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FuturePlan_Magazine_0115

BERUFSBILDER „Ich schlafe in Hostels oder WGs. Das Theater übernimmt die Kosten“, erzählt sie. Viele spannende Themen stehen in der Berufsschule auf dem umfangreichen Lehrplan. Im Fach Kunst- und Kulturgeschichte lernen die Schüler alles über die wichtigsten zeitgeschichtlichen Epochen. Angefangen bei den Griechen bis zur Neuzeit. Politische Hintergründe aber auch Kleidung, Frisurenmode, Kunst und Architektur sind Teil dieses Faches. Auch Englisch ist ein essentielles Fach: „Fachenglisch ist wichtig, um sich mit internationalen Künstlern auszutauschen. Man braucht ein gewisses Vokabular, um dem Darsteller auf Englisch erklären zu können, was geschminkt wird oder wie die Frisur aussehen soll“, erläutert Carina. Auch Grundlagen der menschlichen Anatomie, besonders Knochenbau und Gesichtsmuskulatur, stehen auf dem Lehrplan. Gefragter Beruf Neben den staatlichen Theatern bieten auch Privatschulen die Ausbildung zum Maskenbildner an, „Doch beim Theater handelt es sich um den klassischen Ausbildungsweg“, sagt Carina. „Die Ausbildung an den privaten Schulen ist sehr intensiv, denn dort kann jeden Tag geübt werden, ohne Produktionsstress. Aber der Theateralltag fehlt.“ Susanne Füllhase ist Carinas Ausbilderin. Die staatlich geprüfte Maskenbildnerin arbeitet seit 34 Jahren am Kasseler Staatstheater. Sie sagt über die Voraussetzungen, die Bewerber mitbringen müssen: Geschicklichkeit, Stressresistenz, Improvisationstalent, sicheres Auftreten, Kreativität, Farb- und Stilempfinden. „Der Beruf ist sehr gefragt“, unterstreicht sie. Füllhase ist dabei, wenn aus der großen Bewerberzahl einige zum Praktikum eingeladen werden: „Hier schauen wir, wie geschickt sie sind.“ So werden zum Beispiel ihre Fertigkeiten beim Modellieren, Zeichnen, Schminken und Frisieren auf den Prüfstand gestellt. Mit anspruchsvollen Übungen will man zum Beispiel testen, ob sie in der Lage sind, zu improvisieren und unter Druck zu arbeiten. Im Vorfeld ein Praktikum zu machen hält Carina für klug, um sich ein genaues Bild der Theaterwelt zu machen. Sie absolvierte ein einjähriges Praktikum am Ingolstädter Theater. Ein weiterer Bonus, den sie mitbringt, ist die Ausbildung zum Make-Up-Artist. „Es ist eine gute Zusatzqualifikation“, bestätigt Füllhase. Ursprünglich hatte die Fachabiturientin sogar noch einen ganz anderen Beruf erlernt: PTA. Doch sie stellte bald fest, dass sie „unbedingt etwas Künstlerisches machen“ wollte und so entschied sie sich für diesen spannenden Weg. info Der Beruf in Kürze Maskenbildner arbeiten für Theater, Oper, Musical, Film und Fernsehen. Nach Vorgaben der Kostüm bzw. Chefmaskenbildner schminken sie Darsteller, fertigen Perücken, Haarteile und Bärte oder arbeiten vorhandene auf. Ebenso stellen sie plastische Gesichts und Körperteile her und passen sie den Darstellern an, um zum Beispiel Hautveränderungen oder Narben zu simulieren, oder sie gestalten Tier- und Fantasiemasken. Vor Vorstellungen und Dreharbeiten verhelfen sie Künstlern zum Beispiel durch Charakter- oder Altersschminken zum gewünschten Rollenaussehen, frisieren sie und bringen plastische Maskenteile auf und betreuen sie während der Vorstellung. Nach den Auftritten nehmen sie ihnen Perücken, Haar- und Maskenteile ab, bringen sie wieder in Ordnung und lagern die Utensilien ein. Ausgebildet wird der Beruf an Theatern, Opernhäusern, Fernsehanstalten, Filmstudios und Privatschulen. Voraussetzung: mittlerer Bildungsabschluss oder Hochschulreife. Dauer: drei Jahre. Nachbildungen von Köpfen der Darsteller. Sie dienen dem exakten Anpassen der Perücken Ihr Arbeitsplatz am Abend: die Schminkräume des Theaters


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