Studium


„Stellt euch vor, es ist Krieg, und keiner geht hin“

Studiengang Friedens- und Konfliktforschung: Tagtäglich berichten Medien verschiedenster Art über kriegerische Auseinandersetzungen, terroristische Anschläge oder innerstaatliche Konflikte: Bombenangriffe in Syrien, Selbstmordattentäter im Irak, Kämpfe in der Ost-Ukraine oder Gewalt gegen Flüchtlinge in Europa. Immer mehr Krisenherde brodeln gleichzeitig auf unserer Welt. Immer mehr Menschen leben in Angst und Schrecken, sehen die Flucht oft als einzige Möglichkeit, das eigene Überleben zu sichern. Es scheint, als hätte die Menschheit nichts aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt. Denn Krieg ist keine schicksalhafte Begebenheit, sondern etwas, das von uns Menschen herbeigeführt wird. Doch wie genau entsteht ein Konflikt, der schlussendlich zu Krieg führen kann? Welche Akteure, welche Bedingungen spielen dabei eine Rolle? Und vor allem, wie können friedliche Lösungen gefunden werden, mögen sie auch noch so klein sein? All dies sind Fragen mit denen sich die Friedens- und Konfliktforschung auseinandersetzt.

Die Friedens- und Konfliktforschung leistet einen wichtigen Beitrag in Konflikten über den ganzen Globus verteilt. Oberstes Ziel: dass Soldaten erst gar nicht zum Einsatz kommen müssen.Dabei reicht die Geschichte der Friedens- und Konfliktforschung weit zurück. Bereits zwischen 1817 und 1819 beschäftigte sich die Massachusetts Peace Society mit der Frage nach Menschenverlusten in Kriegen und der Vergeudung von Ressourcen als Folge der Kriegsführung. Schon damals sollte also aufgezeigt werden, wie sinnlos Krieg eigentlich für die Gesellschaft ist. Lag der Schwerpunkt der Friedens- und Konfliktforschung früher mehr auf militärischer Gewalt, ist die Thematik heutzutage breiter gefächert. So zählen auch Umweltkonflikte, Terrorismus oder die zunehmende Verarmung großer Teile der Welt zum Spektrum der Friedens- und Konfliktforschung. Hauptaufgabe ist die Entwicklung von Vorschlägen, um die Ursachen aufkeimender Konflikte möglichst frühzeitig zu erkennen, und so zu verhindern, dass es zu einer gewaltsamen Austragung kommt.

Friedens- und Konfliktforschung als Studienfach
Die Friedens- und Konfliktforschung ist im Grunde keine eigene wissenschaftliche Disziplin. Vielmehr ist sie eine Ergänzung anderer Wissenschaften, wie z.B. Theologie, Geschichte, Politik, Soziologie, aber auch Ökologie oder Ökonomie. All diese Bereiche befassen sich nämlich mit Menschen, Gesellschaften und deren Zusammenleben. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse sind wichtig für die Friedens- und Konfliktforschung. Denn nur wer aus der Vergangenheit lernt, wie bestimmte Konflikte gelöst wurden, kann den Blick in die Zukunft richten und auf dem Gelernten aufbauen und so etwas Neues entwickeln. In Hessen wird die Friedens- und Konfliktforschung vorrangig als Masterstudiengang (4 Semester) angeboten. Sprich, erst nach erfolgreichem Abschluss eines Bachelorstudiengangs (6 Semester), vornehmlich aus den Geisteswissenschaften, können sich Interessierte für das Fach einschreiben. Dies wurde so gelöst, da die Friedens- und Konfliktforschung als Vertiefung der oben genannten Fächer angesehen wird. Hat man z.B. Soziologie auf Bachelor studiert, kann man seinen Schwerpunkt danach auf die Friedens- und Konfliktforschungen legen und sich so spezialisieren. Einzige Ausnahme ist Marburg. Dort wird der Studiengang auch als Nebenfach angeboten.

Inhalte des Studiums
Ziel des Studiengangs ist es, analytische und praktische Qualifikationen im Bereich der Friedens- und Konfliktforschung zu erlernen. Insbesondere die Fähigkeiten, Konflikte nach ihren Ursachen und Akteuren zu analysieren und dadurch Vorschläge zur friedlichen Lösungen zu erarbeiten, stehen im Mittelpunkt. Aus diesem Grund sind die Hauptinhalte des Studiengangs politische Konflikte in der Weltgesellschaft. Dabei können und sollen die Studenten selbst tätig werden. Mehr als in anderen Fächern wird das Wissen per Rollen- und Planspiel vermittelt. In kleinen Gruppen werden gemeinsam Lösungen erarbeitet, die dann in Form von Referaten präsentiert werden. Auch Workshops stehen auf dem Studienplan. Gute Englischkenntnisse sind von Vorteil, denn das Studium kann auch ein internationales Praktikum umfassen, ebenso wie englischsprachige Veranstaltungen.

Themenbereiche, die während des Studiums behandelt werden, sind u.a. „Migration und Menschenrechte“, „Wasser als Konfliktstoff“, „Internationale Strategien zur Armutsbekämpfung“, aber auch mehr greifbare Konflikte wie der „Demokratisierungsprozess in Afrika“. Neben sozialen Kompetenzen sollten Studierende des Faches auch Selbstbewusstsein ausstrahlen und eigenständig handeln können. Denn das Treffen von Entscheidungen und diese dann auch unter Kritik zu verteidigen, ist enorm wichtig für einen Friedens- und Konfliktforscher. Ebenso der sichere Umgang mit modernen Medien.

Mögliche Berufsfelder
Trotz oder gerade wegen der Tatsache, dass die Friedens- und Konfliktforschung keine eigenständige Wissenschaftsdisziplin ist, sind die möglichen Berufsfelder nach Absolvierung des Masterstudiengangs sehr weitläufig. Je nachdem welches Fach zuvor als Bachelor beendet wurde, stehen Absolventen verschiedene Wege offen. So kann man wissenschaftlich tätig werden und an der Universität oder verschiedenen Forschungseinrichtungen arbeiten. Auch staatliche Institutionen nehmen einen gerne, ebenso Beratungsstellen in Sachen Politik oder Organisation. Ein großes Berufsfeld ist das so genannte Konfliktmanagement, in dem man als Mediator tätig sein kann. Dabei vermittelt man als Unabhängiger zwischen zwei Parteien. In der Welt der Medien, gerade bei Verlagen oder in der Öffentlichkeitsarbeit, stehen die Chancen auch sehr gut, einen Job zu finden.

Drei Universitäten in Hessen, die den Studiengang anbieten

Diese sind:

Philipps-Universität Marburg (Nebenfach + Master)
www.uni-marburg.de/konfliktforschung

Goethe Universität in Frankfurt am Main (Master, in Kooperation mit der Technischen Universität Darmstadt)
www.uni-frankfurt.de/35791823

Technische Universität Darmstadt (Master, in Kooperation mit Goethe Universität in Frankfurt)
www.politikwissenschaft.tu-darmstadt.de/index.php?id=2319

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