Page 21

02_2016_S00002_00032

Vertragspartner, Gerichtsstand Diese Punkte erscheinen bei der Geldanlage auf den ersten Blick merkwürdig, können aber durchaus wichtig werden. So kann eine Bank Dein direkter Vertragspartner für Deine Geldanlage werden (z.B. beim Abschluss eines Sparbriefes), ein Produkt eines anderen Unternehmens aktiv an Dich vermitteln (z.B. wenn sie Dir einen Investmentfonds verkauft) oder sogar nur als Dienstleister einen Auftrag von Dir weitergeben, damit er von anderen ausgeführt wird (z.B. beim Kauf oder Verkauf von Aktien). Liegt irgendein Vertragspartner im Ausland, kann bei Streitigkeiten ausländisches Recht gelten, und das wird bei Unstimmigkeiten schnell zum Problem. Rendite und Kosten Unter der Rendite versteht man den Ertrag Deiner Geldanlage. Sie wird meist in Prozent pro Jahr angegeben. Der bekannteste Fall ist der Zinssatz von z.B. 1 Prozent pro Jahr auf eine Spareinlage. Je nach Geldanlage kann Deine Rendite aber auch z.B. aus Gewinnausschüttungen (die sog. „Dividende“ bei Aktien) und Kurssteigerungen oder Kursverlusten (z.B. bei Aktien oder Anleihen) bestehen. Insbesondere bei Zinsvereinbarungen ist noch wichtig, ob der Zins für die gesamte Laufzeit festgeschrieben ist („fixer Zinssatz“) oder ob sich der Zinssatz verändern kann („variabler Zinssatz“). Außerdem kann auch ein Mindest- oder Höchstzinssatz vereinbart werden, oder es kann festgelegt werden, ob und unter welchen Umständen Zinszahlungen auch einmal ausfallen können und ob sie dann später nachgeholt werden. Und schließlich zehren noch die Kosten an der Rendite, also z.B. Gebühren, Provisionen usw. Daher lohnt bei Geldanlagen auch immer ein Kostenvergleich, weil höhere Kosten sofort negativ auf die Rendite durchschlagen. Risiko Das Risiko einer Geldanlage kann ganz unterschiedlich definiert werden. Wichtig ist, dass Du herausfindest, welcher Risikobegriff für Deine Anlageentscheidung die größte Bedeutung hat. So kann Risiko z.B. als Schwankungsbreite (z.B. von Aktienkursen in einem Jahr) oder als Wahrscheinlichkeit gemessen werden, in einem bestimmten Zeitraum einen Verlust von x Prozent zu erleiden. Jedes Risiko wird dabei immer für einen festgelegten Zeitraum berechnet, also z.B. einen Monat, ein Jahr oder auch 5 oder 10 Jahre. Da diese Zahlen natürlich immer aus der Vergangenheit stammen, können sie sich auch für die Zukunft verändern, also eine bisher recht sichere Geldanlage kann unsicherer werden oder umgekehrt. Risiken können sich in unterschiedlichen Formen zeigen: Kursrisiken (z.B. steigende oder fallende Aktienkurse), Wechselkursrisiken (z.B. Veränderungen des Euro-Dollar-Wechselkurses), Bonitätsrisiken (teilweise oder völliger Ausfall der Zahlungen, weil Dein Geschäftspartner finanzielle Probleme hat) oder politische Risiken (Einfluss von Regierungswechseln oder Kriegen auf Deine Geldanlage).


02_2016_S00002_00032
To see the actual publication please follow the link above