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TIPPS SCHWANGER! Von Philipp Hochstein Neben der Freude, bald Mutter zu werden, stellt sich für Auszubildende die Frage, wie es trotz Schwangerschaft mit der Ausbildung weitergeht. Die wichtigen gesetzlichen Vorschriften sind in mehreren Gesetzen geregelt. Seit dem 1. Januar 2018 gilt das Mutterschutzgesetz (MuSchG) auch für Auszubildende, welches wichtige Schutzvorschriften zugunsten einer Schwangeren enthält. Fragen zur Ausbildungsdauer, Prüfung etc. ergeben sich je nach Ausbildung aus dem Berufsbildungsgesetz (BBiG) oder den speziellen Ausbildungsbestimmungen (wie z.B. für Altenpflege oder auch Heilerziehungspflege). Für die Zeit nach der Geburt gilt auch das Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz (BEEG). Ein Überblick: Muss ich es mitteilen? Eine Schwangerschaft muss dem Chef nicht mitgeteilt werden. Gerade in den ersten zwölf Wochen einer Schwangerschaft möchte man häufig erst noch abwarten, wie sich die Schwangerschaft entwickelt. Den Chef auf die Schwangerschaft hinzuweisen, ist dann sinnvoll, wenn die Tätigkeit für einen selbst oder für die Gesundheit des ungeborenen Kindes belastend ist. Sobald die Schwangerschaft mitgeteilt wird, gilt ein besonderer Schutz durch das Mutterschutzgesetz. Wenn der Ausbildungsbetrieb einen Nachweis über die Schwangerschaft verlangt, muss eine entsprechende ärztliche Bescheinigung eingeholt werden. Die Kosten hierfür trägt der Ausbildungsbetrieb. Ein absolutes Beschäftigungsverbot besteht nach der Entbindung für die Dauer von acht Wochen, bzw. von zwölf Wochen bei einer Frühgeburt. Vor der Entbindung besteht ein absolutes Beschäftigungsverbot von sechs Wochen, wobei hierauf werden verzichten kann. Ob ein Beschäftigungsverbot bereits vor dem 14 FuturePlan magazine Mutterschutz besteht, hängt von der Gesundheit der Schwangeren und vor allem von der Ausbildung ab. So dürfen z.B. Schwangere in Pflegeberufen nur noch eingeschränkt tätig sein. Auch in Krankenhäusern, bei Zahnärzten oder in Ausbildungsberufen, in denen man viel stehen und heben muss, oder bei denen man gefährlichen Stoffen ausgesetzt ist, bestehen größere Einschränkungen. Inwiefern man noch arbeiten kann, muss dann gemeinsam mit dem Ausbildungsbetrieb abgeklärt werden. Am besten ist es, wenn man als Schwangere mit dem Arzt abklärt, ob und wenn ja, welche Einschränkungen für die Ausbildung bestehen. Kann mir gekündigt werden? Solange die Auszubildende schwanger ist und für die Dauer von bis zu vier Monaten nach der Entbindung besteht ein gesetzlicher Kündigungsschutz (§ 17 MuSchG). Das setzt voraus, dass der Ausbildungsbetrieb von der Schwangerschaft weiß oder spätestens zwei Wochen nach Erhalt der Kündigung darüber informiert wird. Eine Kündigung während dieser Zeit ist daher nur in ganz wenigen Ausnahmefällen möglich und müsste von der zuständigen Behörde vorab für zulässig erklärt werden. Eine Schwangerschaft schützt z.B. nicht vor einer Kündigung, wenn die Auszubildende klaut oder andere schwere Pflichtverletzungen begeht. Gibt es Einschränkungen für meine Arbeit? Im Prinzip ist alles zu vermeiden, was eine zu große körperliche Anstrengung zur Folge hat. Das kann dazu führen, dass viele Aufgaben nicht mehr geleistet werden müssen. Die wichtigsten Regelungen sind im Mutterschutzgesetz aufgeführt. Danach dürfen Auszubildende z.B. keine wesentlichen Überstunden (§ 4), oder Nachtarbeit (§ 5 Absatz 2) leisten. Auch ist eine Tätigkeit an Sonn- und Feiertagen nur sehr eingeschränkt zulässig (§ 6). Schwangere Foto: Heidy Sequera on Unsplash Was passiert mit meiner Ausbildung?


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