht immer die Angaben, nach denen sie suchen.

Inhaltlich unterscheiden sich Bewerbungen per E-Mail nicht.  Kandidaten müssen ein Anschreiben, einen Lebenslauf und Anlagen wie Zeugnisse als PDF-Dokument liefern. Ein typischer Fehler: Oft fehlen qualifizierte Anschreiben. „Hier neigt man dazu, zu flapsig zu schreiben, man misst den formalen Gesichtspunkten zu wenig Bedeutung bei“, erläutert Mürköster. Ein weiteres Ausschlusskriterium: Smileys benutzen. Ebenso wichtig: Ansprechpartner und Datum anpassen. Und nicht vergessen: Ihr braucht eine seriöse E-Mail-Adresse als Absender. „Blümchen“ oder „Schnuckimaus“ sind hierfür mehr als unangebracht.

Teilen, drucken, mailen:

Diskussion

Keine Kommentare zu “Todsünden in der Bewerbungsmappe”

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

azubi-News per E-Mail:

E-Mail-Adresse eingeben:

Ich erkläre mich damit einverstanden, dass meine E-Mail-Adresse für die Bereitstellung dieses Services an Google weitergegeben wird. Weitere Hinweise siehe Datenschutzerklärung.

Zugestellt von FeedBurner

Online durchblättern:


Ausgabenarchiv

Regionale Specials:


Archiv

WP Facebook Auto Publish Powered By : XYZScripts.com

Diese Website verwendet Cookies und Google AdSense. Mit der Nutzung erklärst Du Dich damit einverstanden. Datenschutzerklärung

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen