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Azubi geschützt zu werden. Auch Sprüche mit sexuellem Inhalt oder Gesten können die Würde verletzen und zu einer Kündigung führen. So hatte das Bundesarbeitsgericht 2014 über die Aussage, „Frau M. habe einen schönen Busen“ zu entscheiden. Nach Auffassung des Gerichts handelte es sich nicht um ein sozialadäquates Kompliment, sondern um eine unangemessene Bemerkung sexuellen Inhalts. Gleiches galt für die Bemerkung über eine Kollegin, dass diese einen „süßen Knackarsch“ habe. Auch ohne ausdrückliches Nein! Das jeweilige Verhalten muss bewirken oder bezwecken, dass die Würde der betreffenden Person verletzt wird. Entscheidend ist entweder das Ergebnis oder die Absicht. Deswegen kann sich ein Mitarbeiter nicht mit der Begründung herausreden, dass er geglaubt hatte, die Auszubildende würde sowas gut finden. Das Gesetz verlangt gerade kein vorsätzliches Handeln. Ebenso wenig ist maßgeblich, ob die Betroffene ihre Ablehnung aktiv verdeutlicht hat. Maßgeblich ist allein, ob man objektiv hätte erkennen können, dass das Verhalten nicht erwünscht ist. Grenzen ziehen Schwierig sind die Fälle, in denen bei sexuellen Handlungen nur ein „inneres Nein“ vorliegt. Deswegen sind klare Grenzen zu setzen. Nach der Rechtsprechung lässt sich von akzeptierten Umgangsweisen ein unerwünschtes Verhalten durch die Einseitigkeit des belästigenden Verhaltens abgrenzen. Beteiligt sich die betroffene Person häufig aktiv und initiativ an Gesprächen mit sexuellem Bezug, fehlt es regelmäßig an der Unerwünschtheit der vorgeworfenen sexuell bestimmten Äußerungen. Einmal reicht! Der Schutz beginnt nicht erst bei mehrmaligen Verstößen. Der Ausbilder ist aufgrund seiner Fürsorgepflicht verpflichtet, schon bei einem einmaligen Verstoß einzuschreiten. Zudem besteht die Pflicht, dass es erst gar nicht zu einem Klima kommt, in dem Belästigungen geduldet werden. Schwierig sind daher z.B. auch Regelungen zur Arbeitskleidung, wenn diese besonders auffällig sein soll (tiefer Ausschnitt, kurze Röcke, etc.). Kontaktadresse Philipp Hochstein Fachanwalt für Arbeitsrecht Hofsäß + Partner Kaiserstraße 215 76133 Karlsruhe www.futureplan-magazine.de 17 Wir bilden aus Kompetent aus Tradition Die Nassauische Heimstätte Wohnungs- und Entwicklungsgesellschaft mbH, Frankfurt/Main, bietet seit über 90 Jahren umfassende Dienstleistungen in den Bereichen Wohnen, Bauen und Entwickeln. Sie beschäftigt rund 690 Mitarbeiter. 2005 erwarb die Nassauische Heimstätte die Anteile des Landes Hessen an der Wohnstadt Stadtentwicklungs- und Wohnungsbaugesellschaft Hessen mbH, Kassel. Durch den Zusammenschluss avancierte sie zu einem der führenden deutschen Wohnungsunternehmen: der Unternehmensgruppe Nassauische Heimstätte/Wohnstadt mit rund 60.500 Mietwohnungen in 140 Städten und Gemeinden. Diese werden aktuell von rund 260 Mitarbeitern in vier Regional-, untergliedert in 13 Service-Centern, betreut. Unter der Marke „NH ProjektStadt“ werden Kompetenzfelder gebündelt, um nachhaltige Stadt- und Projektentwicklungsaufgaben durchzuführen. Ausbildung › Die Unternehmensgruppe bildet seit rund 50 Jahren Immobilienkaufleute und Kaufleute für Bürokommunikation bzw. ab 2015 Kaufleute für Büromanagement aus. › Die Ausbildung erfolgt nach dem Dualen Ausbildungs- system, im Betrieb und in der Berufsschule. Alle Auszu- bildenden durchlaufen während ihrer Ausbildung ver- schiedene Bereiche der Unternehmensgruppe. Wir legen sehr großen Wert darauf, dass unsere Auszubildenden selbstständig arbeiten. Ergänzt wird die Ausbildung durch hausinterne Seminare zu unterschiedlichen Themen mit internen und externen Fachreferenten. Des Weiteren bieten wir für unsere Auszubildenden externe Praktika an. Zurzeit sind 18 Auszubildende bei der Unternehmens- gruppe beschäftigt. Ansprechpartnerin für Kassel Ingrid Battenhausen I.Battenhausen@wohnstadt.de www.naheimst.de


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