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LIFE re Band, wie die Kassetten damals. Wir waren ganz professionell, sind aber über das Vorband- Dasein nicht hinausgekommen. Das waren so zehn Jahre – wenn andere zum Tennisspielen gegangen sind, sind wir ins Studio gefahren. FPM: Du machst heute mit Deinen fliegenden Köchen Catering für die Großen des deutschen Hip-Hops. Wie ist diese Verbindung entstanden? Brand: Irgendwann musste ich mich entscheiden, ob ich lieber mehr kochen oder mehr rappen will. Die Erfolgsaussichten waren beim Kochen eindeutig größer. Dann habe ich mir einfach auf blöd Rapper, die Stieber Twins und Toni-L, ins Maritim eingeladen und mit denen Kochkurse gemacht. Ich habe mit den Gästen gekocht und die sind nachher in der Küche aufgetreten. Das war für so einen spießigen Kurhotel-Laden relativ einzigartig. Und über die Stieber Twins habe ich Curse kennengelernt. FPM: … mit dem Du das FREIHEIT Kochbuch gemacht hast. Brand: Das ist damals entstanden. Es gab auch schon die Idee zu Kochen Unplugged, aber das ließ sich noch nicht umsetzen. Stieber Twins, Toni-L und Curse waren die ersten drei Shootings, die ich für Kochen Unplugged gemacht hatte. Dann ist das Projekt erst mal ins Stocken geraten, weil die die ich kannte aufgebraucht waren. Vor acht Jahren, vier Monate nach der Headquarter-Eröffnung, hatten 28 FuturePlan magazine wir dann fliegendes Picknick. Und alle haben gesagt: Jaja, Curse kommt, alles klar. Und er ist tatsächlich gekommen. Einfach so und hat hier auf dem Picknick gespielt. Und kurz darauf ist sein FREIHEIT Album erschienen, wo wir zu jedem Track ein Gericht gekocht haben. Dazu haben wir das Buch gemacht. Mein erstes überhaupt. FPM: Inzwischen ist Dein neues Buch Kochen Unplugged 2 erschienen und Du stehst mit Curse auf der Bühne und performst die 10 Kochgesetze. Brand: Bei der Limited Edition von Kochen Unplugged 2 ist das auf Vinyl dabei. Mehr aus Eigeninteresse, um zu gucken, ob das überhaupt jemand kaufen will. Aber die Resonanz auf den Clip ist sensationell gut. FPM: Mit wem kochst Du in Kochen Unplugged 2? Brand: Mark Forster, Afrob und Samy Deluxe aka. ASD, Chima, Tim Bendzko, Xavier Naidoo und Moses Pelham, Chefket, Elif, Fetsum, Marteria, Nico Suave und Johannes Oerding, Teesy und Gerard … FPM: Wow. Dass das geklappt hat, ist Dir auch nicht einfach zugeflogen. Da hängt viel Fleiß dran, oder? Brand: Ich hab neulich gesagt, dass das erarbeitetes Glück ist. Die Musiker haben mitgemacht, weil ich hartnäckig war und weil ich ehrlich bin und sie nicht verarsche. Das haben sie anerkannt. Deshalb haben die das gemacht. Für mich, nicht für einen Verlag oder so. FPM: Wenn Du so zurückblickst, auf das was bisher passiert ist. Was ist der rote Faden, der sich durchzieht? Brand: Auf jeden Fall Liebe zum Job. Das ist das Wichtigste. Ein gewisser Ehrgeiz und Euphorie. Der roteste Faden bin ich selber und der Wille, was zu erreichen. FPM: Und, dass Du Du geblieben bist. Brand: Sagt man nicht gerne über sich selbst, bin ich aber tatsächlich. Das finden auch ein paar Leute scheiße. Ich hatte heute Morgen erst ein Meeting, da ging es darum, Sachen zu machen, die vernünftig wären oder unvernünftig. Aber ich bleib halt ich. Das geht gar nicht anders. Wenn ich was scheiße finde, dann mache ich‘s nicht, oder man sieht es mir eindeutig an. Mehr auf www.christoph-brand.com Elif Tim Bendzko Chima


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