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Futureplan 2 2017

KALEIDOSKOP Integration durch Ausbildung schreitet gut voran „Die Zahl der Lehrverträge mit jungen Menschen aus den so genannten nichteuropäischen Asylzugangsländern steigt deutlich“, so der Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Düsseldorf, Dr. Axel Fuhrmann, in einer Zwischenbilanz nach Beginn des neuen Ausbildungsjahres. Im Bezirk der HWK beginnen voraussichtlich 164 Jugendliche aus Afghanistan, Eritrea, Irak, Iran, Nigeria, Pakistan, Somalia und Syrien in diesem Jahr eine Ausbildung im Handwerk. Diese acht Staaten werden aufgrund akuter Krisen- und Bürgerkriegssituationen und ihrer Anteile an den Asylbewerberzahlen vom Bundestag und von der Bundesagentur für Arbeit in ihren Publikationen als Hauptherkunftsländer der in Deutschland ankommenden Flüchtlinge geführt. Zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres hatten 50 Flüchtlinge aus diesen Herkunftsländern den Weg in eine geregelte Berufsausbildung im Handwerk gefunden; in 2015 waren es 35. Arbeit beginnt zu funktionieren Die gestiegene Zahl belegt nach Auffassung 26 FuturePlan magazine von Fuhrmann, dass die Arbeit der Kümmerer der Handwerkskammer und der elf Kreishandwerkerschaften im Kammerbezirk und das Übergangsmanagement mit allen beteiligten öffentlichen Trägern zu funktionieren beginne. Fuhrmann verwies darauf, dass die jungen Menschen vor der Ausbildung zusätzliche Qualifikationen erwerben müssen, um für die Wirtschaft fit gemacht zu werden. Dazu gehörten vor allem der Spracherwerb, die Teilnahme an Berufsvorbereitungsmaßnahmen für Flüchtlinge sowie Praktika in den Unternehmen selbst. Andersartige Welt „Darüber hinaus werden mehr als dreihundert junge Flüchtlinge derzeit kammerweit in geförderten Maßnahmen wie BOF und PerJuF Handwerk an Anforderungen einer Berufsausbildung herangeführt. 60 weitere junge Leute aus den acht Brennpunkt-Ländern bereiten sich in betrieblichen Einstiegsqualifizierungs- Maßnahmen auf eine anschließende re- Foto: Wilfried Meyer Handwerkskammer Düsseldorf meldet stark steigende Aufnahmezahlen von Flüchtlingen guläre Berufslehre im Handwerk vor“, ergänzte Kammerverwaltungschef Fuhrmann das Bild. „Das Handwerk an Rhein, Ruhr und Wupper zeigt ein überaus großes und beharrliches Engagement, um die Integration der Geflüchteten in die hiesige, oft sehr andersartige Arbeits- und Lebenswelt zu ermöglichen.“ Mehr Lehrlinge anderer Nationalität Generell nehmen die Unternehmen im nach Handwerksbeschäftigten größten deutschen Handwerkskammerbezirk immer mehr Lehrlinge anderer Nationalität unter Vertrag. Von den aktuell 5.301 registrierten Auszubildenden mit Ausbildungsbeginn zum 1.8. oder 1.9. 2017 haben 665 einen ausländischen Pass. Zum gleichen Zeitpunkt im Vorjahr waren es 467 gewesen; ein Jahr zuvor 450. Fuhrmann wies auf eine „große Offenheit“ der Handwerksbetriebe hin. „Unsere Meisterinnen und Meister geben jedem eine Chance, der lernen und arbeiten will. Grundlage ist allerdings, dass die Flüchtlinge und Migranten über einen gesicherten Aufenthaltsstatus und über grundlegende Deutschkenntnisse verfügen. Ansonsten gilt der Handwerksspruch: Bei uns kommt es nicht darauf an, wo du herkommst. Sondern wo Du hinwillst.“ Viele Azubis mit Migrationshintergrund Insgesamt befinden sich rund 20.000 Lehrlinge in einer handwerklichen Ausbildung im Regierungsbezirk Düsseldorf. Davon haben knapp 2.000 einen ausländischen Pass. Die Zahl der Deutschen mit Migrationshintergrund umfasst nach Schätzung der Kammer vermutlich noch einmal mehr als 2.000 Personen.


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