Bewerbung


Wie bewerbe ich mich professionell online? Ein Personaler klärt auf

Wer sich in den letzten Jahren schon einmal um einen Job oder ein Praktikum beworben hat, wird festgestellt haben: Die meisten Unternehmen setzen bei der Personalsuche immer mehr auf Online-Bewerbungen. Was hat sich dadurch geändert? Worauf sollten die Bewerber achten und wo lauern die größten Fallen?

Sebastian Härtig vom Druckunternehmen DiePharmadrucker gibt Antworten. Als Referent für Personal-Recruiting landen in seinem Mail-Postfach täglich Bewerbungen für Praktika, Ausbildungsplätze und Festanstellungen.

Unterlagen einer Online-Bewerbung
Grundsätzlich unterscheidet sich die Online-Bewerbung in ihren Bestandteilen nicht von der klassischen Papierbewerbung. Auch in der Online-Bewerbung sind das Anschreiben, der Lebenslauf sowie relevante Zeugnisse und Referenzen Pflicht. Je nach Beruf können auch weitere Inhalte wie Videos oder Webseiten angehängt werden. Bewirbt man sich beispielsweise um eine Stelle als Graphiker, besteht durch das Beifügen von Referenzleistungen wie einem professionell gestalteten Banner die Möglichkeit sich von der Masse an Bewerbern abzuheben.

Die Bewerbungsdokumente werden entweder per E-Mail verschickt oder in einem Online-Bewerbungstool hochgeladen. Größere Unternehmen haben mittlerweile sogar klassische Assessment-Center-Aufgaben wie Allgemeinwissenstests oder die berüchtigten Logikübungen in die Online-Bewerbungstools integriert. Falls eine Online-Bewerbung verlangt wird, so sollten die Bewerber sich auch nur über das Internet bewerben. Mit einer gelungenen Online-Bewerbung können die Jobanwärter so schon einmal ihre digitalen Kompetenzen unter Beweis stellen.

Formatierung und Dateiformate – hier lauern die ersten Fehler
Fehler in der Formatierung der Online-Bewerbung kommen leider immer wieder vor und sind oft der erste Stolperstein auf dem Weg zum neuen Job – ärgerlicherweise noch bevor die Bewerbung inhaltlich gecheckt wurde. Formatierungsfehler erschweren Personalern die Arbeit und hinterlassen keinen professionellen Eindruck.

Eine häufige Frage in diesem Zusammenhang betrifft das Anschreiben. Es gibt verschiedene Möglichkeiten das Anschreiben einer Online-Bewerbung beizufügen. Die Vorlieben gehen dabei auseinander und bisher hat sich noch keine Vorgehensweise vollständig durchgesetzt. Mir persönlich ist es lieber, wenn das Anschreiben nicht komplett im Mail-Fenster platziert wird. Im Mailversand kommt es erfahrungsgemäß häufig zu Formatierungsfehlern. Gerne mal verrutschen Absätze oder Zeilenumbrüche werden nicht übernommen. Daher ist es in vielen Fällen sinnvoller, nur einen kurzen Text oder den ersten Absatz des Anschreibens im Mail-Fenster einzufügen. In diesen können die Bewerber auf das eigentliche Anschreiben im Anhang verweisen. Andere Bewerbungsexperten wiederum empfehlen das komplette Anschreiben im Mail-Fenster einzufügen.

Sämtliche Anhänge werden in möglichst wenigen Dokumenten als PDF-Datei an die Mail angehängt. Damit den Empfängern das Postfach nicht überläuft, gilt als Richtwert gilt, dass die Größe der Mailanhänge zusammen nicht mehr als 3 MB betragen sollte. Zur einfacheren Verwaltung ist es ratsam, dass die Dateinamen immer auch den Namen des Bewerbers beinhalten. Das Bewerbungsfoto wird optimalerweise direkt in den Lebenslauf integriert.

Zudem wirken E-Mail-Adressen aus Jugendjahren nicht selten unseriös. E-Mail-Adressen wie Maus92@provider.de gilt es zu vermeiden. Bei der Wahl der Adresse empfiehlt sich eine Kombination aus Vor- und Nachnamen.

Sorgfältigkeit und Individualisierung. Nicht alles ist neu – darauf kommt es weiterhin an
Die Online-Bewerbung hat nicht alles auf den Kopf gestellt. Viele der Erfolgsfaktoren, genauso wie mögliche Fehlerquellen, aus dem Offline-Zeitalter gelten weiterhin. Eine Online-Bewerbung darf daher nicht mit weniger Sorgfalt erstellt werden als die Bewerbung per Post.

Bei einer Online-Bewerbung entfallen Kosten für das Porto, die Mappe und das Entwickeln von Bewerbungsfotos. Dies ist grundsätzlich positiv für die Jobsuchenden, verleitet aber gleichzeitig dazu mehr Bewerbungen zu versenden als früher. Diese Vorgehensweise resultiert nicht selten in sehr ähnlichen Anschreiben für eine Vielzahl von Unternehmen. Erfahrene Personaler haben ein geübtes Auge für Massenanschreiben und erkennen sofort, wenn lediglich die Namen der Empfänger ausgetauscht wurden. In unserem Unternehmen DiePharmadrucker wird beispielsweise viel Wert darauf gelegt, dass im Anschreiben die persönliche Motivation des Bewerbers für das Unternehmen deutlich wird. Daher ist es im Anschreiben wichtig, sich immer auf das Unternehmen zu beziehen, in welchem man sich auf eine Stelle bewirbt. Auch eine namentliche Anrede des konkreten Ansprechpartners, die sich z.B. über einen Anruf herausfinden lässt, anstelle eines allgemeinem „Sehr geehrte Damen und Herren“ wirkt sich positiv aus und gibt einen Hinweis auf das Engagement des Bewerbers.

Online und offline genauso wichtig, was aber immer wieder erwähnt werden muss, ist die Rechtschreibung. Damit sind nicht nur falsch geschriebene Wörter, sondern auch eine inkorrekte Punktation, Satzbaufehler und umgangssprachliche Formulierungen gemeint. Niemand ist vor Rechtschreibfehlern geschützt. Daher ist es dringend zu empfehlen vor dem Absenden der Bewerbung immer ein Rechtschreibprogramm über die Texte von Mail und Bewerbung laufen und diese bei Möglichkeit von einer weiteren Person korrekturlesen zu lassen.

Ein wesentliches Element der Online-Bewerbung sind die Anhänge. Die Scans von Zeugnissen und Referenzen müssen im PDF-Format gut lesbar sein. Im Internet gibt es kostenlose Programme, welche bei der Komprimierung der Anhänge behilflich sind. Bei den Anhängen sollte man sich auf das wesentliche konzentrieren, d.h. Referenzen, welche in irgendeiner Form in Verbindung mit dem Beruf stehen.

Zudem ist auf ein einheitliches Format hinsichtlich Schriftart- und Größe zu achten. Auch vermeintliche Kleinigkeiten, wie eine eingescannte Unterschrift auf dem Online-Lebenslauf, sind zu bedenken.

Online-Bewerbung – ein Fazit
Die Online-Bewerbung bringt viele Vorteile mit sich, weshalb immer mehr Unternehmen auf sie übergehen. Die Bewerber profitieren von geringeren Kosten und einem in der Regel schnelleren Bewerbungsprozess. Bei DiePharmadrucker können wir den Jobinteressenten so meist schon nach wenigen Tagen ein Feedback zu ihrer Bewerbung geben.

Gleichzeitig ist es für die Bewerber aber aufgrund von standardisierten Formularen und dem Fehlen von physischen Unterlagen schwieriger geworden, sich von der Konkurrenz abzuheben.

Online-Bewerbungen dürfen nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Die möglichen Fehlerquellen haben sich nicht verringert. Sorgfalt und Mühe bleiben neben den fachlichen Kompetenzen die wesentlichen Voraussetzungen für den ersten Schritt nach vorne im Bewerbungsdschungel.

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