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www.futureplan-magazine.de 7 schule voraus. Hier lernen angehende Berufsjäger wichtige Grundlagen zu Landwirtschaft und Waldbewirtschaftung, um sich um die Bedürfnisse des Waldes und seiner Bewohner kümmern zu können. Letzteres kann kniffliger sein, als es zunächst erscheinen mag. „Für einen Berufsjäger ist es eine besondere Herausforderung, mit den anderen Interessensgemeinschaften des ländlichen Raumes, also aus den Bereichen Naturschutz, Land- und Forstwirtschaft, so zusammenzuarbeiten, dass er allen Seiten gerecht wird“, erzählt Lars Beemelmans, Auszubildender im zweiten Lehrjahr. Ein bunter Berufsalltag Klar ist: Ein Berufsjäger verbringt einen Großteil der Zeit im Freien und eher weniger hinter dem Schreibtisch. Das beweist nicht zuletzt die lange Liste an vielfältigen Tätigkeiten, die Marcus Steiner aufzählt, wenn er nach der Bewirtschaftung seines Jagdbetriebs Harting gefragt wird: „Wir erhalten Biotope und legen sie an; wir begrenzen den Wildschaden, indem wir Wildschweine ‚scharf bejagen‘, wie sich das nennt, oder sie zum Beispiel durch Verstänkern von landwirtschaftlichen Flächen abhalten.“ Mit seinen Mitarbeitern organisiert und begleitet er außerdem Einzel- und Gesellschaftsjagden, erlegt Raubwild, wenn es dem Niederwild im Revier gefährlich wird. Dazu kommen die Zählung des Wildes, etwa Hasen im Frühjahr und Herbst, um zu entscheiden, ob der Zuwachs groß genug für eine Bejagung ist. Und seine Rettung: Tiere werden zum Beispiel durch Reflektoren von der Straße abgehalten oder vor dem Tod durch die Mähmaschine bewahrt. Gefragter denn je Die Arbeit mit und in der Natur bringt aber auch Schattenseiten mit sich. „Arbeitszeiten an Wochenenden und in der Nacht können schon ab und an mit Freizeitaktivitäten kollidieren“, ist Christopher Häner ehrlich. Gleichzeitig haben Berufsjäger auch einmal frei, wenn andere arbeiten, zum Beispiel unter der Woche. Und sie können aufsteigen – vom Revierjäger zum Revierjagdmeister und anschließend zum Revieroberjäger. Entwicklungsmöglichkeiten sind also vorhanden und die Einstellungschancen stehen sehr gut. Außerdem: Die Natur ist ständig im Wandel, und damit auch der Beruf. Landwirtschaftliche Monokulturen und Global Warming wirken sich auf Pflanzen und Tiere aus. Die Hasenpopulation sei laut Experte Bernd Bahr merklich zurückgegangen, die der Wildschweine habe sich dagegen nahezu verdreifacht. Deshalb ist er überzeugt: „Professionelles Handeln gerade im Umgang mit Wildtieren ist angezeigter denn je.“ FotoS: Marcus Steiner Auch eine der zahlreichen Aufgaben: Hochsitze bauen und regelmäßig warten.


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