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KALEIDOSKOP www.futureplan-magazine.de 21 Dennoch musst Du einen Zug tätigen, sonst hast Du bereits verloren. Ja, die Realität ist tatsächlich vergleichbar mit diesem Bild. Das ist jedoch gar nicht das Problem, denn wie wir damit umgehen, ist entscheidend. Niemand verliert gerne Wir können uns auch gleich vom Gedanken verabschieden, die Niederlage zu lieben. Denn das tut keiner. Kein einziger meiner Geschäftspartner oder der Unternehmer, die ich kennenlernte, hat verlautbart, dass er gerne unerfolgreich wäre und die Misserfolge genieße. Was wir jedoch machen können, ist die Niederlage als “part of the game” zu akzeptieren. Erfolg ohne Risiko gibt es nicht, das ist die Wahrheit, die gerne vertuscht wird. Aber auch hier: Wie gehen wir mit der Einschätzung des Risikos um? Es liegt alles in unserer Hand! Nicht von Angst getrieben Die Welt benötigt fähige Unternehmer, die nicht von der Angst getrieben werden. Im Gegenteil, sie blicken den Risiken des Scheiterns ins Gesicht und handeln dennoch. Was benötigt es hierzu? Die Grundpfeiler unternehmerischen Mutes Als Business-Coach und Serial-Entrepreneur werde ich oft gefragt, was denn der Schlüssel zu unternehmerischem Mut ist. Es gibt zwei Schlüssel, die in der Person des Unternehmers verankert sind. Wenn diese nicht vorhanden sind, wird auch nicht unternehmerisch gehandelt werden und das persönlich Scheitern ist vorprogrammiert. Schlüssel zum Erfolg Ohne Selbstvertrauen hat man keine Basis für unternehmerisches Handeln. Es ist fast so als würde man ein Haus ohne Fundament bauen. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis dieser Schuppen einbricht. Da kann man auch noch so gute Ideen haben. Wenn man nicht das Selbstvertrauen mitbringt, diese Idee auch in der Realität umzusetzen und zu seinen eigenen Entscheidungen zu stehen – egal, was andere sagen – dann wird das nichts mit der Karriere als Unternehmer. Nehmen wir das Beispiel Dietrich Mateschitz, dessen Marke Red Bull den Weltmarkt der Energydrinks dominiert. Als er aus Asien die Idee für den Drink mitbrachte, rieten ihm neun von zehn Unternehmensberatern davon ab, das Produkt auf den Markt zu bringen. Eigentlich unglaublich, wenn man sich dies heute vor Augen führt. Sich selbst verwirklichen Der zweite unumstößliche Pfeiler ist der Drang, sich selbst unternehmerisch zu verwirklichen. Wenn nun kein Selbstvertrauen da ist, dann wird diese Umsetzungsdynamik auch nie stattfinden. Dann ist man sich einfach nicht genug wert, die eigenen Ziele auch in die Realität zu überführen. Man nimmt sich einfach nicht ernst genug. Wenn jedoch beide Komponenten zusammenspielen, dann wird das Bild rund und völlig klar. Dann spielen eventuelle Niederlagen auch kaum mehr eine Rolle, weil wir sowieso weitergehen. Der innere Antrieb sorgt dafür, dass uns Hürden nichts mehr anhaben können. Was zählt, ist die unternehmerische Aktivität, die Bewegung hin zu den eigenen Zielen, egal, was das Umfeld dazu sagt. Loslösen von Konventionen Es steht zwar nirgends geschrieben, aber wenn man Misserfolge einfährt, erlebt man gesellschaftliche Stigmatisierung. Das beginnt schon ganz früh in unserer Kindheit. In der Schule hat man seinen Ruf weg, wenn die Noten mal nicht ganz so zufriedenstellend sind. Kreativität ist in unserem Bildungskanon eher die Ausnahme denn die Regel. Na, was lernt denn das brave, sich an die Strukturen anpassende Kind? Schön brav an die Regeln halten und nur kein Risiko eingehen. Dann kann nicht allzu viel schiefgehen. Dies ist eine unternehmerfeindliches Mindset, das ganz tief im Unterbewusstsein der Menschen schlummert. Das ist so schade, denn die Hauptaufgabe jeglichen Unternehmers ist es, das Leben anderer Menschen zu verbessern. Je mehr fähige Unternehmer es gibt, desto mehr Menschen können davon profitieren. Mit dieser uns beigebrachten Denke jedoch, ersticken wir diese Möglichkeit bereits im Keim. Das eigene Ding durchziehen Dennoch entscheiden wir selbst, welche Position wir einnehmen. Schaffen wir es, uns von den Konventionen, Traditionen und Erwartungen anderer Personen loszulösen und unser eigenes Ding, mit all den verbundenen Konsequenzen, durchzuziehen? Ja? Dann steht einem erfolgreichen Unternehmertum nur mehr sehr wenig im Wege. Wenn dies nicht gelingt, dann wird der Akt des Unternehmertums äußerst schwierig. Sobald eine Form von Gegenwind aufkommt, werden sogleich die Segel gestrichen, das innere Feuer erlischt. Hast Du aber genug Selbstvertrauen, sodass Du auch Niederlagen und Misserfolge an Dir abprallen lassen kannst, um aus ihnen zu lernen, anstatt sich von ihnen einschüchtern zu lassen, dann hast Du auch die Fähigkeit, unbeirrt an Deinem unternehmerischen Wachstum zu arbeiten. Fazit Wir stehen großen, gesellschaftlichen Herausforderungen gegenüber. Diese sind nur durch unternehmerisch kompetentes Handeln lösbar. Deshalb brauchen wir mutige Unternehmer, die als leuchtendes, aber nicht fehlerfreies Vorbild vorangehen. Willst auch Du ein unternehmerischer Pionier werden, dann arbeite an Deinem Selbstvertrauen und an Deiner Mission im Leben. So kann Dich nichts und niemand aufhalten! Viel Erfolg wünsche ich Dir dabei! Über den Autor Als Serial Entrepreneur, Venture Investor und Business Coach weiß Alex Reinhardt, wie man Unternehmen zum Erfolg führt. Sein Sinn für erfolgsversprechende Start-ups beschränkt sich nicht auf spezielle Branchen – Erfolgsfaktoren nachhaltiger Unternehmen betrachtet er als sektorübergreifend. Er unterstützt Startups zudem nicht nur finanziell, sondern auch mit seinem Know-how.


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