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BERUFSBILDER www.futureplan-magazine.de 9 dung möglich, geht es heute nur noch mit einem Studium. An insgesamt acht deutschen Akademien kann man sich zum Restaurator ausbilden lassen. Von Chemie und Biologie, über Kunstgeschichte und Archäologie, von Werkstoffkunde und Mikroskopie bis zur Methodik der Konservierung ist es eine breite Palette verschiedener Fächer, was wiederum eine abwechslungsreiche Ausbildung garantiert. An der Staatlichen Akademie für Bildende Künste in Stuttgart studiert Lena Hönig. Sie ist auch eine der Sprecherinnen der Interessengruppe „Restauratoren in Ausbildung“ beim Verband der Restauratoren. Ihr Abitur machte sie in Neumarkt bei Nürnberg. Anschließend stand ein Jahr Praktikum in Hamburg auf dem Plan. Museen, Landesakademien und freiberufliche Restauratoren-Ateliers eignen sich für ein Praktikum. Auf die Frage, was man denn für dieses Studium unbedingt mitbringen sollte, überrascht sie mit ihrer Antwort. „Geduld“, sagt Lena. Seit Oktober sitzt sie an einem Rock aus Pflanzenfasern aus den Jahren um 1920, den Menschen in der Südsee trugen. „Der Rock hat hunderte von gerissenen und ausgefransten Fasern, die ich sehr sorgfältig zuerst reinigen und dann in einen Zustand bringen muss, um einen weiteren Verfall zu verhindern“, erklärt die 22-jährige Studentin. Auch ihre Uni hat Lena bewusst ausgewählt. Sie selbst bezeichnet sich als keine Theoretikerin und wünschte sich daher auch schon im Studium viel praktische Erfahrung. An der Stuttgarter Uni hat sie an zwei Tagen Vorlesungen, an drei Tagen arbeitet sie in einer der universitären Werkstätten. Zurück ins GNM nach Nürnberg. Wenn ein Objekt ausgestellt wird, ist die Zusammenarbeit mit der Technischen Abteilung gefragt. „Früher war die Vitrine nur eine Glashaube um das Objekt“, bemerkt Horst Gollwitzer lakonisch. Er leitet die technische Abteilung im Museum. Die gesamte Präsentation ist aufwendiger als früher. „Bei den Stoffen in den Vitrinen müssen wir auf schadstoffarme Materialen achten“, sagt er. Zusammen mit dem Restaurator hat er außerdem für adäquate Bedingungen rund um das Kunstwerk zu sorgen. Zum Beispiel für angemessene Lichtsituationen, für konstante Temperatur und Feuchtigkeitswerte in den Ausstellungsräumen. Bleibt noch das Thema „Leihgaben“. Im Zeitalter der Großausstellungen werden Kunstschätze oft verliehen. Auch hier muss der Restaurator sicherstellen, dass die Rahmenbedingungen stimmen. „Jede Bewegung eines Kunstwerkes ist ein Risiko“, betont Pressesprecherin Sonja und zeigt somit nochmals auf, wie vielschichtig die Arbeit mit Kulturgütern ist. Regina zeigt, was damals Mode war. Viel Geduld, ein guter Blick und eine ruhige Hand braucht eine Restauratorin. Mit Pinsel und Pipette wird der Stoffe sorgfältig gereinigt.


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